Verschiedene Führungsstile

Nein, hier soll es nicht um die Unterschiede zwischen Doms, Tops, Pet-Owner oder von mir aus DaddyDoms gehen. Welche Spielart von BDSM man bevorzugt ist etwas, dass ich schon in mehreren Artikeln behandelt habe.

Viel mehr geht es hier um den Stil, wie man eine D/s-Beziehung gestaltet. Auch da gibt es viele verschiedene Geschmäcker und Vorlieben.

Wie man als Dom eine Sub führt ist so individuell wie die Menschen eben individuell sind. Wie bei sehr vielem im Bereiche BDSM gibt es da kein „Richtig“ und kein „Falsch“ was den Stil angeht.

Beispielweise gibt es Varianten mit sehr flachem Gefälle. Der Dom ist eher liebevoll, aber bestimmt. Es ist ein fürsorglicherer Stil, der oft auch viel Ausbildung beinhalten kann. Also der Sub Dinge beizubringen, zu erklären und zu zeigen. Es kann in dieser Variante zum Beispiel auch sein, dass die Strafen bei Verfehlungen auch in Richtung Verbote gehen. Die Schläge an Bestrafungen wie es sie vor Jahrzehnten in der Schule gab erinnern.

Es wäre übrigens ein Irrtum anzunehmen, dass ein flacheres Gefälle und ein sanfterer Umgang ein Freibrief sind. Im Gegenteil ist vor allem auch in diesem Stil Konsequenz von entscheidender Bedeutung. Werden Fehler gemacht, dann muss auch hier oder hier besonders, Strafe erfolgen.

Eine andere Variante ist vielleicht ein Stil mit sehr steilem Gefälle. Die Sub siezt den Dom. Sie darf ihn vielleicht nicht anschauen und wird ruppig behandelt. Ist vielleicht nur Nutzobjekt für den Dom. Strafen sind hier vielleicht eher härter. Mehr auf Schmerz ausgelegt und weniger auf Korrektur und Erziehung.

Weitere Varianten können sein, dass die Sub aus Gründen der Erniedrigung als wenig wertvoll behandelt wird. Als jemand, der seinen Wert als Sub noch beweisen muss und bis dahin ein Nichts ist. Ein Nichts, dass auch so behandelt wird.

Manche leben solche oder andere Varianten in dauerhaften, manche in Spielbeziehungen. Außerdem gibt es hunderte Mischformen aus den oben genannten und die genannten Beispiele stehen auch nur exemplarisch für viele andere Möglichkeiten.

Innerhalb dieser Varianten gibt es dann wiederum die Möglichkeit dieses steile oder weniger steile Gefälle dauerhaft, also quasi 24/7 beizubehalten oder durch Phasen aus Augenhöhe aufzubrechen.

Was ich sagen will ist, die Welt ist bunt und so sind es auch die Stile in denen man eine D/s-Konstellation ausleben möchte.

Ich persönlich habe es immer genossen da vielfältig zu sein, ich kann mich in verschiedene Stile einfinden und konnte sie über die Jahre mit verschiedenen Subs mal so und mal so leben. Für mich bedeutet diese Vielfalt Abwechslung und es ermöglicht mir auf die speziellen Bedürfnisse und Wünsche einer Sub einzugehen. Aber andere haben vielleicht den ihnen eigenen Stil und wollen nur den leben. Auch das ist ok.

Begegnet euch also jemand, mit dessen Stil ihr nicht klar kommt, dann ist das kein Beinbruch. Dann passt es nur zwischen euch vermutlich nicht.

Wenn ihr als Sub sanfte und liebevolle Führung möchtet, der Dom mit dem ihr Kontakt habt oder mit dem ihr euch sogar trefft aber eher ruppig ist, dann ist weder an euch, noch an ihm etwas falsch. Ihr harmoniert nur einfach nicht miteinander.

Dom ist nicht gleich Dom und Sub ist nicht gleich Sub. Frage zehn Subs, wie sie sich BDSM vorstellen und Du bekommst mindestens acht oder neun verschiedene Varianten zu hören. Das ist ja auch das schöne an BDSM.

Außerdem eröffnet diese Vielfalt einem ja auch Möglichkeiten Neues zu erforschen und zu entdecken. Sich mal so und mal so auszuleben. Das erfordert dann natürlich Fantasie, Einfühlungsvermögen und Spielfreude. Allerdings sind das für mich persönlich sowieso drei zentral wichtige Eigenschaften im BDSM.

Wollt ihr als Sub es ruppig und hart, dann ist das ok. Wollt ihr eher liebevolle Führung und Geborgenheit? Dann ist auch das ok. Auch dafür gibt es genügend Doms, die gerne so führen.

Wichtig wie immer nur, dass ihr euch bewusst seid, was ihr eigentlich mögen oder brauchen könntet. Welcher Stil passt zu euch? Diese Frage müssen sich Doms und Subs gleichermaßen stellen. Wie so oft ergibt sich die Antwort daraus oft aus den Fantasien die man im Kopf hat.

Welcher Stil ist nun der „richtige“ Stil? Ich hoffe es ist klar geworden, dass es da kein „Richtig“ und kein „Falsch“ gibt. Richtig ist, was für alle Beteiligten passt. Aber immer am wichtigsten: lasst euch von niemandem einreden, dass an dem wie ihr behandelt werden möchtet etwas falsch ist. BDSM bedeutet nie, dass man seine Meinung und Wünsche komplett über Bord wirft.

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