Je mehr Regeln, desto besser?

Eine der spannendsten Fragen bei Neulingen im BDSM ist immer die nach den Regeln. Welche Regeln stelle ich auf? Wie setze ich sie durch? Was mache ich, wenn sie gebrochen werden?

Gerade wer neu auf dem Gebiet ist und sich bisher vielleicht nur in der Fantasie mit BDSM beschäftigt hat, kann da oft nicht genug bekommen. Doms tendieren dann dazu den Alltag von Sub mit Regeln bis ins Detail zu bestimmen. Ebenso wie Subs gerne noch die ein oder andere Regel einfordern. Einfach um endlich zu spüren wie es ist, wenn man diese äußere Macht und den Kontrollverlust erlebt, die bisher nur in der Fantasie existierten.

Aber ist es sinnvoll so viele Regeln wie nur möglich aufzustellen? Am Anfang klingt das sehr verlockend:

  • nach dem Aufstehen direkt per Messenger melden
  • nie Hosen tragen
  • nie Unterhosen tragen
  • keine Röcke die übers Knie gehen
  • jedes Mal um Erlaubnis fragen, ob man auf die Toilette gehen darf
  • fragen, ob man sich befriedigen darf
  • fragen, was man essen darf
  • tagsüber verschiedene Aufgaben erledigen
  • jedes Outfit per Bild absegnen lassen
  • fragen, ob man nach der Arbeit mit Kollegen etwas trinken gehen darf
  • jedes Getränk genehmigen lassen
  • sich vor dem Schlafengehen abmelden usw.

Es ist schnell ersichtlich: So etwas wird schnell zur Hauptbeschäftigung. Beruf, Kinder, Freunde oder Hobbys kann man da gleich ganz vergessen. Und das gilt sowohl für Dom als auch Sub. Denn aufgestellt sind Regeln schnell. Wer aber nicht fast ebenso schnell für Frust bei Sub sorgen will, muss diese Regeln auch durchsetzen und verfolgen.

Da genügt es also nicht zu sagen „Du machst ab jetzt immer das und das“. Denn wenn Sub sich wochenlang an eine Regel hält und dann merkt, dass Dom sie vergessen hat oder sich nicht dafür interessiert, dann ist der Frust groß. Mit Recht.

Machen mehr Regeln also wirklich auch mehr Spaß? Meiner Erfahrung nach nicht. Wie gesagt, artet es schnell in Stress aus, wenn man in wirklich jeder Lebenssituation überlegen muss „Wie war das? Was darf ich?“. Oder eben von Dom-Seite „Was hatte ich noch verboten?“.

Da gehen die Leichtigkeit und der Spaß an der Sache schnell verloren und gerade am Anfang ist der ja das A und O. Denn wer neu einsteigt und merkt, dass das alles keinen Spaß macht und nur anstrengend ist, der hört auch schnell wieder auf. Da ist es im BDSM wie mit dem Fitnessstudio oder dem Joggen. Genau wie dort gilt, auch beim BDSM langsam anfangen und dann steigern.

Überhaupt spricht für mich bei sehr vielen Regeln viel für Flexibilität.

Mein liebstes Beispiel sind da immer die Kleidungsvorschriften: Wer einer Frau vorgibt, dass sie ab sofort nie wieder Hosen tragen darf, sondern nur noch Röcke oder Kleider. Und in Verbindung damit aber auch nie wieder Unterhosen… Wie soll ich sagen? Der übersieht da einfach die Realität zu Gunsten des Kopfkinos. Mindestens einmal im Monat wird das sehr unschön. So ein Tampon oder eine Binde muss ja irgendwie halten.

Davon abgesehen gibt es Gelegenheiten, wo „unten ohne“ unpassend ist. Es gibt Wetterverhältnisse bei dem diese Regel die Gesundheit gefährdet und es gibt einfach auch Momente in denen Frau sich einfach so mal weniger Luftigkeit wünscht.

Jetzt soll es im D/s nicht immer nur um Wünsche gehen und Dinge sollen auch mal schwer fallen, aber ihr versteht was ich meine.

Solche Regeln kann man spannend finden. Man kann sie sich aber auch betrachten und überlegen „Für welche Fälle wird so eine Regel wirklich relevant?“. Klar, als Dom greift man dann gerne mal unter den Rock. Aber muss Sub sich deswegen sieben Tage der Woche danach richte und das sogar, wenn man sich gar nicht so häufig sieht?

Ich halte es immer so, dass ich im Bedarfsfall sage was sie tragen oder nicht tragen soll. Dafür braucht es keine Regel, die im Zweifelsfall eben sehr viel mehr Mühe macht, als sie am Ende an Freude wert ist.

Natürlich kann das jeder handhaben wie er und sie will. Was ich sagen will ist, dass der Umstand und der Aufwand den eine solche Regel bedeutet auch immer dem Ertrag an Freude und Lustgewinn der Beteiligten irgendwie entsprechen muss. Blöd gesagt, bei Wind und Wetter, auch während der Periode und das ganze Jahr kein Höschen tragen, damit Dom drei oder auch zehnmal unter den Rock greifen kann und dort keines vorfindet… Das finde ich überzogen.

Da bin ich wie gesagt lieber flexibel. Andere mögen das aber anders sehen. Das ist jedem selbst überlassen.

Meine Meinung zum Thema Regeln ist aber „Weniger ist mehr“ und ich war erfreut bei einer Umfrage neulich bei Twitter zu sehen, dass es in dieser Filterblase viele ähnlich sehen:

Bedenkt bei Regeln einfach, dass sie auch eingehalten und durchgesetzt werden müssen. Und da vermutlich keiner von uns Vollzeit Dom oder Sub ist, darf das nicht ausarten. So heiß ihr auch darauf seid all diese tollen Dinge endlich auszuprobieren: Lasst euch Zeit und steigert euch langsam. Probiert euch aus, was funktioniert für euch, was klang in der Fantasie besser? Seid auch nicht zu stolz eine Regel wieder zu kassieren, wenn sie nicht funktioniert.

Es ist übrigens oft keine dumme Idee Regeln aufzuschreiben, damit man sie nachlesen kann. Sowohl für Dom, als auch für Sub. Das hilft den Überblick zu bewahren.

Was ist eigentlich 24/7?

Das Stichwort 24/7 ist im BDSM ja fast ein Mythos und ein Kampfbegriff. Für die einen ein absolutes Muss, unter dem BDSM quasi nur Spielerei ist. Für die anderen Horror, bei dem spätestens jeder Spaß aufhört.

Wie so oft im BDSM gibt es aber keine feststehende Definition des Begriffs, nach der sich dann alle richten können. Und so ist es nicht einfach, festzustellen, was denn 24/7 bedeutet. Der Begriff an sich ist eine Abkürzung dafür, dass etwas über 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche andauert.

Im Bezug auf BDSM kann das aber ja nicht bedeuten, dass man so etwas wie eine Session 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche durchzieht. Jeder muss auch mal aus dem Haus, arbeiten, Freunde treffen etc. Jegliche sexuelle Interaktion muss auch mal pausieren und hinter anderen Dingen das Alltags zurückstehen.

Für mich steht 24/7 für zwei Dinge im BDSM. Das Verlassen des rein sexuellen Bereichs und die erweiterte Abgabe von Selbstbestimmung des devoten Parts.

24/7 bedeutet nicht, jeden Tag nackt durch die Stadt zu laufen. Es bedeutet auch nicht, dass der devote Part nicht mehr Luft holen oder auf die Toilette gehen darf, ohne um Erlaubnis zu fragen. Es bedeutet nicht einmal, dass es jeden Tag verzwickte Aufgaben und Regeln gibt, die den Tagesablauf bestimmen.

24/7 bedeutet etwas anderes. Es ist eine Geisteshaltung. Aus meiner Sicht ist 24/7 nicht der Fakt, dass der dominante Part alles und jedes Detail des Lebens kontrolliert und bestimmt. Es ist die ständige Bereitschaft des devoten Parts Eingriffe in die Selbstbestimmung zuzulassen. Und die Bereitschaft des dominanten Parts, auch aktiv einzugreifen.

Wie in meinem Artikel über den Rahmen, in dem wir BDSM leben beschrieben, sollte immer festgelegt sein, wie weit der Eingriff des dominanten Parts gehen kann und wo die Grenzen sind.

Hat man diesen Rahmen festgelegt und ist sich darin einig, dass diese Eingriffe auch ohne Ankündigung im Alltag stattfinden können und sollen, hat man 24/7. Auch dann, wenn man explizit die Zeiten bei der Arbeit ausgeschlossen hat. Auch dann, wenn man andere Dinge, wie Beziehungen zu Freunden, ausgeschlossen hat.

Wie weit man dabei geht ist dann nur begrenzt durch die Lebensumstände und das, was beide wollen. Sollen die Eingriffe sehr weit gehen und sehr tief sein, oder nur wenige Bereiche betreffen? Das wird durch den oben erwähnten Rahmen definiert.

24/7 hat also nichts mit ständiger und dauerhafter Abhängigkeit vom Partner zu tun. Nichts mit Verträgen, die nicht mehr zu lösen sind. Und nichts mit der völligen Aufgabe von Selbstbestimmung.

Auch diese Formen gibt es im BDSM. Sie werden dann aber unter anderen Begriffen zusammengefasst. Dazu gerne mal TPE (Total Power Exchange) oder CIS (Completely Irrevocable Submission) googeln.

24/7 ist nichts, wovor man Angst haben muss. Denn es lässt sich sehr skalieren und dosieren. Wenn man es mit einem vernünftigen Gegenüber zu tun hat (und nur dann sollte man solche tiefgreifenden Dinge angehen), dann kann das sehr spannend sein. Und man kann es im Kleinen ausprobieren und testen, wie gut man zurecht kommt. Und wie weit es Freude macht.

Es gibt also keinen Grund, sofort schreiend davon zu laufen, wenn der Begriff 24/7 beim Kennenlernen irgendwann fällt. Nichts, was dahinter steht, ist per se schlimm und gefährlich.

Wie bei allem im BDSM muss man sich einfach dessen bewusst sein, was man tut. Und man muss vorher ausführlich darüber kommunizieren, was man will und was man auf keinen Fall will. Bei klarer Definition dieser Punkte kann 24/7 eine spannende Bereicherung sein.

Dann ist auch 24/7 kein Mythos mehr und kein Kampfbegriff. Sondern es ist eine weitere Praktik im BDSM und eine Möglichkeit auszuloten, wie weit man gehen will. Wie weit man sich auf diese Form der Sexualität und auf einen Partner einlassen will.

Sicher ist aber auch, 24/7 ist nichts, womit man anfängt. Es ist etwas für Leute, die wissen, worauf sie sich einlassen. Und für Leute, die ihre Grenzen formulieren und setzen können. Denn wenn man das nicht tut, dann drohen eben doch Übergriffe, die man so nicht wollte.

Klassische Gebote und Verbote

„Welche Anweisungen oder Regeln soll ich denn meiner Sub geben?“ lautete die Frage, die mich über Tellonym erreichte.

Puh, was soll ich sagen? Kurz eigentlich nur: das, was dir und euch Spaß macht und worauf ihr Lust habt. Tobt euch aus, seid kreativ und findet heraus, was euch kickt. Erforscht und formt euer eigenes BDSM.

ABER, die Frage hat mich dann doch zum nachdenken gebracht. Und ja, es gibt sie natürlich: die Klassiker im BDSM. Regeln, die sich lange bewährt haben, die beliebt sind und gerne benutzt werden.

Also warum nicht mal versuchen, einen kleinen Überblick zu geben? Die All-Time-Favorites sozusagen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit natürlich.

Für die, die sich fragen „Wieso überhaupt Regeln?“, verweise ich auf meinen Artikel „Regeln sind wichtig„. Dort habe ich zu diesem Thema einiges erklärt.

Wie in besagtem Artikel angesprochen ist ein Klassiker natürlich alles, was mit Kleidungsvorschriften zu tun hat. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Keine Slips tragen, keine BHs tragen, nur Netzstrümpfe, nur Slips bestimmter Farbe oder Materialien tragen, nur Hose, nur Röcke, nur Kleider etc. Denkt euch aus, was ihr mögt und was euch gefällt. Und dann formuliert daraus eine Regel. Zu beachten ist hier nur das, was für alle diese Regeln gilt. Sie müssen umsetzbar sein und sie müssen durchgesetzt werden. Denn sonst entsteht schnell Frust.

Eine weitere Regel kann sein, dass Sub Dom nicht ansprechen und/oder überhaupt nur nach Erlaubnis reden darf. Das kann eine wunderbare Form der Reglementierung sein. Es kann dazu dienen ein normales Zusammensein besonders prickelnd zu machen. Allerdings ist hier natürlich Vorsicht geboten. Erstens macht es naturgemäß die Kommunikation schwer bis unmöglich. Das muss man beachten und wollen. Und je nach Persönlichkeit kann es sehr einschüchtern. Wer von sich aus nicht sehr kommunikativ ist, der wird dadurch womöglich endgültig verstummen.

Ähnliches kann man natürlich auch mit einer Variante umsetzen. Sub darf dann Dom nicht direkt anschauen, muss den Blick gesenkt halten. Auch das kann man, wie gesagt, machen. Auch das ist natürlich belastend für die zwischenmenschliche Beziehung und muss dosiert eingesetzt werden.

Sehr beliebt ist auch die Regel, dass Sub sich für Züchtigungen bedanken muss. Als Erniedrigung kann das sehr wirkungsvoll sein. Je nachdem wie hart die Strafe empfunden wurde, wird es noch schlimmer, wenn man sich dafür auch noch bedanken muss.

Besonders spannend wird es natürlich bei der Kontrolle der Sexualität. Wenn Dom diese übernimmt, dann kann die Regel oder besser das Verbot sich zu befriedigen genau richtig sein. Wie bei allen Regeln ist hier natürlich die Möglichkeit Fehlverhalten mit Strafe zu ahnden vorhanden und vielleicht verlockend. Aber wie bei allen Regeln sollte man aufpassen und der Versuchung nicht nachgeben. Regeln sollten ernst gemeint sein und nicht als Vorwand dienen.

Ebenfalls sexuell sind Regeln, die beispielsweise trainieren sollen. Ein Klassiker ist dabei das Training mit einem Plug. Der kann nach genauen Vorgaben regelmäßig tagsüber und im Alltag getragen werden. Ebenso sind bei weiblichen Subs auch Liebeskugeln möglich. Beides kann zur Stimulation und zum Training der Muskulatur verwendet werden. Plugs können da eben benutzt werden um zu dehnen und so anal besser zugänglich zu sein.

Auch die Anrede kann in Regeln gegossen und so genutzt werden um den Umgang miteinander zu regeln. Sowohl Titel wie Herrin, Herr, Master, Mistress oder auch Daddy sind denkbar. Aber auch die Variante, den dominanten Part zu siezen, ist beliebt. Das müssen allerdings auch beide wollen, denn für viele fühlt sich das merkwürdig an.

Wie erwähnt kann das nur ein kleiner Einblick sein und wie ebenfalls erwähnt: seid kreativ. Überlegt euch selber, was für euch passt und was euch gefällt. Wer nicht so gerne selber kreativ ist, der kann sich natürlich hier bedienen. Wobei ich davon nichts erfunden habe. Vieles wird schon seit vielen Jahren abgeschaut. Beispielsweise auch aus Büchern, wie zum Beispiel „Die Geschichte der O„. Auch das ist ok. Niemand muss sich schämen, weil er etwas nachmacht, das irgendwo aufgeschrieben ist. Allerdings sollte man eben auch nichts kritiklos nachmachen. Es muss eben auch zu einem selber, zum Partner und zur Situation passen.

Um auf das konkrete Beispiel des oben erwähnten Romans einzugehen, kann man ja auch nicht erwarten, als Sub in einem Schloss gefangen gehalten und benutzt zu werden, wenn der Partner in einer Zwei-Zimmer-Wohnung lebt. Alles muss eben zu denen passen, die es leben. Wenn das der Fall ist, dann wird es schon gut gehen. Und wenn sich herausstellt, dass es nicht so passt, dann kann man gemeinsam die Regeln ändern. Das kann einem keiner verbieten.

Strafe muss sein

Für viele Außenstehende besteht ja BDSM hauptsächlich aus Lack, Leder und Peitsche. Und die Peitsche ist natürlich dazu da den Arsch zu versohlen. Das wiederum wird gleichgesetzt mit Bestrafung.

Das ist natürlich ein Missverständnis. Was ist, wenn Sub es mag dass man ihr den Arsch (oder andere Körperteile) versohlt? Kann etwas eine Strafe sein, dass Sub eigentlich genießt? Nein, natürlich nicht.

Denn wenn ich von Strafen rede, dann meine ich wirkliche Strafen. Strafen, die Fehlverhalten sanktionieren. Schläge auf den Arsch, wenn sie eigentlich gewollt werden, sind da dann das falsche Mittel. Daher ist für mich auch nur weniges schlimmer als ein bewusster Regelverstoß, gefolgt vom neckischen Blick mit der Aussage „Da war ich aber böse. Werde ich jetzt bestraft?“. Ganz furchtbar. Entweder wir entscheiden uns für BDSM und einen gewissen Metakonsens oder nicht.

Sicher gibt es lockerere Varianten und Situationen. Aber wenn Regeln aufgestellt werden, dann müssen die gelten und eben auch konsequent durchgesetzt werden. Und dazu gehören dann Strafen. Wenn ihr oder Sub Lust haben den Arsch zu versohlen oder versohlt zu bekommen, dann macht das. Und wie oben erwähnt, können Strafen nichts sein, was Spaß macht.

Wenn Sub keine Konsequenzen aus Fehlverhalten spürt, warum soll sie sich dann an Regeln halten?
Und wenn die Konsequenzen Spaß machen, warum soll sie sich dann an Regeln halten?

Wie dann gestraft wird, das hängt völlig von den Umständen und den Vorlieben ab. Wenn ihr BDSM nur sexuell lebt, dann kann es ein Verbot des Orgasmus sein oder ähnliches. Wenn ihr D/s lebt und das auf den Alltag ausdehnt, dann kann es auch ein Verbot sein am Wochenende auszugehen, Nachtisch zu essen oder im Bett zu schlafen. Auch gezielte Erniedrigungen können Strafen sein.

Aus meiner Sicht gibt es ein paar klare Grundsätze was Strafen betrifft:

  • Strafen müssen weh tun und das wie dargelegt nicht zwingend im körperlichen Sinn.
  • Strafen müssen angemessen sein. Also keine überzogenen Strafen für kleine Vergehen.
  • Es muss immer klar sein, wofür bestraft wird.
  • Strafen sollten zeitnah erfolgen. Auf keinen Fall Wochen nach dem eigentlichen Fehlverhalten.
  • Bestraft werden kann nur für Regeln, die auch vorher klar waren. Spontan Regeln aufzustellen gegen die dann eben verstoßen wurde ist ein NoGo.
  • Das Fehlverhalten muss mit der Strafe abgegolten sein. Tage oder gar Wochen später noch einmal vorhalten „damals hast Du…“ geht gar nicht.

Wenn man sich an diese Grundsätze hält, dann wissen beide woran sie sind. Und das ist für diese Art von BDSM einfach unerlässlich.

Und wie eigentlich bei allem was BDSM betrifft hilft es, wenn man kreativ ist. Seid also kreativ bei den Strafen. Denkt euch etwas aus, dass Sub überrascht. Weniges ist so langweilig wie das Wissen „Wenn ich das mache, dann wird er das machen.“
In dem Zusammenhang finde ich Strafkataloge ganz besonders schlimm. Ja, es hilft natürlich Klarheit zu schaffen wenn man weiß was einem droht. Aber es ist auch so unglaublich langweilig. Oder nicht?

Noch etwas, dass aus meiner Sicht ganz schlimm ist, sind Strafpunkte für Fehlverhalten. Sind wir hier in Flensburg bei den Verkehrssündern? Dieses Vergehen gibt so und so viel Punkte und wenn genügend Punkte zusammen sind, dann setzt es diese Strafe? Ich muss bei so etwas immer an die Frage an der Supermarkt denken: „Sammeln sie Punkte?“. Manche Sub sicher ja. Ich finde diese Form ganz schlimm und verwende sie nie. Aber wenn es euch Spaß macht oder hilft… Jeder wie er mag. 😉

Thema Konsequenz

Kommen wir zu einem zweiten Punkt aus dem unten genannten Tweet:

Thema Konsequenz. Wie hängt Konsequenz mit BDSM zusammen?

Wir alle geben einer Sub gerne Regeln vor oder stellen ihr Aufgaben. Und Sub wird immer gerne die Regeln ihres Herrn befolgen und seine Aufgaben erfüllen. Wir mögen es der Sub Regeln zu setzen und es liegt in der Natur einer Sub, dass sie Regeln und Grenzen gesetzt bekommen möchte.

Aber weniges in der Beziehung zwischen Dom und Sub ist so destruktiv, wie wenn man Regeln aufstellt und diese dann nicht durchsetzt. Oder wenn man eine Aufgabe gibt und sich dann nicht dafür interessiert, ob und wie sie umgesetzt wurde. Sub muss sich dann zurückgesetzt fühlen. Denn sie hat im Zweifelsfall Mühe auf sich genommen um eine Aufgabe zu erfüllen. Oder es ist ihr sehr schwer gefallen, sich an eine Regel zu halten. Wenn sie dann bemerkt, dass es dem Dom egal ist. Wenn sie merkt, er kontrolliert es nicht oder fragt nach, dann wird sie enttäuscht sein. Beim ersten Mal wird sie es vielleicht noch verzeihen. Aber irgendwann verliert sie zu Recht des Respekt. Denn der Dom schätzt ihre Unterwerfung nicht, wie er es sollte.

Und warum sollte sie dann noch weiter gehorchen und sich an die Regeln halten? Wenn wir auf dem Heimweg mit dem Auto wissen, dass auf einer Straße nur 50 km/h erlaubt sind, wir wissen aber auch, dass dort nie kontrolliert wird und auch nie andere Leute unterwegs sind, halten wir uns vielleicht anfänglich an die Regel. Irgendwann aber vermutlich nicht mehr.

Sicher gibt es immer Situationen in denen uns das Leben dazwischen kommt und man eine Aufgabe vergisst. Das passiert Sub und auch Dom. Aber das ist nicht gemeint.

Haben wir also Aufgaben gestellt oder Regeln vorgegeben, dann müssen wir konsequent sein. Dann müssen die Regeln durchgesetzt und Aufgaben auch mal abgefragt werden. Wobei es aus meiner Sicht bei Aufgaben immer auch so sein kann, dass man von deren Erfüllung ausgeht. Eine Sub muss nicht immer kontrolliert werden wie ein Kind. Aber in der Regel wird sie die Aufmerksamkeit genießen wenn der Herr prüft ob sie alles erfüllt hat. Das ist meine Erfahrung.

Hat sich die Sub nicht an eine Regel gehalten, dann bedeutet konsequent sein, dass sie bestraft werden muss. Auch hier nicht, weil es dem Dom Spaß macht. Das kann es natürlich auch. Aber in dem Fall ist es nötig, um den Metakonsens der Beziehung aufrecht zu erhalten.
Das ist die Konsequenz die ich meine.

Wer als Dom nicht die Konsequenz und auch Disziplin aufbringt seine Sub auch zu kontrollieren, der wird ein Problem bekommen.

Stellt als Doms also keine Regeln auf, die ihr nicht bereit seid auch durchzusetzen. Gebt keine Aufgaben deren Erfüllung euch egal ist. Damit schadet ihr euch ganz schnell selber. Eine Regel verpflichtet nicht nur die Sub, sie verpflichtet auch den Dom sie durchzusetzen.

Noch einmal: wenn Sub das Gefühl bekommt, es ist egal ob sie tut was der Dom sagt, dann wird sie es irgendwann vielleicht einfach nicht mehr tun. Und das dann mit Recht. Also heißt es für den Dom im Umgang mit der Sub: konsequent sein.