Wie gestaltet man eine Session?

Gehen wir mal davon aus ihr habt euch gefunden. Ihr habt die Checkliste abgehakt, die Sub hat einen guten Dom gefunden oder umgekehrt. Ihr habt auch schon euren gemeinsamen Rahmen abgesteckt von dem was ok und gewollt und von dem was nicht gewollt ist. Aber was dann?

Irgendwann kommt der Moment eine ersten Session oder BDSM-Handlung oder wie ihr es nennen wollte. Manchmal ganz spontan, oft aber nicht. Oft ist es verabredet und geplant. Beide haben lange Zeit vorher darüber nachzudenken.

Aber während der devote Part da naturgemäß eher abwarten kann oder muss, obliegt es dem dominanten Part das Ganze in irgendeiner Form zu planen. Das ist der Punkt an dem alle Dominanten irgendwann stehen. Da beschäftigen einen Fragen wie: „Wie gestalte ich das Ganze nun?“ und „Was ist, wenn mir mal nichts einfällt?“.

Was man in diesem Moment braucht sind Fantasie, Spieltrieb, den vereinbarten Rahmen und sein Handwerkszeug. Darunter würde ich in dem Moment alles verstehen, was man an Seilen, Ketten, Schlagwerkzeugen etc. verwenden will und kann.

Ich persönlich visualisiere dann in einem ersten Schritt das Treffen. Sprich, ich stelle mir vor was passiert. Wo treffen wir uns? Kenne ich die Location? Was weiß ich darüber? Komme ich zuerst an oder ist sie zuerst dort? Welche Gegebenheiten finde ich dort vor?

Einmal hatte ich ein Hotelzimmer gebucht, wusste aber nicht, dass das Hotel verspiegelte Fenster haben würde, durch die man von außen ungesehen über die ganze Stadt schauen konnte. Sobald ich das gesehen hatte war klar, dass ich meine Sub nackt am Fenster würde platzieren müssen. Solche Situationen muss man natürlich spontan mit nehmen.

Dann überlege ich, was von meinem Handwerkszeug ich vermutlich benutzen werde. Was davon ist am Anfang sinnvoll, was erst später, weil es vielleicht etwas Vorlauf braucht. Beispielsweise Schlagwerkzeuge die erst zum Einsatz kommen, wenn beide schon etwas aufgewärmt sind.

Dabei habe ich natürlich auch immer Blick was vereinbart war. Was kickt sie besonders? Welchen Schwerpunkt möchte ich setzen? Oder haben wir etwas vereinbart, dass vorkommen soll? Und ganz wichtig, welche Stimmung will ich insgesamt erzeugen? Als Dom setzt ihr in dieser Situation den Ton. Wollt ihr besonders streng sein, eher nachgiebig? Was ist in der aktuellen Stimmung zwischen euch der richtige Ton?

Aus all diesen Informationen entsteht im Kopf ein ungefährer Plan. „Situation Eins, Ort X, ich fange an mit… Situation Zwei, Ort Y, weiter mit…“.

Wenn ihr nicht ein ganz konkretes Szenario plant, vielleicht ein Rollenspiel oder so, dann macht das Ganze nicht zu konkret. Lasst euch selber Freiheiten und Spielräume. Das fällt natürlich umso leichter, je öfter man das schon gemacht hat. Am Anfang hält man sich vielleicht einfach zu sehr an dem fest, was man sich vorher überlegt hat.

So reift ein grober Ablauf im Kopf: „Erst hier diese Aktion, dann rüber nach da, dann die Gerte…“. Mehr hat man eigentlich nicht. Mit dem oben erwähnten Spieltrieb und der Lust am Ganzen fällt euch der Rest dann schon ein wenn es so weit ist.

Nun aber zum vermutlich wichtigsten Tipp von allen. Seid immer bereit all dass oder einzelne Punkte davon über Bord zu werfen. Ohne zögern. Zack, gestorben.

Wenn ihr merkt, es passt gerade etwas nicht, dann nicht krampfhaft daran hängen und denken „aber jetzt solle es doch so weiter gehen“. Nein. Weg damit und etwas anderes machen. Oder auch wenn ihr spontan auf etwas Lust habt dass gar nicht geplant war, warum nicht? Auch wenn das alles andere was ihr euch überlegt hattet über den Haufen wirft. So what?

Bei niemandem auf der Welt verläuft jede Session so, wie sie vorher überlegt oder geplant war. Das ist normal und ist sogar Teil des Spaßes. Vor allem: macht nicht den Fehler in der Situation irgendetwas nachzuhängen, dass vermeintlich „nicht geklappt hat“. So lange ihr im Flow seid ist alles gut. Euer Gegenüber weiß ja im Zweifelsfall gar nicht was „eigentlich geplant“ war. Also locker bleiben und weiter genießen, sonst macht ihr es euch nur selber kaputt.

Klammert euch also nicht an euren Plan. Tut euch selber den Gefallen und seid bereit ihn spontan zu ändern und fallen zu lassen. Das ermöglicht euch und eurem Gegenüber unendlich mehr Freiheit und Lockerheit. lasst euch außerdem gesagt sein, dass sich aus diesen spontanen Planänderungen oder Umwegen oft die besten und aufregendsten Situationen entwickeln.

Kurz gesagt, plant so viel wie nötig, aber auch nicht zu viel. Lasst euch innerhalb dessen was ihr gemeinsam vereinbart habt von eurer Fantasie und eurem Spieltrieb leiten. Überlegt vorher, was ihr an Gegebenheiten vorfindet. Seid aber auch bereit alles über den Haufen zu werfen, wenn die Situation es verlangt oder sinnvoll erscheinen lässt. Ansonsten: genießt es so gut ihr könnt.

Faszination Kennzeichnungen

Freundschaftsarmbänder, Eheringe, Band-Shirts, Partnerlook, Fußballtrikots. Zusammengehörigkeit zu zeigen ist etwas, dass in der Natur des Menschen tief verankert ist. Wir fühlen uns gut aufgehoben, wenn wir zu einer Gruppe gehören und demonstrieren das dann auch gerne. Wobei „Gruppe“ in einer Ehe mit dem dazugehörigen Ehering ein großes Wort ist. Aber ihr versteht schon was ich meine.

Diese Zusammengehörigkeit hat zwei Auswirkungen: Nach außen gerichtet sagt sie „Wir gehören zusammen. Wir teilen etwas miteinander“. Aber auch nach innen gerichtet sagt sie dem Mitmenschen oder Partner „Wir gehören zusammen. Ich gehöre zu dir. Du gehörst zu mir.„.

Und natürlich findet diese menschliche Neigung zu Zeichen und Zusammengehörigkeit auch ihre Entsprechung im BDSM.

Zum einen gibt es Erkennungszeichen mit denen man sich nach außen als jemand zu erkennen geben kann, der BDSM zugeneigt ist. Beispielsweise ist der „Ring der O“ so ein Zeichen oder auch die Triskele. Sieht man jemanden eines von beidem oder beides tragen, dann ist das ein guter Hinweis darauf, es mit einem oder einer Gleichgesinnten zu tun zu haben. Wobei die Triskele als Schmuck natürlich auch sonst gerne Verwendung findet.

Diese Zeichen dienen oft dazu, sich anderen versteckt zu erkennen zu geben. Weniger häufig hat das Tragen einen sexuellen Aspekt.

Im Gegensatz dazu gibt es andere Arten der Kennzeichnung, die weniger subtil sind.

Grob gesagt gibt es drei verschiedene Spielarten: Kurzfristige, leicht zu entfernende und dauerhafte Kennzeichnungen.

Kurzfristige Kennzeichnungen können mit Lippenstift, Edding, Klebetattoos oder anderen abwaschbaren Mitteln angebrachte Beschriftungen sein. Sie besagen für den Moment „Du gehörst mir„, sind aber leicht zu entfernen.

Weiterhin fallen mir als leicht zu entfernende Kennzeichnungen, der oben erwähnte „Ring der O“ ein. Aber auch andere Ringe, Halsbänder oder Piercings. Hier besonders beliebt natürlich das Intimpiercing, da sie dort angebracht natürlich die deutliche Botschaft „MEINS“ senden können.

Ein ebenfalls nicht zu unterschätzendes Kennzeichen ist bei männlichen Subs der Keuschheitsgürtel. Er erfüllt den ganz praktischen, aber eben auch den übertragenen Zweck Besitz anzuzeigen.

Dauerhafte und nicht mehr (so einfach) zu entfernende Kennzeichnungen sind Tätowierungen und Brandings. Bei einigen sind auch Halsbänder beliebt, die man nur mit bestimmten Schlüsseln entfernen kann. Diesen hat dann natürlich der dominante Part in Besitz.

Unter den genannten Kennzeichnungen kann man zwei weitere Unterteilungen machen: Die nach außen sichtbaren und die nach außen unsichtbaren Kennzeichnungen.

Eine Tätowierung kann so angebracht sein, dass sie zumindest im Sommer viele sehen können oder so, dass sie gerade mal der Arzt zu sehen bekommt. Auch Halsbänder können zwar sichtbar, aber subtil oder auch sehr eindeutig sein. Es kommt immer darauf an, was man wem damit vermitteln will.

Genau das ist der Punkt: Die Art der Kennzeichnung macht den Unterschied. Wie oben erwähnt ist es nämlich auch im BDSM so, dass sie nach außen und nach innen wirken und unterschiedliches Aussagen haben. Ein Halsband oder ein Ring können nach außen sagen „Wir gehören zusammen. Wir sind ein Paar.“. Im Innenverhältnis sagen sie aber oft „Du gehörst mir.“, was im BDSM-Kontext etwas ganz anderes besagt, als im Vanilla-Kontext.

Wer ein Halsband annimmt und trägt und es vielleicht sogar nach außen zeigt, der geht damit eine Verpflichtung ein. Genauso wie die Person, die das Halsband gibt. Es bedeutet Zusammengehörigkeit und im Metakonsens des BDSM auch ein „Ich gehöre dir“ oder „Du gehörst mir“.

Ebenso verhält es sich natürlich mit den anderen Zeichen. Ich persönlich mache da keinen Unterschied, ob es sich um leicht zu entfernende oder dauerhafte Kennzeichen handelt. Es zählt der Gedanke dahinter und die Beteiligten sollten sich dieses Gedankens vorher bewusst sein.

Genauso wie Spuren von Schlägen können aber auch kurzfristige Kennzeichnungen einen großen Reiz haben. Eine Beschriftung mit Edding oder ein Klebetattoo kann ein großer sexueller Kick sein. Etwas, dass man mitnimmt und noch stunden- oder tagelang genießt, ohne aber damit gleich eine tiefe Verpflichtung eingegangen zu sein. Außerdem kann so etwas als Vorstufe dienen, um zu sehen, wie es sich anfühlt so ein Zeichen zu tragen.

Wie ihr seht gibt es viele Abstufungen und Varianten was Kennzeichnungen angeht. Für viele sind sie ein großer Reiz und manche von ihnen sind im BDSM vergleichbar mit Ehe- oder Verlobungsringen unter Vanillas.

Bevor ihr aber zu dauerhaften Kennzeichnungen greift, seid euch verdammt sicher. Tattoos beispielsweise wieder los zu werden kann teuer und schmerzhaft sein und ständig an intimer Stelle den Namen eines oder einer Verflossenen zu haben, will ja auch niemand.

Mit Kennzeichnungen zu spielen ist extrem reizvoll. Es vermittelt beiden Seiten ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und eben auch dieses Gefühl von „Dein Arsch gehört mir„. Greift nicht gleich zum Extrem, sondern tastet euch heran. Vor allem aber, seid auch sicher, dass ihr beide das gleichermaßen ernst nehmt. So vermeidet ihr Enttäuschungen.

„Aua ist kein Safeword“

Ein alter Gag in BDSM-Kreisen lautet „Aua ist kein Safeword.“. Tatsächlich steckt darin aber sehr viel Wahrheit.

Aber zuerst einmal: was ist ein Safeword? Ein Safeword ist eine Sicherheitsmaßnahme im BDSM. Es ist ein Wort, dass der devote Part benutzen kann um das Machtgefälle zu durchbrechen und zu signalisieren, dass er die Situation beenden möchte. Im Idealfall benutzt man dazu ein Wort, dass in der Situation völlig fremd und fehl am Platz wirkt. Eben, damit es sofort ausfällt.

Und damit kommen wir zurück zum Gag im ersten Absatz. In einer BDSM-Situation ist „Aua“ natürlich etwas dass vorkommen kann. Und „Aua“ soll es ja teilweise machen. Daher ist „Aua“ ein ungeeignetes oder eben gar kein Safeword. Viele verwenden dagegen das Wort „Mayday“ oder etwas völlig fremdes, dass in einer BDSM-Situation unpassend ist und nicht gesagt wird. Das kann alles sein „Kürbis“ oder „Apotheke“ oder was ihr wollt.

Wichtig ist bei der Wahl des Safewords nur, dass es euch im entsprechenden Moment auch einfällt. Und dass es leicht auszusprechen ist. „Rhododendron“ oder „Xylophon“ sind also eher unpraktisch.

Warum aber braucht man ein Safeword? Nun, es kann in jeder BDSM-Session eine Situation entstehen, in der sich der devote Part unwohl fühlt und die Situation beenden möchte. Diese Möglichkeit muss der devote Part IMMER haben, wenn er das möchte. Das ist der Konsens im BDSM. Der devote Part gibt die Macht zeitweilig ab, ist aber natürlich nicht völlig rechtlos. Auch diese Formen gibt es zwar, darum soll es hier aber heute nicht gehen.

Übrigens ist es auch sehr wichtig festzuhalten, dass das Nutzen eines Safewords keine Schande ist. Weder der dominanten noch der devote Part müssen etwas falsch gemacht haben wenn das Safeword zum Einsatz kommt. Keine der beiden Seiten sollte den Einsatz des Safewords als Problem oder gar als Niederlage sehen. Allerdings sollte man, wenn es eingesetzt wurde darüber reden. Klären, was los war, damit beide aus der Situation lernen können.

Was ist aber, wenn der devote Part in der Session nicht reden kann? Sei es wegen eines Knebels oder weil der Mund zugehalten wird? Für diese Fälle sollte man ein Klopfzeichen ausmachen. Auch in dieser Situation muss für den devoten Part eine Möglichkeit bestehen auszusteigen.

Damit das auch gesagt wurde: wer als dominanter Part weiter macht obwohl der devote Part es mit Safeword beenden wollte, der begeht Missbrauch. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich habe es oben schon erwähnt. Es gibt auch die BDSM-Spiele, in denen beide absichtlich auf ein Safeword verzichten. Warum? Beispielsweise, weil sie Grenzen ausloten wollen und der devote Part die Erfahrung sucht absolut und vollkommen in den Händen des anderen zu sein.

Das kann man machen. Aber das ist absolut nichts für Anfänger. Wer auf Safewords oder andere Sicherheitsmaßnahmen komplett verzichtet, der verlässt den Boden von SSC und begibt sich in den Bereich von RACK. Das kann man machen. Aber man sollte genau wissen was man tut.

Ebenfalls zu beachten ist natürlich auch, dass es Spiele gibt, die man nicht abbrechen kann. Die, wenn man sie einmal angefangen hat, einfach ausgehalten werden müssen. Solche Spiele nennt man Tunnelspiele. Ich habe mich neulich in einem Artikel damit beschäftigt.

Kommen wir aber noch zu einer Variante, die ich persönlich bevorzuge. Der sogenannte Ampelcode. So lange alles im grünen Bereich ist, gibt es keinen Grund etwas einzuwenden. Kommt der devote Part aber in die Situation, dass etwas zu heftig wird, zu schmerzhaft oder sonst irgendwie zu schwer, dann sagt er „Orange“. Wie wenn eine Ampel auf Orange springt. Für den dominanten Part ist dass das Signal etwas langsamer zu machen oder nicht fester zuzuschlagen. Die Session kann aber weiter laufen.

Kommt es aber so weit, dass der devote Part wirklich abbrechen möchte, dann kann er das Stopsignal setzen und „Rot“ sagen. Damit signalisiert der devote Part dem dominanten Part „Ich will, dass das sofort aufhört.“ Wie eben auch bei der Benutzung des Safewords.

Für mich persönlich ist das angenehmer. Denn es bietet mehr Möglichkeiten der Steuerung. Für mich und für die Sub. Aber das ist natürlich reine Geschmackssache. Jeder entscheidet sich da für die Methode, mit der man sich am wohlsten fühlt.

Abschließend sei noch einmal gesagt: als Sub auf ein Safeword zu bestehen ist völlig ok. Gerade als Anfänger wäre es sogar unvernünftig darauf zu verzichten.

Das Safeword dann auch zu benutzen ist keine Schande. Und es muss auch nicht das Ende der Session bedeuten. Man muss danach nur vernünftig miteinander reden, sehen wo das Problem lag und dann, je nachdem was beide wollen, weiter machen oder sich doch lieber auf ein andermal vertagen.

Und wie gesagt, ein Safeword zu missachten ist kein Kavaliersdelikt. Wer das tut, der missbraucht mindestens seine Macht oder begeht sogar eine Straftat.

„Bin ich als Sub gut genug?“

Immer wieder lese ich Sätze wie „Die ist als Sub viel weiter als ich.“ oder „Bin ich ihm als Sub überhaupt gut genug?“. Gerade neulich habe ich erst wieder die Frage gehört „Klappt das bei anderen Frauen nicht schneller?“.

Dass unsere Gesellschaft Frauen oft untereinander vergleicht und bewertet ist nicht neu. Ganze TV-Formate wie „Germanys Next Topmodel“ oder „Der Bachelor“ basieren darauf, dass bewertet wird wer schlanker, hübscher, netter und sexier ist. Interessanterweise geht es selten darum, wer gebildeter, intelligenter oder schlagfertiger ist.

Aber auch Frauen untereinander bewerten und vergleichen sich. Und selten führt das zu etwas Gutem und Gesunden.

Wer über eine Bekannte herzieht wegen ihrer Kleidergröße, ihre Frisur oder sonstigen Äußerlichkeiten, der betreibt „Bodyshaming„. Das nur dazu beiträgt, dass zu verfestigen worunter viele leiden.

Wer eine Kollegin Schlampe nennt und über ihr Sexleben herzieht, der betreibt „Slutshaming„. Und das führt nur dazu, dass weibliche Sexualität weiter schlecht geredet wird. Da ist mehr Toleranz angeraten.

Die Ursache für dieses Verhalten liegt vermutlich in dem, was wir von Kindheit erfahren. Jungs sind immer toll, egal was sie tun. Sie werden gelobt und halten sich dann manchmal auch irgendwann für die Größten.

Mädchen dagegen sollen immer nett sein, hübsch aussehen und brav sein. Das führt natürlich dazu, dass man irgendwann nur noch auf die anderen schaut und sich argwöhnisch im Blick hat. Dazu kommen dann noch Vorbilder wie aus oben genannten TV-Sendungen und wir müssen uns nicht wundern.

Nun bin ich kein Soziologe und komme endlich zum Punk, um den es mir eigentlich gehen soll. Denn im BDSM sollten diese Vergleiche überhaupt keinen Platz haben.

Im BDSM sollte es niemals darauf ankommen mehr auszuhalten als jemand anderes. Es sollte nie darauf ankommen etwas schneller oder besser zu machen als jemand anderes. Es sollte nie darauf ankommen überhaupt mit anderen verglichen zu werden. Wie ich schon in einem früheren Beitrag versucht habe darzulegen ist BDSM kein Leistungssport!

Hier sollte nicht die Zahl der Schläge ermittelt werden um zu sehen wer gewonnen hat. Das ist aus meiner Sicht völliger Unsinn.

Und wenn eine Sub sich nicht vor den Dom kniet, dann sollte sie sich nicht fragen, ob eine andere Sub das sicher zu dem Zeitpunkt der Beziehung schon schaffen würde. Sie sollte sich eher fragen, ob sie sich denn überhaupt hinknien WILL. Und wenn nein, dann sollte sie das sagen. Und wenn sie es will, aber nicht schafft, dann sollte sie das Gespräch mit dem Dom suchen und nicht an sich zweifeln.

Dieser Druck den man sich selber und anderen macht ist vollkommen ungesund. Er führt zu Unzufriedenheit, Verkrampfung und allerlei weiterer Dinge, die man in seiner Sexualität nicht haben möchte.

Und a propos ungesund. Richtig ungesund wird es, wenn ein Dom diesen Hebel benutzt um seine Sub unter Druck zu setzen. Nach dem Motto „Die XY kann das aber besser.“ oder „Die XY hatte damit nie Probleme.“ Wer das macht liebe Subs, der ist dann eben ein Arschloch und sollte mit der Antwort „Dann geh doch zur XY.“ stehengelassen werden.

Ganz ehrlich, diese Form von emotionaler Erpressung braucht im BDSM niemand. Die braucht kein Mensch in keiner Form der zwischenmenschlichen Beziehung.

Der devote Part ist im BDSM häufig in einer emotionalen Lage, in der er verwundbar ist. Wie übrigens der dominante Part auch gelegentlich. Und in dieser verwundbaren Lage der absoluten Offenheit, braucht es Empathie. Niemand will und soll wie ein rohes Ei behandelt werden. Aber emotionale Erpressung ist dadurch in dieser Konstellation noch grenzwertiger als in anderen Situationen.

Im BDSM geht es nur darum, was euch und eurem Gegenüber Spaß macht. Was eure Bedürfnisse befriedigt. Was andere davon halten, ob andere das vermeintlich anders oder besser machen, ist völlig egal. Der Begriff „besser“ ist im BDSM sowieso unangebracht. Wie soll man messen was „besser“ ist? Ob es euch gut tut, ist alles was zählt.

Und um es noch einmal klar zu sagen, wer euch zu etwas bringen oder überreden will, in dem er aufführt, dass andere das auch/besser/schneller machen, der hat eure Aufmerksamkeit nicht verdient und eure Unterwerfung schon gar nicht. Der missbraucht seine Macht und streichelt höchstens sein Ego. Aber der Verantwortung die man als Dom trägt, kommt er ganz sicher nicht nach.

Toleranz statt Kinkshaming

In einem sehr guten Artikel über die Akzeptanz von BDSM habe ich neulich den Satz gelesen „Politische Karrieren sind ruiniert, wenn Politiker mit BDSM in Zusammenhang gebracht werden.“

Und das stimmt vermutlich. Heute kann man als Politiker sagen man sei homosexuell. Das schadet einer Karriere nicht (mehr). Man kann damit Oberbürgermeister und Außenminister werden. Stellen wir uns vor, ein Politiker oder eine Politikerin würde sich als BDSMer outen. Da wäre etwas los und die Karriere vermutlich vorbei. Interessant wie ich finde.

Tatsächlich war das aber nur der Aufhänger für das, womit ich mich in diesem Beitrag beschäftigen möchte. Denn alle die BDSM leben begegnen Menschen, von denen sie sich Toleranz wünschen. Bei vielen ist es aber mit der Toleranz schnell vorbei, wenn sie sie selber anderen gegenüber haben müssten. Nämlich denen gegenüber, die andere Spielarten leben als die, die sie selber gut finden.

Oft wird im BDSM nach dem Motto gehandelt „Ich bin vielleicht pervers, aber das ist ok. Nur dass was Du da machst, das geht ja gar nicht.“ Es ist eben wie immer. Die eigenen Vorlieben sind voll ok. Aber was andere machen wird genauesten begutachtet und vor allem bewertet. Mit welchem Recht fragt man sich.

Egal wie sehr eine Neigung von Vanillas als pervers beurteilt wird. Die, die das mögen finden sie in den meisten Fällen ok und leben sie gerne aus. Die selben Leute schauen aber mit Vergnügen auf andere herab deren Neigung „so gar nicht geht“.

Sich den Arsch blutig schlagen zu lassen ist ok? Sich gerne erniedrigen lassen aber nicht Sich wie ein Päckchen verschnüren und unter die Decke hängen lassen, völlig harmlos? Aber sich Windeln anziehen ist abartig? Petplay ok? Vergewaltigungfantasien aber krank? DDLG pervers? Latexfetisch aber easy? Die einen leben ihre Neigung SSC aus und finden die abartig, die sie nach RACK ausleben?

Ich finde diese Bewerterei und Herabsetzung anderer ist reine Heuchelei und ich kann damit gar nichts anfangen. Das ist Kinkshaming. Dieser Begriff bedeutet, dass man die Neigung anderer bewertet und die Menschen für das herabwürdigt worauf sie stehen. Das steht aus meiner Sicht keinem zu.

Für viele Leute ist genau das völlig ok worauf ganz konkret sie selber stehen. Und alles drum herum ist abartig. Damit haben sie viel gemeinsam mit den Bigotten die schon immer in der Geschichte alles abgelehnt haben, dass nicht in ihr Weltbild passte.

Zur Toleranz gehört eben gerade auch, dass man die Leute ihr Leben leben und auch Dinge ausleben lässt, deren Reiz man selber nicht nachvollziehen kann. Ohne dass man sie bewertet. Toleranz ist nichts wert, wenn man sie nur denen gegenüber hat, die sowieso dasselbe machen wie man selber.

Aber um das auch klar zu sagen: jede Toleranz hört für mich natürlich dort auf, wo anderen geschadet wird. Und Toleranz hört bei mir auf wo andere intolerant sind.

Natürlich heißt Toleranz anderen Neigungen gegenüber auch nicht, dass man alles kritiklos hinnehmen muss. Kritische Fragen darf man immer stellen. Und kritische Fragen sollten nicht immer gleich als Angriff verstanden werden.

Manche Aktivitäten sind grenzwertig. Auf Risiken hinzuweisen ist dann geradezu Pflicht. Wenn sich jemand in Gefahr bringt, dann kann die Antwort natürlich nicht sein „Ach, lass mal. Muss er/sie selber wissen.“. Das wäre Gleichgültigkeit. Das ist selbstverständlich nicht, wofür ich eintrete. Wo man Probleme und Gefahren sieht, sollte man auch einschreiten.

Aber was ich mir wünschen würde, ist mehr Offenheit gegenüber den Dingen, die andere genießen, die wir selber aber nicht mögen oder für reizvoll halten.

Wenn sich jemand gerne wie ein Pferd vor eine Kutsche spannen lässt, dann lasst sie. Nicht einmal dass dadurch arbeitslos gewordene Pferd dürfte sich beschweren. Wenn jemand gerne als Furry herum läuft, dann lasst sie. Wem schaden sie denn?

Wenn ihr selber einen Kink habt, den ihr aus Angst vor der Reaktion der anderen verheimlicht, dann solltet ihr doch gerade wissen wie es ist von anderen für etwas bewertet und verurteilt zu werden, dass ihr gerne mögt und dass euch vielleicht sogar mit ausmacht.

Also geht offen und tolerant mit anderen um. Wir brauchen gerade in dieser Zeit mehr Offenheit, mehr Toleranz gegenüber Andersdenkenden und Andersliebenden und nicht weniger.

Widerspruch BDSM und Feminismus?

BDSM und Feminismus. Feminismus und BDSM. Für viele sind das Gegensätze. Für andere nicht. In jedem Fall ist es ein heikles Thema.

Ich will hier gar nicht den radikalfeministischen Ansatz besprechen, nach dem BDSM per Definition frauenfeindlich ist. Nach diesem Ansatz ist auch Sex zwischen Mann und Frau an sich frauenfeindlich. Zumindest wenn ich das richtig verstanden habe.

Was mich aber umtreibt ist der Zwiespalt in dem eine Frau heutzutage steht, wenn sie in aufgeklärten Zeiten aufgewachsen ist. Wenn sie immer gelernt hat, dass Frauen selbstbestimmt und und gleichberechtigt sein sollen. Und das sollte selbstverständlich so sein.

Aber dann stellt sie in sich fest, dass Sie sich sexuell gerne unterwirft. Schon oft haben mir Frauen in Unterhaltungen erzählt, dass sie damit ein großes Problem hatten oder noch haben. Vor allem in der Phase, in der sie sich ihrer Neigung erst bewusst werden mussten. Wie kann man immer dafür eintreten gleichberechtigt behandelt zu werden und dann darauf stehen geschlagen und dominiert zu werden fragen sie sich dann. Über diese Hürde der Akzeptanz der eigenen Neigung auch schon früher geschrieben und es ist für viele ein echtes Problem.

Um das klar zu sagen: ich bin absolut für Gleichberechtigung. Frauen sollten die selben beruflichen Chancen haben, sollten für gleiche Arbeit das gleiche Geld bekommen und sollten in Gremien, auf Podien etc. gleichberechtigt vertreten sein. Das ist meine politische Ansicht.

In meiner Sexualität aber sehe ich das anders. Da liebe ich es zu dominieren und zu bestimmen. Zu erniedrigen und zu führen.

Für mich ist das in keiner Weise ein Widerspruch. Und auch für Frauen sollte es das nicht sein.

BDSM ist eine Neigung. Meiner Erfahrung nach entscheidet man sich nicht auf BDSM zu stehen. Ebenso wenig wie man sich entscheidet homosexuell zu sein. Das ist für mich schon einmal ein Punkt, weshalb es Unsinn ist jemandem BDSM ausreden oder verbieten zu wollen. Früher wurden auch Homosexuelle als krank bezeichnet. Das ist heute zum Glück nicht mehr so. Und auch die BDSM-Neigung ist nicht krank.

Natürlich ist es erst einmal paradox. Frauen kämpfen noch immer um Gleichberechtigung. Wir sind da als Gesellschaft in der westlichen Welt schon weiter als wir es je waren. Aber echte Gleichberechtigung gibt es noch nicht. Wer das nicht glaubt, der soll sich zum Beispiel mal anschauen was los ist, wenn eine Frau ein Fußballspiel von Männern kommentiert.

Gleichberechtigung ist ein wichtiges Anliegen des Feminismus. Und sie ist gesellschaftlich noch nicht erreicht. Dennoch kann man ohne schlechtes Gewissen eine sexuelle Beziehung haben, in der man ganz bewusst auf Gleichberechtigung verzichtet.

Wie soll das möglich sein? Vor allem ist Selbstbestimmung ein wichtiges Anliegen des Feminismus. Was soll die ganze Gleichberechtigung helfen, wenn man nicht selbstbestimmt leben darf wonach einem ist? So lang man keinem anderen damit schadet natürlich. Und das ist für mich der Punkt. Die ganze Gleichberechtigung und Selbstbestimmung ist nichts wert, wenn sie dort aufhört, wo es den anderen zu weit geht.

Zu sagen „Ja ok, wir haben zwar dafür gekämpft, dass Du selbstbestimmt leben darfst, aber wenn das beinhaltet, dass Du dich sexuell erniedrigen und dominieren lassen willst, dann geht das zu weit. SO selbstbestimmt darfst Du nun auch nicht sein.“ Das ist schlicht Heuchelei.

BDSM ist eine Neigung und eine sexuelle Spielart, in der sich erwachsene Menschen freiwillig und völlig selbstbestimmt in Situationen begeben, in denen andere über sie bestimmen. In 99 Prozent der Fälle findet diese Abgabe von Kontrolle nur in einem klar definierten Rahmen statt.

Man muss kein Psychologe sein um zu erahnen, dass genau darin ein Teil des Reizes liegt. Im Alltag stark sein müssen und führen. Im geschützten Rahmen der BDSM-Beziehung dann los- und sich fallen lassen. Im Alltag für bewusste Sprache eintreten und sich im geschützten Rahmen verbal erniedrigen lassen. Und dann eben auch wieder in diesen Alltag zurück kehren und weiter die Rolle einnehmen, die einem nun einmal aktuell zugeteilt ist.

Für mich gibt es da zwischen Feminismus und BDSM keinen Widerspruch. Wenn eine selbstbestimmte Frau sich dafür entscheidet, sich einem anderen Menschen in einem geschützten Rahmen zu unterwerfen und damit keinem anderen schadet, dann ist das ihre Entscheidung. Im Gegenteil kann BDSM da auch als Ventil dienen.

Was andere denken, sollte dabei sowieso keine Rolle spielen. Wichtig ist, dass ihr euch darüber klar werdet, dass es ok ist. Niemand wird durch BDSM zum Verräter an der Gleichberechtigung. Niemand ist ein schlechter Mensch, weil er auf solche Praktiken steht. Niemand sollte sich selber verurteilen oder sich die Erfüllung dieser Wünsche verweigern, aus Sorge vor solchen Gedanken.

Feminismus ist auch, die eigene Sexualität selbstbewusst und nach den eigenen Vorstellungen auszuleben. Und niemand hat das Recht über diese Sexualität zu urteilen.

P.S. Ja, ich habe die Seite der Femdoms hier nicht explizit erwähnt. Diese Auslassung soll aber nicht unterstellen, dass die Femdoms nicht ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt sind. Die Grundaussage trifft aber auf alle Seiten zu die Frauen im BDSM einnehmen.

Braucht man für Tunnelspiele einen Tunnel?

Ja was sind denn Tunnelspiele nun wieder? Um es gleich zu sagen, sie haben nichts mit einem Eisenbahn-Fetisch zu tun. Es sind auch keine BDSM-Spiele die in einem Tunnel stattfinden. Nein, es ist ein klein wenig komplizierter. Aber so kompliziert dann auch wieder nicht.

Was macht einen Tunnel aus? Wenn man erst einmal drin ist, dann kann man weder nach rechts noch nach links, sondern muss einfach durch. Es gibt sozusagen keinen Ausweg, bis man das andere Ende erreicht hat.

Und genauso funktionieren Tunnelspiele. Damit sind BDSM-Praktiken gemeint, die man nicht mehr abbrechen kann, wenn man sie begonnen hat.

Ein Klassiker der Tunnelspiele sind zum Beispiel Brennnesseln. Denn diese „Tunnel-Erfahrung“ hat jeder schon einmal gemacht. Wenn man in Brennnesseln gelaufen ist oder sie angefasst hat, dann muss man einfach abwarten, bis es aufhört zu brennen. Bis dahin gibt es verschiedene Möglichkeiten der Linderung. Aber man kann es nicht sagen „So, es genügt. Hör auch weh zu tun.“

Ganz anders eben, als bei Schlägen. Wenn man da nicht mehr aushalten will und kann, dann können die Beteiligten es sofort beenden. Man benutzt sein Safeword oder signalisiert sonst auf eine vereinbarte Weise, dass man genug hat. Und dann hört es auf. Auch Fesseln kann man lösen und die Situation damit beenden. Das geht so bei Tunnelspielen nicht.

Der Tunnel wird in dieser Spielart gebildet durch das Mittel oder Werkzeug dass benutzt wird. Dafür gibt es verschiedenste Beispiele. Brennnesseln sind eines. Wenn man ein Büschel Brennnesseln als Schlagwerkzeug nimmt und damit auf den Arsch oder zwischen die Beine schlägt, dann ist die Wirkung oft spektakulär. Und diese Wirkung kann eben nicht so schnell abgebrochen werden.

Weitere Möglichkeiten für Tunnelspiele sind Ingwer (Stichwort Figging), Minzöl, Tigerbalm, Rheumasalbe (geradezu berüchtigt ist hier Finalgon), Chili, Tabasco usw.
Je nach Vorliebe können diese Mittel an oder in empfindliche Körperregionen eingeführt oder geschmiert werden. Manche tragen das Mittel der Wahl auf einen Dildo oder Plug auf und führen diesen dann ein. In den meisten Fällen entsteht ein Hitzegefühl oder Brennen, dass sehr unterschiedlich als geil, schmerzhaft oder beides empfunden wird.

Übrigens listet die Wikipedia Tunnelspiele als Teil der Metakonsensspiele. Das halte ich für falsch. Denn es ist ja nicht der dominante Part der hier entscheidet „nicht aufzuhören“ und damit die Einvernehmlichkeit gewollt verlässt. Wenn Sub im obigen Bild die Schläge mit den Brennnesseln beenden möchte, dann ist das sofort möglich. Aber man hat sich gemeinsam geeinigt ein Mittel zu verwenden dessen Wirkung noch anhalten wird.

Was ist aber nun der Reiz an solchen Spielen? Zum einen scheint die Einstiegshürde relativ gering. Denn jeder hat irgendeines der oben erwähnten Mittel im Haus. Aber Vorsicht: Tunnelspiele sind nichts für Anfänger. Denn die Erfahrung dem Schmerz nicht entkommen zu können ist eine sehr intensive.

Genau das macht für andere wieder den Reiz aus. Denn man muss sich seinen Grenzen stellen und den Schmerz aushalten. Ob man will oder nicht. Diese Erfahrung kann sehr faszinierend sein, wenn man sich und seine Grenzen aber nicht gut genug kennt, kann sie einem BDSM auch für immer verleiden.

Daher sollte man Tunnelspiele sehr vorsichtig und nur mit Bedacht beginnen. Angefangen damit, dass man mögliche Allergien prüft!
Ein weiterer Ratschlag ist, bei der Dosierung lieber sehr zurückhaltend zu sein und nicht gleich in die Vollen zu gehen. Lieber nur ein kleiner Klecks mit sehr wenig Wirkung auf die äußeren Schamlippen als gleich die ganze Tube vaginal einführen. Ihr versteht schon was ich meine.

Außerdem ist es extrem wichtig, sich über möglich Gegenmittel zu informieren. Also die Dinge, die zur Linderung des Schmerzes beitragen können. Bei den einen hilft Wasser oder Eis, bei den anderen helfen fetthaltige Lebensmittel wie Öl, Joghurt, Quark oder Milch. Aber das variiert von Mittel zu Mittel. Und mit dem falschen Gegenmittel kann man es auch schlimmer machen.

Informiert euch also und habt alles parat ehe ihr anfangt. Wenn es erst einmal brennt, dann wird euch Sub dankbar sein, dass ihr nicht erst noch zum Supermarkt fahren müsst.

Mit Tunnelspielen kann man also sehr schnell in Grenzbereiche von BDSM kommen. Informiert auch vorher genauestens über die Wirkungsweise, mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten und die „Gegenmittel“. Und dann fangt langsam an. Denkt daran, es zu fester Schlag tut kurz weh und kann dennoch schon viel kaputt machen. Stellt euch das einmal bei einer Wirkung vor, die ihr nicht beenden könnt und die noch stundenlang unangenehme Nachwirkungen hat. Da kann das Vertrauen zwischen Dom und Sub sehr schnell irreparablen Schaden nehmen.

Und um das auch gesagt zu haben: mit Tunnelspiele verlässt man eindeutig den Bereich von SSC und begibt sich in den Bereich RACK.

Nichtsdestotrotz sind Tunnelspiele natürlich spannend und ich wäre sehr neugierig, welche Mittel ihr dafür schon eingesetzt habt. Oben erwähnte oder ganz andere? Lasst uns gerne teilhaben.

Erniedrigung: Ein weites Feld

Erniedrigung ist für mich im Kontext von BDSM ein besonders spannendes Thema. Daher habe ich mich auch bereits in einem meiner ersten Beiträge damit befasst. Da es aber ein so umfangreiches und komplexes Thema ist, möchte ich noch einmal darauf zurückkommen. Vermutlich ist es aber für ein besseres Verständnis der Thematik sinnvoll auch den ersten Artikel zu lesen.

Erniedrigung im Kontext von BDSM ist das Spiel mit Dingen, die man nicht wirklich mag. Die jenseits des Wohlfühlbereichs liegen. Bei denen man es aber genießt und erregend findet, wenn man dazu gebracht wird sie zu tun. Oder wenn andere sie mit einem tun.

Und um auch das noch einmal klar zu sagen: es ist völlig ok, ich wiederhole VÖLLIG OK auf Erniedrigung zu stehen. Ihr tut damit niemandem weh, es macht den beteiligten Spaß und erregt sie. Also was soll falsch daran sein?

Was ist nun Erniedrigung genau? Das können für die Einen vergleichsweise klein wirkende Dinge sein, wie sich selber dem Dom gegenüber als „Hure“ oder „Fotze“ bezeichnen zu müssen. Das können aber auch ganz andere Handlungen sein, wie beispielsweise „Forced Bi„, also „erzwungene“ sexuelle Handlungen mit dem eigenen Geschlecht. Und die eben nicht aus der eigenen Neigung heraus, sondern in dem Fall als Erniedrigung, weil man eben selber eigentlich nicht darauf steht. Der Reiz ist in dem Fall eben, zu etwas „gezwungen“ zu werden, auf das man nicht steht, das als erniedrigend zu empfinden und DARAUS den sexuellen Kick zu ziehen.

Klingt kompliziert? Ist es manchmal auch. Aber wenn man den Dreh verstanden hat und gut darüber kommuniziert, dann wird es auch wieder ganz einfach.

Erniedrigung ist also wie erwähnt ein weites Feld. Aber eines zeigen uns die beiden oben erwähnten Beispiele. Erniedrigung kann sowohl in den ganz kleinen, als auch in den spektakuläreren Dingen liegen.

Zwei absolute Klassiker der Erniedrigung sind Ohrfeigen und Anspucken. Beides ist geschichtlich gesehen schon immer als Erniedrigung eingesetzt worden und diente dann nicht selten als Anlass für Duelle. Man kann also getrost von Klassikern sprechen. Und beides sind totale Tabubrüche.

Ohrfeigen greifen per Definition in unseren persönlichen Bereich ein, gehen ins Gesicht, was wir nur sehr ausgewählten Personen in unserem Leben erlauben.
Und jemanden anzuspucken ist sowieso ein Tabubruch. Wie alle Körperflüssigkeiten ist auch der Speichel mit Tabus behaftet und wird beim Küssen intim geteilt, ansonsten aber schön für sich behalten. Mit der Intention zu erniedrigen ins Gesicht oder auf andere Körperteile gespuckt, trifft es die meisten Menschen an sehr empfindlichen Stellen. Es drückt ohne den BDSM-Kontext Missachtung aus und rührt daher wie die Ohrfeige auch, ganz tief in uns.

Wo wir bei Körperflüssigkeiten sind: auch Natursekt wird von manchen als Erniedrigung gerne eingesetzt. Und auch Leute, die sonst nicht darauf stehen, können über den Weg der Erniedrigung einen Kick daraus ziehen.

Für nicht wenige Frauen ist es meiner Erfahrung nach auch schon eine Überwindung und eine kleine Erniedrigung die Beine zu öffnen und sich so zu zeigen. Sich dann anzufassen und vor den Augen des Dom zu befriedigen ist dann natürlich die logische Steigerung. Auch das oft eine sehr wirkungsvolle Mischung aus Erniedrigung und Erregung.

Ein weiteres Beispiel für eine eher subtile Erniedrigung kann Kleidung in der Öffentlichkeit sein. Sub ein Kleidungsstück in aller Öffentlichkeit und sei es nur beim Einkaufen tragen zu lassen. Kein provokantes oder auffallendes. Aber eines, dass Unwohlsein auslöst. Eine Farbe die als zu knallig oder einen Rock, der als zu kurz empfunden wird. Das muss ja objektiv gar nicht stimmen. Es kommt nur auf das persönliche Empfinden an. Das wird dafür sorgen, dass sich der Einkauf so anfühlt, als würden alle Sub anstarren. Als wäre Sub bloßgestellt. Das kann wieder eine sehr spannende Art der Erniedrigung sein.

Erniedrigung kann also in sehr vielem liegen. Auf allen Vieren gehen zu müssen oder aus dem Napf essen. Dinge, die den meisten bei dem Thema schnell einfallen. Wie erwähnt natürlich die verbale Erniedrigung. Aber auch in den ganz kleinen Dingen, die kaum jemandem auffallen. Dieser wiederum sind vielleicht erst ersichtlich, wenn man sich schon etwas kennt und so die Empfindlichkeiten besser einschätzen kann.

Scheut euch also nicht zu experimentieren und herauszufinden was funktioniert. Die Klassiker können sehr wirksam sein. Aber nicht alles was ein Klassiker ist muss auch gemacht werden. Manchmal sind die ganz individuellen Dinge besonders spannend. Die auf die nur ihr kommt, weil sie ganz persönlich sind.

Übrigens gibt es für manche noch eine spannende Metaebene. Manche finden es erniedrigend einzugestehen, dass Erniedrigung sie anmacht. Sie dann dazu zu bringen es zu sagen oder schlicht anhand der sexuellen Erregung vorzuführen „das macht dich an und ich weiß es“, kann auch wieder als Erniedrigung dienen. Ein Teufelskreis aus Erniedrigung und Erregung sozusagen.

Erniedrigung kann also extrem vielfältig sein. Sie kann im Bruch der Konventionen und in Tabubrüchen liegen. Genauso aber in den Dingen, die ganz persönlich und individuell als unangenehm empfunden werden. natürlich ist aber auch nicht jede Erniedrigung auch mit einem sexuellen Reiz verbunden. Auch nicht, wenn man sonst auf Erniedrigung steht.

Natürlich ist es ein heikles Thema. Es ist nicht leicht dem Gegenüber einzugestehen, dass man es erregend findet erniedrigt zu werden. Ich als Dom frage daher meist danach, um eine Brücke zu bauen. Redet darüber, probiert euch aus und steht dazu.

Und wenn ihr Beispiele kennt, die ihr ungewöhnlich findet, dann bin ich sehr neugierig. Schreibt sie gerne in die Kommentare.

Public Disgrace – Spannend und gefährlich

Kürzlich haben zwei Bilder mein Kopfkino angekurbelt. Auf dem einen liegt eine Frau nackt und auf dem Rücken zwischen zwei Bäumen. Sie hat die Augen verbunden. Ihre beiden Knöchel sind mit Gurten an den beiden Bäumen befestigt, so dass ihre Beine weit gespreizt sind. So liegt sie im Freien auf einer Wiese.

Auf dem anderen Bild sieht man eine Autobahnbrücke, unter der eine Bahntrasse verläuft. An einem der Stützpfeiler steht eine Frau. Sie hat eine Maske auf dem Kopf, die ihr die Sicht nimmt und sie unkenntlich macht. Ihr T-Shirt ist hochgezogen und Hose und Slip sind herunter gezogen. Sie trägt ein Halsband und ihre Hände sind hinter dem Rücken fixiert.

Was fasziniert uns so am Spiel mit der Öffentlichkeit? An öffentlicher Zurschaustellung? Für einige ist der Reiz natürlich schlicht der eigene Exhibitionismus. Nicht umsonst gibt es „Promis“, die nur dafür bekannt sind, sich ständig und ungefragt nackt zu zeigen.

Es hat da oft den Kitzel des Verbotenen, des Verruchten. Das ist in Ordnung und macht es vielleicht auch für viele spannend.

Das hat aber für mich erst einmal nichts mit BDSM zu tun. Für mich beginnt der Reiz dort, wo es nicht ganz freiwillig ist. Wo es befohlen oder als Strafe angewendet wird. Natürlich ist Sub damit im Metakonsens einverstanden. Aber es geschieht nicht aus eigenem Antrieb. Und da sind wir dann schnell beim Thema Erniedrigung.

Nehmen wir das erste Bild, das ich beschrieben habe. Die Frau liegt auf dem Waldboden, die Beine gespreizt. Natürlich hat ein umsichtiger Dom den Platz so gewählt, dass keine unbeteiligten Spaziergänger vorbei kommen. Aber weiß man das als Sub in dem Moment sicher?

Hier ist der Reiz natürlich der, dass Sub völlig entblößt und hilflos ist. Nicht nur das, auch die Pose ist völlig eindeutig. Was, wenn jetzt doch jemand käme? Und was hat Dom überhaupt vor?

Das ist der Reiz. Die Erniedrigung findet, wie meistens, im Kopf statt. Es kommt nicht darauf an, dass jemand vorbei kommt und sie so sieht. Tatsächlich will man gar nicht wirklich, dass jemand vorbei kommt. Denn verantwortungsvolles Handeln beinhaltet auch, dass man Unbeteiligte nicht mit hinein zieht. Aber der Reiz ist eben, es könnte jemand vorbei kommen.

Wenig anders ist es beim zweiten Bild. Vielleicht würde hier sogar ein vorbei fahrender Zug den Reiz noch erhöhen. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand aus einem in hoher Geschwindigkeit vorbeirasenden Zug viel bemerkt ist relativ gering. Die Wirkung auf Dom und Sub ist aber sicher enorm.

Das Spiel mit der öffentlichen Erniedrigung, der öffentlichen Bloßstellung ist hier das, was den enormen Reiz ausmacht. Nicht umsonst gibt es unter dem Label „Public Disgrace“ (etwa „Öffentliche Schande“) ganze Webseiten, die sich nur diesem Thema widmen. In der Öffentlichkeit nackt bloßgestellt zu werden, war schon immer eine mächtige Fantasie und findet so ihren Platz auch im BDSM.

Auch mich persönlich reizt das sehr. Eine heimliche Ohrfeige im Gang des Supermarktes oder die Sub mitten in der Innenstadt auf einer Bank den Rock hochschieben lassen. Das alles hat seinen festen Platz im BDSM.

Und das alles ist auch völlig in Ordnung, so lange man gewisse Vorsichtsmaßnahmen ergreift und verantwortungsbewusst handelt.

Sub nackt an einen Hochsitz gefesselt auspeitschen ist halt nicht in Ordnung, wenn weniger Meter weiter Familien mit Kindern spazieren gehen. Es muss immer eine Abwägung der Gefahren und Auswirkungen stattfinden. Wie eigentlich immer im BDSM. Und im Zweifel muss die Sicherheit im Vordergrund stehen. Und das Wohl der Anderen.

Andere Menschen gegen deren Wunsch mit zu viel der eigenen Sexualität zu konfrontieren, ist nicht in Ordnung. Ab einer gewissen Schwelle überschreitet es sogar juristische Grenzen und kann zu Erregung öffentlichen Ärgernisses werden (§ 183a StGB: „Wer öffentlich sexuelle Handlungen vornimmt und dadurch absichtlich oder wissentlich ein Ärgernis erregt…“)

Es ist also auf einiges zu achten. Dennoch bleibt der Reiz und es ist auch ok, dem nachzugeben. Im Rahmen und mit Vorsicht.

Und wer ganz sicher gehen möchte, der lebt diese Form der öffentlichen Spiele auf entsprechenden Parties aus. Auch das ist möglich und viele dieser Parties leben genau davon. Allerdings ist der Reiz für manche dort geringer. Schlicht weil alle Anwesenden ja genau dafür da sind. Der Tabubruch, und sei er sonst auch nur theoretisch, ist hier wesentlich geringer. Dafür ist man aber auf der sicheren Seite. Denn hier ist man unter Gleichgesinnten. Man schockiert mutmaßlich niemanden und juristische Konsequenzen sollten auch ausgeschlossen sein.

Das Spiel der öffentlichen Erniedrigung und Zurschaustellung ist sehr spannend. Für mich persönlich und für viele andere. Das Adrenalin schießt nach oben und die Erregung gleich mit. Und wenn man umsichtig ist, dann kann auch nichts passieren. Aber man sollte sich der Verantwortung und der Gefahren eben immer bewusst sein.

Was ist eigentlich 24/7?

Das Stichwort 24/7 ist im BDSM ja fast ein Mythos und ein Kampfbegriff. Für die einen ein absolutes Muss, unter dem BDSM quasi nur Spielerei ist. Für die anderen Horror, bei dem spätestens jeder Spaß aufhört.

Wie so oft im BDSM gibt es aber keine feststehende Definition des Begriffs, nach der sich dann alle richten können. Und so ist es nicht einfach, festzustellen, was denn 24/7 bedeutet. Der Begriff an sich ist eine Abkürzung dafür, dass etwas über 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche andauert.

Im Bezug auf BDSM kann das aber ja nicht bedeuten, dass man so etwas wie eine Session 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche durchzieht. Jeder muss auch mal aus dem Haus, arbeiten, Freunde treffen etc. Jegliche sexuelle Interaktion muss auch mal pausieren und hinter anderen Dingen das Alltags zurückstehen.

Für mich steht 24/7 für zwei Dinge im BDSM. Das Verlassen des rein sexuellen Bereichs und die erweiterte Abgabe von Selbstbestimmung des devoten Parts.

24/7 bedeutet nicht, jeden Tag nackt durch die Stadt zu laufen. Es bedeutet auch nicht, dass der devote Part nicht mehr Luft holen oder auf die Toilette gehen darf, ohne um Erlaubnis zu fragen. Es bedeutet nicht einmal, dass es jeden Tag verzwickte Aufgaben und Regeln gibt, die den Tagesablauf bestimmen.

24/7 bedeutet etwas anderes. Es ist eine Geisteshaltung. Aus meiner Sicht ist 24/7 nicht der Fakt, dass der dominante Part alles und jedes Detail des Lebens kontrolliert und bestimmt. Es ist die ständige Bereitschaft des devoten Parts Eingriffe in die Selbstbestimmung zuzulassen. Und die Bereitschaft des dominanten Parts, auch aktiv einzugreifen.

Wie in meinem Artikel über den Rahmen, in dem wir BDSM leben beschrieben, sollte immer festgelegt sein, wie weit der Eingriff des dominanten Parts gehen kann und wo die Grenzen sind.

Hat man diesen Rahmen festgelegt und ist sich darin einig, dass diese Eingriffe auch ohne Ankündigung im Alltag stattfinden können und sollen, hat man 24/7. Auch dann, wenn man explizit die Zeiten bei der Arbeit ausgeschlossen hat. Auch dann, wenn man andere Dinge, wie Beziehungen zu Freunden, ausgeschlossen hat.

Wie weit man dabei geht ist dann nur begrenzt durch die Lebensumstände und das, was beide wollen. Sollen die Eingriffe sehr weit gehen und sehr tief sein, oder nur wenige Bereiche betreffen? Das wird durch den oben erwähnten Rahmen definiert.

24/7 hat also nichts mit ständiger und dauerhafter Abhängigkeit vom Partner zu tun. Nichts mit Verträgen, die nicht mehr zu lösen sind. Und nichts mit der völligen Aufgabe von Selbstbestimmung.

Auch diese Formen gibt es im BDSM. Sie werden dann aber unter anderen Begriffen zusammengefasst. Dazu gerne mal TPE (Total Power Exchange) oder CIS (Completely Irrevocable Submission) googeln.

24/7 ist nichts, wovor man Angst haben muss. Denn es lässt sich sehr skalieren und dosieren. Wenn man es mit einem vernünftigen Gegenüber zu tun hat (und nur dann sollte man solche tiefgreifenden Dinge angehen), dann kann das sehr spannend sein. Und man kann es im Kleinen ausprobieren und testen, wie gut man zurecht kommt. Und wie weit es Freude macht.

Es gibt also keinen Grund, sofort schreiend davon zu laufen, wenn der Begriff 24/7 beim Kennenlernen irgendwann fällt. Nichts, was dahinter steht, ist per se schlimm und gefährlich.

Wie bei allem im BDSM muss man sich einfach dessen bewusst sein, was man tut. Und man muss vorher ausführlich darüber kommunizieren, was man will und was man auf keinen Fall will. Bei klarer Definition dieser Punkte kann 24/7 eine spannende Bereicherung sein.

Dann ist auch 24/7 kein Mythos mehr und kein Kampfbegriff. Sondern es ist eine weitere Praktik im BDSM und eine Möglichkeit auszuloten, wie weit man gehen will. Wie weit man sich auf diese Form der Sexualität und auf einen Partner einlassen will.

Sicher ist aber auch, 24/7 ist nichts, womit man anfängt. Es ist etwas für Leute, die wissen, worauf sie sich einlassen. Und für Leute, die ihre Grenzen formulieren und setzen können. Denn wenn man das nicht tut, dann drohen eben doch Übergriffe, die man so nicht wollte.