Halsband – Spielzeug oder Symbol?

Wer den Begriff „Halsband“ googelt landet zuerst bei Hundehalsbändern, bekommt aber in den Bilderergebnissen auch viele andere Beispiele für Halsbänder präsentiert. In der Wikipedia wird das Wort als „Bänder, die als Schmuckstück oder zur Fesselung um den Hals getragen werden“ definiert. Die englische Wikipedia trennt sogar in einzelne Seiten: Tiere, Schmuck, Kleidung und BDSM.

Halsbänder sind also vielseitig in Form und Anwendung. Das gilt für das „normale“ Leben wie auch im BDSM. Auch hier können sie viele verschiedene Formen haben. Vor allem aber, können sie sehr viele verschiedene Bedeutungen haben.

Werden BDSMer befragt, ob sie schon einmal ein Halsband getragen haben oder haben tragen lassen, so bekommt man ein deutliches Ergebnis.

Offenbar besteht also eine gewisse Einigkeit, dass Halsbänder irgendwie zu BDSM dazugehören. Auch wenn diese Umfrage nicht repräsentativ ist, so sprechen doch fast 80% eine klare Sprache. Viele Leute verwenden Halsbänder in irgendeiner Form. Wirklich überraschen kann das auch nicht.

Halsbänder sind zuerst einmal praktisch. Dom kann Leinen daran befestigen und Sub so daran führen, lenken oder irgendwo festmachen. Auch können die Hände beispielsweise am Halsband befestigt werden und das sind nur zwei von endlos vielen Möglichkeiten was damit möglich ist. Der Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt.

Es gibt die unterschiedlichsten Formen in Material und Ausführung. Halsbänder können aus Metall, Leder, Stoff oder verschiedenen anderen Materialien sein. Sie kommen als schmale Choker aus dünnen Kettchen daher oder als breite Halsbänder, die wie erwähnt er an Hundehalsbänder erinnern. Manche haben Schlösser, damit sie nicht einfach wieder abnehmbar sind. Andere sollen nur hübsch aussehen. Manche tragen sie schlicht, weil sie sich gut am Hals anfühlen. Das ist alles Geschmackssache.

Neben dem praktischen Aspekt können sie auch als Zeichen nach außen dienen. Was sie dabei anzeigen und wem, das kommt immer sehr auf den Einzelfall an. Denn wofür Halsbänder ein Symbol sind, das ist extrem unterschiedlich.

In manchen Paarbeziehungen dient das Halsband als Signal, dass das Gefälle innerhalb der Beziehung jetzt „aktiv“ ist. Trägt der devote Part das Halsband, dann gehorcht er und Dom kann Anweisungen geben. Wird das Halsband abgelegt, besteht wieder Augenhöhe.

Für wieder andere sind Halsbänder extrem symbolisch und quasi mit Eheringen in der Vanilla-Welt vergleichbar. Wir das Halsband als Quasi-Ehering verstanden und angeboten und nimmt diese Person es an, dann gilt das als Manifestation einer engen Dom/Sub-Beziehung die auch nicht so eben mal beiläufig aufgelöst wird. Umso schwerwiegender ist in solchen Fällen, wenn das Halsband dann doch mal abgelegt oder abgenommen wird. Ein Akt, der anderen unverdächtig erscheint kann hier große symbolische Bedeutung bekommen, denn hier kann das Ablegen quasi als ein Beenden der Beziehung verstanden werden. Eben wie wenn jemand einen Ehering demonstrativ und bedeutungsschwer ablegt.

Übrigens kann zur Verstärkung der Symbolik und des Reizes der Endgültigkeit hier das oben erwähnte Schloss am Halsband eingesetzt werden. Dann wird das mit dem selbständigen Ablegen schon deutlich schwieriger.

Allgemein gilt es als unfein bis extrem unfein und unsensibel, wenn man jemandem ein Halsband anlegt, dass bereits jemand anderes vorher getragen hat.

Wieder andere wissen um die symbolische Kraft, sind aber Single oder zumindest im BDSM-Sinne ungebunden. Da habe ich schon die Variante kennengelernt, dass sie ein eigenes Halsband für sich haben und symbolisch beispielsweise einem Spielpartner zeitweilig die Kontrolle übergeben, in dem sie diesem Partner oder der Partnerin das Halsband „überlassen“. Es bleibt aber eben das eigene Halsband. Auch das ist natürlich eine Symbolik. Eben nur eine, die ganz anders gelesen wird.

Wie so oft im BDSM gibt es einfach eine unfassbar große Vielfalt an Spielarten und Möglichkeiten. Diese mag für die einen besonders spannend, für die anderen erschreckend wirken. Beispielsweise, weil sie befürchten etwas falsch zu machen. Ich sehe sie immer als Chance und nicht als etwas Bedrohliches. Wo es viele Möglichkeiten gibt, gibt es auch viel auszuprobieren.

Ihr müsst also nicht warten, bis auch jemand ein Halsband anbietet oder umlegt. Wenn ihr Freude und Lust daran habt, dann könnt ihr auch einfach selber eines kaufen und tragen wie es euch gefällt. Es steht nirgends geschrieben, dass man das nicht darf.

Und möchte euch jemand ein Halsband umlegen, kommt es nur darauf an, alles gut zu kommunizieren. Besprecht vorher, was euch das bedeutet und was es dem Gegenüber bedeutet. Auch hier gibt es, wie so oft, kein Richtig oder Falsch. Wichtig ist nur zu wissen und sich bewusst zu sein, dass es diese sehr unterschiedlichen Bedeutungen gibt. Dann ist die größte Klippe schon einmal umschifft.

Klärt die Bedeutung, einigt euch, was ihr darunter versteht und dann habt einfach Freude und Lust mit eurem Halsband.

„Aber was, wenn ich es nicht richtig mache?“

Diesen Satz habe ich in vielen Abwandlungen im Bezug auf BDSM schon so oft gehört. Mal lautet er „Ich habe Angst, dass ich es falsch mache.“ oder auch „Was ist, wenn ich es nicht richtig mache?“. Gelegentlich auch „Was ist, wenn ich nicht gut darin bin?“.

An dieser Stelle schiebe ich am besten sofort ein: in diesem Artikel geht es nicht um die Erfüllung von Erwartungen oder vermeintlichen Erwartungen. Auch nicht darum, ob eine sexuelle Handlung vermeintlich „gut“ oder vermeintlich „weniger gut“ ausgeführt wird. Es geht um diese zweifelnde innere Stimme die bei ersten BDSM-Erfahrungen eben diese Frage flüstert: „Aber was, wenn ich es nicht richtig mache?“.

So sehr ich die dahinter stehende Sorge verstehen kann, so falsch finde ich schon den Gedanken hinter dieser Frage. Für mein Verständnis könnte man sich genauso fragen „Habe ich falsch Spaß?“, „Schmeckt mir die Pizza auf die richtige Weise?“ oder „Habe ich den falschen Humor?“.

Wie kann einem Essen falsch schmecken? Es schmeckt oder es schmeckt nicht. Gut, man kann das eine oder andere ungewohnt finden. Man kann sich an das eine oder andere geschmacklich erst gewöhnen müssen. Aber dass man Essen falsch oder richtig schmecken könnte wäre mir neu.

So ist es auch mit dem BDSM. Entweder es gefällt einem oder nicht. Wenn man im Rahmen von BDSM geschlagen wird beispielsweise. Wie sollte man das falsch machen? Es tut weh oder nicht. Es erregt einen oder nicht. Es gefällt einem oder nicht. Aber wie könnte man es richtig oder falsch machen?

Diese Sorge kommt aber längst nicht nur von Menschen, die beispielsweise wenig sexuelle Erfahrungen haben und daher unsicher auf dem ganzen Gebiet sind. Im Gegenteil sind auch Menschen mit „ausgiebig“ sexueller Erfahrung nicht vor der Sorge gefeit, BDSM irgendwie „nicht richtig“ zu machen.

Woher kommt diese Sorge? Aus dem Wunsch heraus zu gefallen? Aus Unsicherheit? Aus beidem?

Ich meine, natürlich gibt es im BDSM auch Potential etwas „falsch“ zu machen. Wer gegen vereinbarte Regeln verstößt, hat etwas „falsch“ gemacht. Aber dabei hat jeder als Mitspieler in dieser Konstellation auch ein Mitspracherecht. Zumindest sollte es so sein. Man hat die Regeln miteinander vereinbart und ihnen zugestimmt. Diese Art Angst ist also bei der Ausgangfrage nicht gemeint.

Auch Techniken können falsch angewandt werden. Schlägt man mit einem Instrument an die falsche Stelle oder kippt beispielsweise das Wachs eines Teelichts über sein Gegenüber, dann kann das übel enden. Diese Sorge ist absolut real und berechtigt. Aber auch diese Angst ist nicht gemeint.

Am Ende ist es wohl wirklich einfach die Unsicherheit in einer bis dahin ungewohnten Situation und am Ende ist es auch völlig normal in so einer Situation ein wenig unsicher zu sein. Müsst ihr aber nicht und im besten Fall habt ihr es mit einem Gegenüber zu tun, dass euch diese Ängste und Sorgen nehmen kann. Wenn nicht, dann solltet ihr noch einmal ganz grundsätzlich über die aktuelle Partnerwahl nachdenken.

Seid also offen und redet über eure Sorge. Das ist er erste und wichtigste Schritt. Teilt euch mit und formuliert, was euch beschäftigt.

Aus Dom-Sicht habe ich es einmal in dem Satz zusammengefasst „Sei nicht so streng zu dir, das übernehme ich schon für dich.“. Mir wurde bestätigt, das hätte einigen Druck genommen. So augenzwinkernd der Satz verstanden werden darf, so wahr ist er doch am Ende. Auf der Sub-Seite darf man sich in die Hände der Dom-Person begeben und darauf vertrauen, dass einem gesagt wird was man und wie man es tun soll. Das nimmt vielen den Druck.

Denn wie wir alle hoffentlich inzwischen verstanden haben: es gibt kein richtiges und falsches BDSM. Nicht extra betonen muss ich hoffentlich hier, dass es missbräuchliches Verhalten gibt, dass als BDSM getarnt wird. Davon ist hier natürlich nicht die Rede. Aber davon abgesehen steht nirgends „So musst Du es machen, dann ist es richtig und sonst machst Du es falsch“. Für einzelne Techniken durchaus. Wie oben erwähnt, aber eben nicht für BDSM als Ganzes. Daher kann man BDSM nicht richtig oder falsch machen. Versucht euch zu entspannen und zu genießen.

Wenn ihr auch doch mal mit etwas blöd fühlt oder es sich falsch anfühlt, dann redet darüber. Sprecht das Problem an. Für den Rest der Unsicherheiten gilt, dass die jeder hat, wenn man was Neues anfängt. Aber habt ihr auch nach einem Orgasmus schon mal gefragt „Habe ich den Orgasmus eben richtig gemacht?“? Vermutlich nicht und genauso ist es mit dem BDSM. Ihr macht es schon richtig, wie ihr es macht.


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Männer, wir müssen reden

Als Mann muss ich euch mal ein paar Dinge sagen. Oder uns ein paar Dinge sagen. Ich gehöre ja dazu und mache auch manchmal ähnliche Fehler wie die, um die es heute gehen soll. Fangen wir mal mit ganz grundlegenden Dingen und ohne Anspruch auf Vollständigkeit an.

Niemand kann aufgrund seines Geschlechts etwas besser oder schlechter als andere anderen Geschlechts. Ich selbst könnte keine Lampe anschließen auch wenn viel davon abhinge. Dafür kann ich kochen. Manche Männer können gut Autofahren, andere schlecht. Manche Frauen können einparken, andere nicht. Es hat nichts mit dem Geschlecht zu tun.

Niemand ist mehr wert als ein anderer. Nicht wegen des Geschlechts und auch nicht wegen der Herkunft, wenn wir schon dabei sein.

Nachdem diese Grundlagen hoffentlich geklärt sind, nämlich dass kein Geschlecht besser ist oder mehr Rechte haben sollte als ein anderes, nun zum Thema Sex.

Nähern wir uns dem Thema an um das es gehen soll: Frauen sind auch nicht dazu da um uns zu gefallen oder anzumachen. Ihre Körper sind nicht dazu da uns zu gefallen oder von uns sexualisiert zu werden. Wenn eine Frau sich heiß anzieht, dann will sie vielleicht Aufmerksamkeit. Vielleicht will sie sich aber auch nur anziehen, wie es ihr gefällt. Was sie aber sicher nicht will, ist von fremden Typen begafft oder gar angefasst zu werden.

Liebe Männer, Frauenkörper gehören euch nicht. Sie gehen euch ehrlich gesagt in den meisten Fälle gar nichts an. Wenn ihr das Glück habt, dass euch ein oder gar mehrere Frauenkörper mit Einverständnis der Besitzerinnen etwas angehen, dann genießt es und lasst die anderen in Ruhe.

Das gilt übrigens alles ganz ausdrücklich auch für Menschen in Beziehungen. Auch für Ehepartner und Partnerinnen, Spielpartner und Partnerinnen, Lebensgefährten und Gefährtinnen etc.

Soweit das Allgemeine. Nun zum konkreten Akt.

Ich habe noch nie verstanden, was an einem Menschen besser oder als Partner oder Partnerin reizvoller sein soll, weil dieser Mensch bisher keinen Sex hatte. Was soll das? Ich kenne auch keine Frau, die auf einen „Jungmann“ besteht. Nach dem Motto „Mein Mann muss unberührt in die Ehe gehen, aber ich will vorher rumficken.“ Ja, es gibt religiöse Gründe, dass beide unberührt in die Ehe gehen wollen, aber dazu sage ich hier jetzt nichts. Dieses „unberührt“ ist so ein männliches Ding. Man selber fickt rum und hatte 20 oder 30 Frauen, will dann aber eine „Jungfrau“ für eine Beziehung.

Was für eine Heuchlei. Was für Dreck.

Entweder ihr seid der Meinung, dass Sex einen irgendwie befleckt oder verdirbt, dann dreht ihr der armen „Jungfrau“ euch als befleckte Ware an. Oder Ihr wollt einfach nur Spaß haben und gönnt ihn den Frauen nicht.

Ganz abgesehen davon, ist es wirklich so erstrebenswert mit jemandem Sex zu haben, der oder die keine Erfahrung hat? Ich wusste die ersten Male sicher nicht was ich tue und was ich tun sollte. Niemand muss Erfahrung haben, aber schädlich ist sie für den Sex eigentlich nie.

Liebe Männer, auch wenn es das schöne Zitat „Sex ist nur schmutzig, wenn er richtig gemacht wird.“ gibt, er beschädigt die Frauen nicht. Er befleckt sie auch nicht. Eine Frau die viel Sex hatte wird dadurch kein bisschen weniger „wert“ als eine „Jungfrau“. Wo sind wir hier? Im Mittelalter?

Mal ehrlich, wenn es auch so sehr belastet, euch bei einer Frau von Ende dreißig oder Anfang vierzig vorzustellen, dass da schon andere Männer ihren Penis in eine ihrer Körperöffnungen gesteckt haben, dann hinterfragt mal eure Männlichkeit und euer Selbstwertgefühl. Wenn ihr euch einreden müsst „Da war vor mir noch keiner dran“, dann habt ihr ein Problem und nicht die Frau.

Haben wir das soweit geklärt? Dann kommen wir zum Thema Monogamie. Ist es schlimm, wenn die Partnerin auch Sex mit anderen hat oder haben will?

Wenn eure Frauen etwas Sexuelles außerhalb der Beziehung suchen, dann spricht das nicht gegen eure sexuellen Fähigkeiten. Nicht jeder kann jedes Bedürfnis erfüllen und manchmal ist es nur der Wunsch, etwas Neues zu erleben. Etwas ausprobieren, das der andere vielleicht nicht mag oder das mit einem anderen Sexpartner besser oder einfacher geht.

Sagen wir es doch mal wie es ist: Geschlechtsteile nutzen nicht ab, wenn sie häufig benutzt werden. Im Gegenteil ist es eher so, dass sie Schaden nehmen, wenn sie zu selten oder nie benutzt werden. Wenn eure Frau sich also mit einem anderen trifft, dann nimmt euch das erst einmal gar nichts weg. Im Gegenteil. Wenn sie trotz anderer Erfahrungen immer wieder zurückkommt, dann sagt das ja auch etwas über euch und eure Beziehung aus.

Natürlich kann das Thema heikel sein. Daher ist es umso wichtiger, dass man von Anfang an über seine Bedürfnisse spricht und diese klar formuliert. Ebenso wichtig ist es, darüber im Gespräch zu bleiben. Denn Bedürfnisse können sich auch ändern. Einfach mal etwas anderes erleben zu wollen ist nicht schlimm. Für beide Seiten ist das ok, wenn man offen damit umgeht und sich abspricht. Ist es nicht ok, so macht es den Umgang miteinander zumindest ehrlicher und auch oft einfacher, wenn man offen kommuniziert.

Seht es doch mal so: Viel wichtiger ist doch, dass ihr im Kopf die Nummer Eins seid.

Lieber Männer, hinterfragt und entspannt euch. Wir können alle sexuell viel freier leben, wenn wir offen über Bedürfnisse reden, uns nicht gegenseitig begrenzen und limitieren, sondern beflügeln und unterstützen. Wir können viel freier und befriedigter leben, wenn wir unsere Bedürfnisse ausleben und es auch unseren Partnerinnen und Partnern erlauben.

Dazu müssen wir ein paar grundlegende Fakten aber erst einmal verinnerlicht haben und darum sollte es heute gehen. Ich hoffe, ich konnte den ein oder anderen von euch erreichen. Wäre doch schön, wenn wir dazulernen würden.


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Erziehung – Eine Spielart polarisiert

Im BDSM gibt es unzählige Spielarten, Utensilien, Sammelbegriffe und das macht es gelegentlich auch unübersichtlich. Niemand muss aber alles kennen und wissen. Im Gegenteil lernt man immer dazu.

Manche dieser Begriffe und Spielarten sind dabei polarisierender als andere. „Fesseln“ zum Beispiel ist etwas, auf dass sich ganz grundsätzlich viele einigen können. Auch so ganz allgemein „Schlagen“ finden viele gut. Respektive natürlich „gefesselt werden“ oder „geschlagen werden“.

Andere Begriffe und Spielarten machen die einen an, die anderen reagieren eher gleichgültig. Ob jemand gerne Fetischklamotten aus Latex oder Leder trägt, macht andere selten aggressiv oder wird gar vehement abgelehnt.

Dann gibt es aber Themen, bei denen gehen die Meinungen stark auseinander. Es gibt Befürworter, aber oft umso vehementere Gegner. Begriffe oder Spielarten, die polarisieren. DD&LG ist sicher eines davon. 24/7 ist ein anderes, dass oft für kontroverse Diskussionen sorgt. TPE (Total Power Exchange) wäre wohl ein weiteres.

Aber ein kleines und unscheinbares Wort sorgt ebenfalls für heftige Reaktionen, wenn Dom es einer Sub gegenüber (und hier kann ich nur aus der männlichen Dom-Sicht schreiben, denn anders herum kenne ich das Phänomen nicht) erwähnt. Das Wort Erziehung oder gelegentlich auch die Abwandlung Ausbildung.

Eigentlich ein kleines Wort, dass nicht so sehr viel Emotionen auslösen sollte. Aber bei Worten kommt es ja sehr auf dem Kontext an, wie man wunderbar am Wort „feucht“ sehen kann. Ob im selben Satz das Wort „Wand“ oder das Wort „Pussy“ vorkommt, macht hier einen entscheidenden Unterschied. Kontext eben.

So ist es auch mit dem Wort Erziehung. Geht es um ein Pädagogikstudium oder fällt es auf einem Spielplatz, dann ist die Bedeutung entscheidend anders, als wenn es im BDSM-Kontext fällt.

Vor Jahren hätte ich nicht vermutet, dass es so ist. Aber der Begriff der Erziehung ist bei devoten Frauen meiner Erfahrung nach etwas, dass auf große Begeisterung und genau den persönlichen Kink treffen kann. Er kann aber auch vehemente Ablehnung hervorrufen wie „Das haben meine Eltern schob ganz gut erledigt.“ oder „Ich bin doch kein Kind mehr.“ oder „Dann kauf dir doch einen Hund.“.

Viele Menschen scheinen den Begriff mit der Kindheit zu verbinden und das ist verständlich, denn so wird er wohl auch mehrheitlich verwendet und verstanden. Aber der Duden spricht auch einfach von „zu einem bestimmten Verhalten anleiten“. Und das wäre auch meine Definition von Erziehung im BDSM-Kontext. Denn nichts anderes passiert ja oft in Dom-Sub-Beziehungen. Es wird gemeinsam erwünschtes Verhalten definiert und dann dazu „angeleitet“.

Kinder werden heute meist weniger autoritär erzogen als früher. Hier geben Eltern oft ein gutes Beispiel und leiten die Kinder an dem zu folgen. Ganz so anti-autoritär geht es im BDSM nicht. Hier wird natürlich gewollt, dass Regeln aufgestellt und diese auch mit Strafen durchgesetzt werden. Auch hier gibt es also keine Parallele zur Kindererziehung.

Es ist nicht schwer zu erkennen, dass ich den Begriff der Erziehung im BDSM-Kontext mag. Es geht mir in einer festen (Spiel-)Beziehung immer darum zu einem „bestimmten Verhalten anzuleiten“. Ich möchte, dass meine Sub Dinge in unserem Dom-Sub-Verhältnis und in unserem Zusammensein auf eine Art tut, die ich mag und einfordere. Immer im Consent natürlich, aber dennoch nach meinen Vorstellungen. Und das setze ich dann auch durch.

Darüber hinaus geht es mir aber darum nicht nur zu fordern, sondern auch zu fördern. So kann es auf Wunsch und nach Absprache ebenso anregend wie hilfreich sein, wenn Dom Sub mit Verboten, Regeln oder Geboten unterstützt. Beispielsweise kann es die Selbstdisziplin im Bezug auf Süßigkeiten enorm stärken, wenn Dom klare Regeln vorgibt wann oder wie viele davon erlaubt sind. Oder bis wann welche Aufgaben erledigt sein sollen, die Sub erledigen möchte, aber dann doch immer wieder hinaus schiebt.

Erziehung im BDSM muss man nicht mögen oder praktizieren. Jeder und jede wie sie oder er mag. Aber unter der Maßgabe, dass es eben „nur“ darum geht ein gewünschtes Verhalten zu fördern und dazu anzuleiten und unter der Maßgabe, dass es zum Wohle und zur Förderung von Sub dient, ist es für mich etwas Positives.

Der Begriff lässt uns nur eben an die Zeiten denken, als die Eltern gesagt haben „Um acht bist du aber zuhause“ oder „Nein, Du darfst Malte-Torben nicht zum spielen treffen“. Das hat aber im Normalfall nichts mit dem zu tun, wie Erziehung im BDSM-Kontext aussieht.

Also in Zukunft vielleicht weniger Angst vor dem „bösen“ Wort Erziehung haben und sich ein wenig damit beschäftigen, was es in der Praxis bedeuten würde und ob es nicht doch zum Gegenseitigen Lustgewinn ein Teil des eigenen BDSM sein kann.


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Augenöffner Insex

Kürzlich wurde ich gefragt, ob es etwas gibt, dass mein BDSM und meine Verständnis davon beeinflusst hat. Eine sehr gute Frage wie ich fand und eine, die ich mir gelegentlich früher auch schon gestellt habe. Sicher war es, als ich das Buch „Die Geschichte der O“ in die Hände bekam. Damals Anfang der 90er etwa war das für mich ein Augenöffner.

Aber neulich sah ich einen alten Porno und mir fiel ein, wie wegweisend damals eine bestimmte Seite für mich war. Eine Seite, die meine Sicht auf BDSM und mein Wissen darüber ganz sicher beeinflusst hat. Irgendwann um 1998 herum schätze ich. Das Internet war aufgekommen, ich war schon sehr früh dabei und stieß, hungrig nach BDSM und ein paar anregenden Ideen auf Insex.com.

Diese Seite hat mir tatsächlich für vieles die Augen geöffnet und mir Dinge gezeigt, die ich bis dahin noch nie gesehen hatte. Vielleicht sogar Dinge, die ich seitdem nie wieder gesehen habe.

Insex.com existiert heute nicht mehr. Gegründet wurde sie 1997 in New York von Brent Scott (bekannt als pd), einem ehemaligen Professor der Carnegie Mellon University. Die Seite zeigte sowohl Livestreams als auch Videos die sich ausschließlich um BDSM drehten.

Was man sah, waren echte BDSM-Szenen in denen die Frauen so gut wie immer in der passiven Rolle waren. Und es gab alle denkbaren Spielarten zu sehen: Seil- und Metall-Bondage, Schläge mit verschiedenen Utensilien, Spiele mit Nadeln, Untersuchungen, Breathplay, Knebelungen, Erniedrigung, Verhöre, Petplay, Fucking Machines, Einläufe, Natursektspiele, Wasserfolter und Kreuzigungen. Nicht zu vergessen der Magic Wand, den ich dort zum ersten Mal sah. Und diese Liste ist sehr wahrscheinlich nicht vollständig.

Was sie aber besonders machte war nicht, dass es dort BDSM zu sehen gab. Auch damals schon herrschte an Porno im Internet kein Mangel. Was neu war und die Seite so populär machte: was man sah war echt. Zumindest wirkte es auf mich so und auch rückblickend wirft der Seite niemand vor, die Action sei irgendwie gefaked. Im Gegenteil.

Man sah, besonders in den Livestreams, dass das was passierte real war. Die Models oder Darstellerinnen trugen Spuren davon, die man live entstehen sah. Man sah auch oft in den folgenden Aufnahmen noch Spuren der letzten „Show“.

Übrigens konnten während dieser Livestreams die Mitglieder der Seite per Chat Vorschläge machen, was mit den Models als nächstes gemacht werden sollte. Darauf reagierten wiederum die Macher und eben auch die Darstellerinnen. Das machte alles noch realer und hob es ab vom gestellten Porno.

Das ganze hatte also nichts zu tun, mit den gestellten Videos, die man sonst damals sehen konnte, in denen ein paar Pornodarsteller BDSM simulierten. Die Darsteller hier, durchliefen das alles wirklich. Und oftmals waren es keine professionellen Pornodarstellerinnen, da diese die Spuren scheuten. Denn die hätten beim nächsten Dreh gestört.

So waren die Darstellerinnen entweder Frauen aus der Szene, die noch nie vor der Kamera standen und sich extra bei Insex beworben hatten, oder spezielle Darstellerinnen, die selber den Lebensstil lebten. Manche bewarben sich auch aus Abenteuerlust um dass, was sie in den Videos sahen einfach mal zu erleben.

Besonders wichtig waren auch immer die Interviews. Heute kennen wir sie, aber ich habe sie meiner Erinnerung nach dort zum ersten Mal gesehen. Vor und nach den Aufnahmen saßen die Frauen vor der Kamera und wurden aus dem Off befragt. Sie wurden nach Vorlieben, Limits und Erfahrungen befragt und beispielweise über Safewords aufgeklärt.

Die einen mag das gestört haben. Aber für mich war es damals toll zu sehen, wie diese Frauen vor der „Action“ befragt und hinterher meist mit glänzenden Augen und einem seligen Lächeln da saßen, völlig zerzaust, aber zufrieden.

Es gibt heute viele Nachfolger und die Macher und Darstellerinnen der Seite sind zum Teil auch noch aktiv. Heute bekannte Seiten wie kink.com mit ihren Rubriken wie „Sex and Submission“, „Public Disgrace“ oder „The Training of O“ wurden zwar ähnlich früh gegründet, haben sich aber doch so einiges bei den Pionieren abgeschaut.

Das ist für mich aber alles nicht so wichtig. Ich bin kein Historiker in Sachen Internet-Pornographie und schon gar kein Moralwächter.

Aber für mich ganz persönlich war Insex ein Augenöffner.

Einmal, weil ich ziemlich realen BDSM in einer Vielfalt zu sehen bekam wie nie zuvor. Dann, weil trotz aller Härte der Darstellungen für mich völlig klar wurde, dass hier Menschen agierten, die genossen was sie taten. Und drittens wurde mein Kopfkino befeuert mit Themen, die mich heute noch umtreiben.

Beispielsweise kauften die Betreiber der Seite irgendwann ein Areal, dass in der Folge „die Farm“ genannt wurde. Hier waren dann Szenen im Freien möglich oder in einer Scheune, die heute noch mein Kopfkino beschäftigen.

Wenn ich heute die im Internet noch verfügbaren Filme anschaue, dann haben sie längst nicht mehr diese Wirkung auf mich. Es war eben der Moment in meiner Entwicklung, der genau zu dieser Seite passte. Und so hat sie mich eben damals stark beeinflusst.

Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass das Ende der Seite nicht ganz freiwillig war. Der christliche Fundamentalist John Ashcroft war unter Bush Justizminister und empörte sich moralisch über die Praktiken die bei Insex gezeigt wurden. Er beauftragte das FBI zu ermitteln, diese wandten sich für Informationen an die Banken die mit Insex zusammen arbeiteten, die aus Angst vor Problemen die Zusammenarbeit aufkündigten.

Insex gab bald auf und machte dicht. pd betreibt heute Seiten wie hardtied.com und infernalrestraints.com, die aber (mutmaßlich aus Sorge vor der Politik) wesentlich sanfter sind als alles, was es bei Insex gab. Beispielsweise gibt es auf diesen Seiten und bei kink.com heute keine NS-Spiele mehr. Aus Sorgen, die Hüter der Moral in den USA wieder gegen sich aufzubringen.

Heute ist BDSM im Netz nicht mehr so frei wie damals. Zumindest nicht der kommerzielle Teil. Aber insex.com hat seine Spuren hinterlassen.


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Im Verhör, Teil 6

Fortsetzung von Teil 5

Sie spürte ihre Arme schon lange nicht mehr. Auch das Zeitgefühl hatte sie völlig verloren. Das Licht war mehrfach an und aus gegangen. Irgendwann war sie eingedöst. Einmal hatte sie das Gefühl gehabt, dass noch einmal jemand in ihre Zelle gekommen war und sie gefickt hatte. Aber es konnte auch ein Traum gewesen sein. Sie wusste es nicht.

Irgendwann öffnet sich die Tür und eine weibliche Stimme sagte „So, da haben wir also 3502. Schön, schön. Da wollen wir dich mal losmachen. Du hast ja heute einen großen Tag vor dir.“. Angie spürte eine leise Panik in sich aufsteigen, spürte aber auch sofort Dankbarkeit, als ihre Arme anfingen zu sinken, weil die Wärterin den Haken von der Decke gelassen hatte.

Jetzt wo die Arme sanken und das Blut in sie zurückkehrte, tat es höllisch weh. Kurz war Angie sogar das erste Mal versucht eine der ihr vorab übermittelten Informationen preiszugeben, die quasi als ihre Safewörter dienten. Sie tat es aber nicht.

Die Wärterin löste ihre Handeisen von der Vorrichtung die schon wieder auf dem Weg nach oben unter die Decke war. Angie sank erschöpft zu Boden und fing an zu weinen. Vor Schmerz, vor Erleichterung, dass sie nicht mehr an der Deck hing. Sie wusste es eigentlich gar nicht. Aber sie weinte.

Die Wärterin lies das allerdings völlig unberührt. „Bleib gleich auf dem Boden. Du bekommst dein Frühstück.“ sagte sie und verließ kurz die Zelle. Nur um sofort wieder mit zwei Schüsseln zurückzukehren. Beide stellte sie auf den Boden.

„Das ist dein Frühstück. Du benutzt nicht deine Hände. Wenn ich JETZT sage, dann hast Du drei Minuten Zeit zu frühstücken. Verstanden?“

„Ja.“ brachte Angie schluchzend hervor und fragte sich, wie sie ihre Hände denn hätte benutzen sollen, da diese ja immer noch hinter ihrem Rücken gefesselt waren.

„Und hör auf zu heulen. Du hast genau gewusst worauf Du dich eingelassen hast, als du dieser Terrorzelle beigetreten bist. Jetzt zu heulen ist erbärmlich. Ich hasse solche Heulsusen wie dich. Das hättest Du dir früher überlegen sollen. Dafür bekommst Du gleich noch ein Extra.“

Sagte es, und zu Angies Entsetzen öffnete sie ihre Hose, zog diese und die Unterhose herunter, hockte sich über die Schüssel in der eine Art Porridge war und pinkelte einen Strahl in die Schüssel. Es ging so schnell und gezielt, dass Angie es fast schon bewundern musste.

„So, das ist ein kleiner Bonus für Heulsuse.“ stieß die Wärterin hervor und grinste, dass es nur diabolisch genannt werden konnte. Sie steckte zwei ihrer Finger in das Porridge, verrührte ihren Urin mit dem Brei und sagte „JETZT.“

Angie zögerte. Aber sie hatte seit ihrer Abreise zu Hause nichts gegessen. Sie überwand sich und steckte ihr Gesicht in die Schüssel. Schon ertönte die Stimme der Wärterin „Zweieinhalb Minuten.“. Angie begann zu essen. Oder besser zu fressen, zu schlabbern und zu schlingen. Sie trank dazwischen aus der zweiten Schüssel, in der stilles Wasser war.

Als das Kommando „Stop“ kam, hatte sie sich komplett eingesaut. Ihr Gesicht war voll, ihre Haare, alles. Aber sie hatte auch keinen Hunger mehr. Das war die Hauptsache.

Die Wärterin verließ mit den Schüsseln die Zelle und schloss ab. Wenig später kehrte sie aber zurück, nahm wortlos die die Kette hinter ihrem Rücken und zog sie daran hoch „Mitkommen.“.

Sie wurde nackt durch Gänge geführt, vorbei an Wärtern und sie wusste, dass dieser eine es gewesen war, der sie gefickt hatte. Scham spürte sie schon lange nicht mehr. Etwas machte ihr das Angst. Aber wenn sie in dem Moment gewusst hätte, was sie noch erwarten sollte, dann hätte sie sich zumindest diese Angst sparen können.

Endlich kamen sie in ein Badezimmer und als Angie vor dem Spiegel stand erschrak sie. Da stand sie also. Verdreckt, zerzaust, fremdes Sperma klebte noch immer zwischen ihren Beinen. Im Alttag war sie Assistentin des Geschäftsführers eines mittelständischen Unternehmens. Sie war jeden Tag geschminkt und gestyled. Jetzt erkannte sie sich kaum wieder. Kein Mensch der sie kannte, ahnte, dass das in ihr steckte. Sie selber war überrascht, dass sie so weit gehen konnte. Und dennoch tat sie es.

„Du hast 5 Minuten dich frisch zu machen, damit Du nicht mehr ganz so abstoßend bist.“ grinste die Wärterin und nahm ihr die Handeisen ab ehe sie die Tür schloss.

Natürlich hatte das Bad keine Fenster, nur eine Toilette und eine Dusche. Aus der Erfahrung des Zeitlimits beim Frühstück hatte sie gelernt und sprang sofort unter die Dusche. Es war ihr zwar peinlich, denn sonst tat sie das nie, aber aus Zeitersparnis lies sie sogar den Urin einfach unter der Dusche laufen.

Es gab weder Duschgel, Seife oder Shampoo. Sie hatte nur das Wasser um den schlimmsten Schmutz zu entfernen. Sie spülte ihre Haare, entfernte das Porridge so gut es ging, wusch sich so gründlich wie möglich zwischen den Beinen.

Sie stand noch unter der Dusche und das Wasser lief, als die Wärterin wieder herein kam. „Die Zeit ist um.“ höhnte sie und zog Angie an den Haaren aus der Dusche. Ohne sich abtrocknen zu können, legte ihr die Frau die Handeisen wieder an und tropfend verließen sie das Bad.

Allerdings ging es nicht in die Richtung, aus der sie eben gekommen waren. Das fiel Angie sofort auf. „Es geht jetzt zu einem ersten Verhör.“ grinste die Wärterin und Angie lief es heiß und kalt den Rücken herunter.

Ende Teil 6. Wird fortgesetzt.


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Im Verhör, Teil 5

Fortsetzung von Teil 4

„Wir können das hier auf die leichte oder die schwere Art machen. Egal welche, Du wirst reden. Es kommt nur darauf an, wie sehr wir dich bis dahin überzeugen müssen“

Mit den letzten Worten klickte es wieder und wieder schrie Angie vor Schmerz auf, denn wieder hatte er der Schocker gegen ihre Pussy gedrückt und ausgelöst. So musste es sein.

„Also“ fuhr er fort „wenn Du uns die Namen deiner Komplizen gibst oder wann ihr zuschlagen wollt. Oder wenn Du uns sagst an welchen Orten ihr etwas plant, dann kann das alles schnell für dich vorbei sein.“

„Ich weiß aber nichts.“ stieß Angie hervor. Und sofort löste der Mann wieder den Schocker aus. Wieder schrie sie auf und fing an zu befürchten, dass sie die Kontrolle über ihre Blase verlieren könnte, wenn er so weiter machte.

„Ich wusste, dass Du das sagen würdest. Es war auch zu erwarten, dass Du etwas Zeit brauchen würdest um dir klar zu werden, dass es nur einen Weg gibt. Ich gebe dir diese Zeit und komme einfach später wieder.“

Das alles sagte er mit so sanfter Stimme und in einem beiläufigen Ton, der Angie mehr Angst machte, als wenn er geschrien hätte.

Diese Entwicklung hatte Angie nicht erwartet und sie entspannte sich etwas. Aber entgegen ihrer Erwartung wurde die Kette nicht gelockert, so dass sie wieder aufrecht stehen konnte. Im Gegenteil hörte sie die Tür auf und wieder zugehen. So blieb sie bewegungslos und mit hinter dem Rücken nach oben gerissenen Armen mitten im Raum hängen.

Sie wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war. Ihre Arme waren taub und die Gelenke schmerzten. Alles tat ihr weh und ihre Gedanken kreisten unaufhörlich. Plötzlich hörte sie, wie sich hinter ihr wieder die Tür öffnete.

Sie war sicher, dass das Verhör nun weiter gehen würde, konnte aber nicht sehen, wer den Raum betreten hatte und wartete angespannt.

„Endlich alleine.“ sagte eine Stimme und Angie erkannte, dass es Wärter Y war. Sie erstarrte. Sein Tonfall war überhaupt nicht sanft, sondern sie hörte seine Gier heraus.

Er trat von hinten an sie heran und sie spürte, wie seine Hände ihren Arsch befühlten und dann den Rücken entlang zu ihren Brüsten wanderten.

„Darauf freue ich mich schon den ganzen Tag Arhira.“ sagte er und fühlte mit seiner forschenden Hand ihre Pussy. „Und wie ich spüre, Du auch.“ ergänzte er und zog seine jetzt nassen Finger zurück.

Sofort hörte sie einen Reißverschluss und schon war er in sie eingedrungen. Er machte einen Grunzlaut und Angie stöhnte erschrocken auf. So ansatz- und mühelos war er tief in sie eingedrungen.

Normalerweise dauerte es eine ganze Weile bis sie so erregt war, dass sie kommen konnte. Aber in dieser angespannten Ausnahmesituation hatte sie das Gefühl direkt nach wenigen Stößen kommen zu können.

Wächter Y stieß hart und brutal zu. Ganz offensichtlich war es ihm völlig egal was sie spürte, wollte oder dachte. Er wollte seine Befriedigung und sonst nichts. Aber auch Angie konnte kaum mehr an sich halten.

Es war schnell vorbei. Kurz bevor Angie selber beinahe gekommen wäre hörte sie ein Grunzen und spürte, wie er kam. Ohne ein weiteres Wort zog er sich zurück, richtete seine Kleidung und verließ die Zelle.

Angie blieb in der selben Position zurück und spürte, wie es ihr feucht die Beine herunter lief. Vor allem aber drehte sich ihr Kopf. Was passierte hier? Sie war an einem Ort den sie nicht kannte. Sie war unter lauter Fremden, die über sie bestimmen konnten. Sie hatte sich bereits eingenässt, war erniedrigt und durchsucht worden. Sie war mit einem Elektroschocker oder was auch immer an ihrer Pussy geschockt worden. Sie hing wehrlos und nackt in einer Zelle. Und dennoch war sie eben beinahe gekommen, als ein völlig Fremder sie ansatzlos und nur für ein paar Minuten von hinten gefickt hatte. Oder war sie gerade deswegen beinahe gekommen?

Was passierte hier?

Ende Teil 5. Hier geht es zu Teil 6.


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Was stimmt mit mir nicht?

Dies wird ein etwas anderer Artikel. Sagt nicht, dass ich euch nicht gewarnt habe. Manche Dinge können scheinbar nicht oft genug und nicht klar genug gesagt werden. Daher hier mal komprimiert:

„Ich möchte nackt in einen Käfig gesperrt und dort gehalten werden. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte als kleines Mädchen behandelt werden um dass dich ein dominanter Mann kümmert. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte als Möbelstück dienen. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte von mir Fremden gefickt werden. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte geschlagen werden, bis ich überall blaue Flecken habe. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte so erniedrigt werden, dass es mir unangenehm ist es zuzugeben. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte Vergewaltigungsspiele erleben. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte als Hund/Katze behandelt und erzogen werden. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte angepinkelt oder angespuckt werden. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte geohrfeigt werden. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte in Ketten in einem dunklen Keller eingesperrt werden. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte, dass man mir im Alltag Regeln gibt und mir vorschreibt was ich darf und was nicht. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte sehr harten Sex, bei dem man keine Rücksicht auf mich nimmt. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte ein Entführungsszenario durchleben und dabei gerne unsanft im Kofferraum eines Autos landen. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte keusch gehalten werden und dabei zusehen müssen, wie mein Partner/meine Partnerin Sex mit anderen hat. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte, dass man mir Angst macht, weil es mich erregt. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte, dass man mir Nadeln in den Intimbereich steckt. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte ein ein Pferd oder Pony sein und gerne vor eine Kutsche gespannt werden. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte, dass mein Partner/meine Partnerin über meine Sexualität bestimmt. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte regungslos gefesselt hängen und vollkommen ausgeliefert sein. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

„Ich möchte spüren, wie sich eine Melkmaschine an meinen Brüsten festsaugt. Was stimmt mit mir nicht?“
Mit dir ist alles in Ordnung. Dieser Wunsch oder diese Fantasie ist in Ordnung.

Um es zum Abschluss noch einmal klar zu sagen: so lange ihr niemandem schadet, alle beteiligten freiwillig mitmachen und im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte sind, ist alles erlaubt und alles ok. Es gibt keinen Grund für Scham oder Schuldgefühle. Macht euch nicht unnötig verrückt. Es. Ist. Ok.


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Immer extremer

Gerade zuletzt wurde ich immer wieder mit bangem Blick gefragt „…aber wird man dann nicht mit der Zeit immer extremer?“ und darin schwingt die Sorge mit, dass man irgendwann als eine Art „nymphomane, nimmersatte und dauergeile Schlampe“ endet, wenn man sich auf BDSM einlässt. Aber ich kann euch beruhigen: es ist nur zum Teil so. Denn eine Schlampe wird man dadurch nicht. Aber Spaß beiseite.

Zuerst ein paar Gedanken zum Wort „extrem„. Was ist denn im BDSM extrem? Was für den einen an Grenzen geht, ist für die andere harmlos und umgekehrt. Wenn ich Ohrfeigen gebe, dann ist das für manche extrem. Es geht für sie an ihre Grenzen oder darüber hinaus. Aber an die eigenen Grenzen zu gehen ist nicht per se extrem. Es ist ganz individuell eine Erfahrung im persönlichen Grenzbereich. Ich persönlich finde für mich alles was mit Nadeln zu tun hat eine Grenze. Ich könnte einer Sub nicht irgendwo Nadeln rein stecken. Ein Mensch mit medizinischer Vorerfahrung lächelt milde bei diesem „Extrem“.

Manche Dinge sind auch einfach Präferenzen. So essen einige Menschen gerne scharf und können Habanero-Chilis pur essen. Wieder andere zucken schon bei ein wenig Tabasco zusammen und sagen „das ist zu scharf“. Erstere sind deswegen nicht extrem. Sie haben einfach einen anderen Geschmack.

Dennoch verstehe ich die Sorge und sie ist nicht völlig unberechtigt. Aber wie bei den meisten Sorgen und Ängsten scheint das Problem größer, als es am Ende ist. Und auch wenn ich nicht wie ein Typ wirken will, der Lebenshilfe-Bücher verkauft und auf der Bühne „Tschakka“ schreit, dieses „Problem“ ist aus meiner Sicht eher eine Chance.

Klar kann man es so sehen, dass man erst mit leichten und „harmlosen“ Praktiken anfängt und dann immer mehr und härtere Praktiken will. Aber vor allem anderen: das ist nicht so. Es ist kein Automatismus, der nie aufhört und sich wie eine Spirale immer weiter dreht. Wenn dem so wäre, dann müsste ich nach mittlerweile über 25 Jahren Erfahrung bei Dingen angekommen sein die… ähm, ich weiß auch nicht. Aber bei sehr schlimmen. Zumindest in den Augen derer, die diese Befürchtungen hegen.

Ja, es ist sehr wahrscheinlich, dass Du nach den ersten Klapsen mehr willst. Willst Du nicht mehr, dann ist BDSM vielleicht nicht dein Ding. Zumindest sind es wohl Klapse dann nicht. Auch das ist ok. Aber vor der furchtbaren Spirale der Extreme musste Du dich dann nicht sorgen. Und wenn drei Schläge mit einer Gerte eine härtere Variante von drei Schlägen mit der Hand sind, dann stimmt die Befürchtung vielleicht.

Aber übertragen wir diese Befürchtung doch einmal auf andere Lebensbereiche.

Der Mensch, der gerne Habanero isst, wird sich an die Schärfe vielleicht irgendwann gewöhnen und etwas schärferes essen wollen. Vielleicht aber auch nicht. Und wenn, dann entscheidet er es.

Oder wenn jemand sich etwas kochen möchte und sich die Zutaten anschaut, befürchtet er dann, dass, wenn er jetzt anfängt zu kochen, sich die Spirale immer extremer drehen wird und er irgendwann bei Molekular-Schaum an Anis-Tropfen oder bei Beef Wellington landet? Und wird dieser Mensch daher dann lieber verhungern und nicht anfangen zu kochen?

Oder wird eine Musikerin nach dem Spielen der Tonleiter lieber aufhören zu spielen, weil sie befürchtet, dass die Spirale immer extremer wird und sie am Ende ein Klavierkonzert oder ein Geigensolo wird spielen können?

Und werden diese Menschen lieber verzichten, aus Sorge wohin das führen kann? Ich hoffe doch nicht.

Ich möchte die Sorge aber natürlich ernst nehmen. Denn ein wahrer Kern steckt ja doch drin. Es ist nur eben nichts, dem man hilflos und wie ein Passagier ausgeliefert ist.

Vorausgesetzt, dass ihr Gefallen am Geschehen findet, werden auf die ersten Schläge vermutlich härtere folgen. Es werden auch mehr folgen. Je nach Vorliebe auch viele mehr und viel härtere. Ja, es tritt auch eine Art Gewöhnung ein. Aber ganz sicher nicht bis zu einem Punkt, dass ihr euch halb tot schlagen lasst. Ganz sicher nicht bis zu einem Punkt, an dem ihr euch nicht wieder erkennt und nicht mehr in den Spiegel schauen könnt.

Vorausgesetzt, dass ihr Gefallen am Geschehen findet, werden auf die ersten Erniedrigungen andere folgen. Schlimmere. Das kann schon sein. Und ja, das Wort Hure oder das Wort Fotze nutzen sich auch ab, wenn man sie immer und immer wieder hört. Also kann es hier auch Steigerungen geben. Aber nur, wenn ihr es wollt.

Vorausgesetzt, dass ihr Gefallen am Geschehen findet, werden zum Beispiel auf erste, leichte Schläge dann mehr und härtere Schläge folgen. Aber sicher nur, wenn ihr neugierig auf mehr seid und mehr erfahren und erfühlen wollt. Auch hier wird es sich kaum so weit steigern, dass ihr euch nicht mehr als ihr selber fühlt.

Der Kern ist eigentlich, dass ihr in der Hand habt, wie weit ihr gehen wollt und ob ihr weiter gehen wollt als ihr schon gegangen seid. Kein Dom der den Namen verdient, wird euch zu etwas bringen, dass ihr nicht wollt. Und wenn ihr es wollt und genießt, wo ist dann das Problem?

Erwartungen treffen auf realen BDSM

Darf Sub Wünsche und Bedürfnisse äußern? Oder widerspricht das in sich schon der Rolle als Sub? Muss man als Sub also willen- und wunschlos sein? Oder zumindest den Willen und die Wünsche nicht äußern, sondern sich komplett dem dominanten Part unterwerfen?

„Aber wenn ich dir meine Wünsche und Fantasien sage, bin ich da nicht so eine Wunschzettelsub?“. Diese und ähnlich spannende Fragen habe ich in letzter Zeit diskutiert. Sie haben mich zum nachdenken angeregt und ich habe dabei wieder einmal viel gelernt.

Wenn man Sub ist, dann sucht man dominante Führung, Abgabe von Kontrolle, nicht entscheiden müssen. Das liegt in der Natur der Sache. Und ja, da scheint es vielleicht gerade als Anfängerin oder Anfänger widersinnig, wenn man nach Wünschen und Fantasien gefragt wird. Schließlich will man ja brav und gehorsam sein. Man will nicht vorgeben was passieren soll. Das soll ja gerade der dominante Part tun. Und gibt es da nicht dieses schlimme Wort „Wunschzettelsub“? Das möchte man ja nun auf gar keinen Fall sein. Denn das ist offenbar das Schlimmste überhaupt.

Nun gut, räumen wir mal mit ein paar Mythen auf. Ich habe es schon gelegentlich gesagt und sage es wieder: der Begriff Wunschzettelsub ist für mich ein Kampfbegriff. Wer ihn verwendet, will damit in den allermeisten Fällen bezwecken, dass jemand seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse aufgibt und hinten anstellt. Ich halte das für grundfalsch und benutze diesen Begriff nie.

Wer jemanden als Wunschzettelsub bezeichnet, der scheut die Auseinandersetzung mit dem Gegenüber und will das Gegenüber zum Schweigen bringen. Werdet ihr so bezeichnet, dann würde ich an eurer Stelle ganz scharf nachdenken, ob euer Gegenüber eure Aufmerksamkeit, Zuwendung und Zeit wert ist.

Jetzt fragt ihr vielleicht „Ok, aber ich will doch, dass Dom bestimmt. Ist Wünsche äußern dann nicht doch falsch in einer Dom/Sub-Beziehung?“

Nein, finde ich überhaupt nicht. In der Kennenlernphase muss Dom ja überhaupt erst einmal wissen und herausfinden, was Sub mag und was nicht. Klar kann man das per „Trial and Error“ machen oder Dom raten lassen. Einfacher ist es aber, wenn man sagt worauf man steht. Das spart viel Zeit und Nerven und man umgeht viele potentielle Fettnäpfchen.

Vor allem aber liegt in der ganzen Thematik ein grundlegender Denkfehler vor. Ja, Sub möchte, dass Dom entscheidet. Am besten vielleicht von Anfang an. Aber Wünsche zu äußern und Bedürfnisse zu benennen ist ja nicht das Selbe, wie Wünsche und Bedürfnisse nach blieben und nach eigener Ansage erfüllt zu bekommen.

Wenn ich als Dom genau weiß was die Wünsche und Bedürfnisse sind, dann kann ich doch um ein vielfaches besser damit spielen. Ich kann die Erfüllung für Gehorsam in Aussicht stellen. Ich kann die Erfüllung verweigern, wenn ich nicht zufrieden bin. Ich kann die Erfüllung eines Wunsches andeuten und mit der Erwartung spielen, um ihn dann doch nicht zu erfüllen und so weiter.

Dom bestimmt was passiert. Eben auch ob Wünsche erfüllt werden. Dazu muss Dom diese aber kennen und kann so viel effektiver und zum Lustgewinn beider Seite damit spielen. Kennt Dom die Wünsche und Bedürfnisse nicht, ist ihm oder ihr ein sehr spannendes und vielseitiges Instrument genommen.

Daher plädiere ich immer dafür, dass Sub Fantasien, Wünsche und Bedürfnisse vollkommen offen kommuniziert. Meiner Sub gegenüber verlange und erwarte ich das. In der Kennenlernphase genauso wie auch später. Erst wenn ich weiß, worauf Sub heute besonders Lust hat kann ich doch damit spielen und es verwenden. So haben beide etwas davon.

Was wäre vor allem die Alternative? Einen Wunsch nach einer sexuellen Praktik, einer bestimmten Szene oder einer Fantasie immer nur für sich behalten? In der stillen Hoffnung, dass Dom irgendwann von alleine darauf kommt? Und passiert das nicht, dann still und leise frustriert sein, weil dass, was man gerne hätte eben nie passiert? Das kann ja nicht Sinn der Sache sein.

Noch einmal muss ich in diesem Zusammenhang auf meine Bild des Rahmens zurückkommen, in dem wir BDSM leben. Dom und Sub vereinbaren einen Rahmen von Dingen, die zwischen ihnen gewollt und ok sind. Alle gewünschten und erlaubten Praktiken, Fantasien und Szenarien liegen innerhalb des Rahmens. Alles unerwünschte und verbotene außerhalb. Innerhalb des Rahmens hat Dom komplette Verfügungsgewalt. Was außerhalb liegt, ist eben außerhalb und damit außen vor was die Dom/Sub-Beziehung angeht.

Je reichhaltiger dieser Rahmen gefüllt ist, desto mehr Spielraum hat Dom. Desto weniger vorhersehbar ist, was passieren wird. Desto spannender und reizvoller wird das gemeinsame Spiel. Wenn innerhalb dieses Rahmens auch die Wünsche und Bedürfnisse von Sub bekannt sind, dann verbessert und vertieft das nur das gemeinsame BDSM-Erlebnis.

Wenn euch also andere oder eure innere Stimme sagen, dass es als Sub falsch ist Wünsche zu haben und zu äußern, dann hört nicht auf sie. Sie haben unrecht. Offene Kommunikation über Wünsche und Bedürfnisse ist Teil einer gesunden BDSM-Beziehung. Dass am Ende aber nur der dominante Part über die Erfüllung bestimmt eben auch. Und das ist beides gut so.

Aufgaben im BDSM

Es gibt vermutlich niemanden der oder die sich mit BDSM beschäftigt und in dem Zusammenhang noch nie von Aufgaben gehört hat. Wie Strafen, Regeln, Schläge oder Lederoutfits gehören auch Aufgaben zu den Klassikern und fast Klischees von BDSM. Was aber macht sie so beliebt und wie setzt man sie am besten ein?

Natürlich habe ich keine empirischen Daten und kann daher nur für mich sprechen. Aber Aufgaben haben aus meiner Sicht mehrere Effekte und, naja, Aufgaben in einer BDSM-Beziehung.

Der offensichtlichste Effekt ist sicher, dass sie einfach Spaß machen und den Reiz oder den Kick erhöhen. In einer D/s-Beziehung macht es beide Partnern eben ggf. an, dass der dominante Part dem devoten Part Aufgaben gibt, die dieser brav zu erledigen hat.

Sie halten aber auch die Spannung oben und das Bewusstsein wach, welches Gefälle in der Beziehung herrscht. Auch wenn man nicht zusammen ist, wird man erinnert und spürt, dass es da dieses Machtgefälle gibt und diesen Menschen, der darüber bestimmt, was Sub zu tun hat.

Weiterhin stärken sie die Bindung, denn man denkt automatisch aneinander, wenn man weiß, der eine Part hat die Aufgabe gegeben, der andere Part erfüllt diese gerade. Man ist beieinander und in Gedanken verbunden. Das sorgt für gemeinsame Erfahrungen und stärkt das Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Natürlich können Aufgaben auch helfen Zeiten von Trennungen zu überbrücken. So kann man diese Phasen sogar nutzen und obwohl man räumlich getrennt ist, wie erwähnt, die Bindung stärken.

Aufgaben sind also neben dem Kick den sie bringen auch nützlich und helfen der BDSM oder D/s-Beziehung. Aber natürlich nur, wenn beide das wollen. Es muss hoffentlich nicht extra erwähnt werden, dass Aufgaben kein Muss sind. Wer einfach keine Lust auf diese Spielart hat, der lässt es einfach. Niemand macht im BDSM etwas falsch, wenn es in der Beziehung eben keine Aufgaben gibt. Macht das unter euch aus. Wenn beide es wollen: GO! Wenn es beide nicht wollen, dann nicht. Wenn es nur ein Part will: dann viel Spaß beim finden eines Kompromisses.

Natürlich gibt es aber auch einiges zu beachten. Auch mit Aufgaben kann man Fehler machen, die dann schnell zur Belastung werden. Beispielsweise ist es wichtig die richtige Balance zu halten. Es mag reizvoll sein möglichst viele Aufgaben zu geben. Aber Sub hat ja mutmaßlich auch noch ein Berufs- und/oder Familienleben. Also achtet schlicht immer darauf, dass die D/s-Aufgaben nicht zu viel Zeit fressen.

Natürlich sollten Aufgaben auch lösbar sein. Wenn Sub Zeit in Aufgaben steckt, nur um dann am Ende immer wieder zu scheitern, dann ist das frustrierend und bewirkt womöglich das Gegenteil des gewünschten Effekts.

Und, ganz wichtig, Aufgaben müssen nachkontrolliert werden. Nichts ist frustrierender, als viel Mühe in etwas gesteckt zu haben, dass Dom am Ende nicht interessiert oder nur ein Schulterzucken entlockt. Auf der anderen Seite müssen Aufgaben aber natürlich auch gewissenhaft erledigt werden. Denn ebenso frustrierend ist es anders herum, wenn Dom sich lange etwas überlegt und Sub es dann schlampig oder gar nicht erledigt. Das dürfte allerdings aufgrund der Art der Konstellation ein eher selteneres Problem sein.

Kommen wir an dieser Stelle zu dem, worauf ihr sicher gewartet habt: zu ein paar Beispielen.

Ich will hier nicht so tun, als seien diese jetzt viel kreativer als alle anderen. Im Gegenteil, für Vorschläge und Idee bin ich offen. Aber die ganz offensichtlichen Dinge wie „muss die Küche sauber machen“, „muss ohne Unterwäsche raus“ oder „muss ihm einen blasen“ lasse ich mal weg. Auch die beliebten Fotoaufgaben finde ich als Beispiel zu naheliegend.

Manche Aufgaben können ganz praktisch sein, gerade wenn man nicht zusammen wohnt kann ein regelmäßiger Wochenplan zum Beispiel eine schöne und sinnvolle Aufgabe sein. Regelmäßig vorgelegt und dann auch möglichst einzuhalten kann er beiden mehr Bezug geben und mehr Planbarkeit, auch für Eingriffe von der dominanten Seite.

Eine fiese Aufgabe die in der Öffentlichkeit spielt kann sein, dass Sub in den Supermarkt geht und sich dort genau zwei Dinge besorgt: eine große Salatgurke oder eine große Aubergine und Gleitgel. Diese dann an der Kasse bezahlen und sehen wie die Blicke sich anfühlen.

Ebenso schön sind gezielte Kleidungsaufgaben. Also an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Gelegenheiten bestimmte, vorgeschriebene Kleidung zu tragen. Welche Kleidung das zu welchem erwünschten Zweck ist, bleibt der Fantasie überlassen.

Auch reizvoll kann bei entsprechender Vorliebe sein, wenn Sub im Internet die erregendsten BDSM-Geschichten oder auch Porno-Videos heraussuchen und Dom präsentieren muss. Das kann danach schön das gemeinsame Kopfkino anregen, Idee geben um Dinge auszuleben oder auch schlicht dazu führen, dass man sich etwas mehr mit Fantasien beschäftigt.

Wie so oft ist das Thema umfangreich und der Fantasie sind wenig Grenzen gesetzt. Aufgaben können genauso auf Stärken wie auch auf Schwächen abzielen. Beides kann reizvoll sein, je nach Vorliebe. Was euch gefällt und wie ihr es gemeinsam einsetzt, ist ganz euch überlassen. Aber seid ruhig kreativ und verlasst die ausgetretenen Pfade. Das macht es meist noch spannender.

Abschließend bin ich natürlich neugierig: was kennt ihr für spannende Aufgaben?