Faszination Kennzeichnungen

Freundschaftsarmbänder, Eheringe, Band-Shirts, Partnerlook, Fußballtrikots. Zusammengehörigkeit zu zeigen ist etwas, dass in der Natur des Menschen tief verankert ist. Wir fühlen uns gut aufgehoben, wenn wir zu einer Gruppe gehören und demonstrieren das dann auch gerne. Wobei „Gruppe“ in einer Ehe mit dem dazugehörigen Ehering ein großes Wort ist. Aber ihr versteht schon was ich meine.

Diese Zusammengehörigkeit hat zwei Auswirkungen: Nach außen gerichtet sagt sie „Wir gehören zusammen. Wir teilen etwas miteinander“. Aber auch nach innen gerichtet sagt sie dem Mitmenschen oder Partner „Wir gehören zusammen. Ich gehöre zu dir. Du gehörst zu mir.„.

Und natürlich findet diese menschliche Neigung zu Zeichen und Zusammengehörigkeit auch ihre Entsprechung im BDSM.

Zum einen gibt es Erkennungszeichen mit denen man sich nach außen als jemand zu erkennen geben kann, der BDSM zugeneigt ist. Beispielsweise ist der „Ring der O“ so ein Zeichen oder auch die Triskele. Sieht man jemanden eines von beidem oder beides tragen, dann ist das ein guter Hinweis darauf, es mit einem oder einer Gleichgesinnten zu tun zu haben. Wobei die Triskele als Schmuck natürlich auch sonst gerne Verwendung findet.

Diese Zeichen dienen oft dazu, sich anderen versteckt zu erkennen zu geben. Weniger häufig hat das Tragen einen sexuellen Aspekt.

Im Gegensatz dazu gibt es andere Arten der Kennzeichnung, die weniger subtil sind.

Grob gesagt gibt es drei verschiedene Spielarten: Kurzfristige, leicht zu entfernende und dauerhafte Kennzeichnungen.

Kurzfristige Kennzeichnungen können mit Lippenstift, Edding, Klebetattoos oder anderen abwaschbaren Mitteln angebrachte Beschriftungen sein. Sie besagen für den Moment „Du gehörst mir„, sind aber leicht zu entfernen.

Weiterhin fallen mir als leicht zu entfernende Kennzeichnungen, der oben erwähnte „Ring der O“ ein. Aber auch andere Ringe, Halsbänder oder Piercings. Hier besonders beliebt natürlich das Intimpiercing, da sie dort angebracht natürlich die deutliche Botschaft „MEINS“ senden können.

Ein ebenfalls nicht zu unterschätzendes Kennzeichen ist bei männlichen Subs der Keuschheitsgürtel. Er erfüllt den ganz praktischen, aber eben auch den übertragenen Zweck Besitz anzuzeigen.

Dauerhafte und nicht mehr (so einfach) zu entfernende Kennzeichnungen sind Tätowierungen und Brandings. Bei einigen sind auch Halsbänder beliebt, die man nur mit bestimmten Schlüsseln entfernen kann. Diesen hat dann natürlich der dominante Part in Besitz.

Unter den genannten Kennzeichnungen kann man zwei weitere Unterteilungen machen: Die nach außen sichtbaren und die nach außen unsichtbaren Kennzeichnungen.

Eine Tätowierung kann so angebracht sein, dass sie zumindest im Sommer viele sehen können oder so, dass sie gerade mal der Arzt zu sehen bekommt. Auch Halsbänder können zwar sichtbar, aber subtil oder auch sehr eindeutig sein. Es kommt immer darauf an, was man wem damit vermitteln will.

Genau das ist der Punkt: Die Art der Kennzeichnung macht den Unterschied. Wie oben erwähnt ist es nämlich auch im BDSM so, dass sie nach außen und nach innen wirken und unterschiedliches Aussagen haben. Ein Halsband oder ein Ring können nach außen sagen „Wir gehören zusammen. Wir sind ein Paar.“. Im Innenverhältnis sagen sie aber oft „Du gehörst mir.“, was im BDSM-Kontext etwas ganz anderes besagt, als im Vanilla-Kontext.

Wer ein Halsband annimmt und trägt und es vielleicht sogar nach außen zeigt, der geht damit eine Verpflichtung ein. Genauso wie die Person, die das Halsband gibt. Es bedeutet Zusammengehörigkeit und im Metakonsens des BDSM auch ein „Ich gehöre dir“ oder „Du gehörst mir“.

Ebenso verhält es sich natürlich mit den anderen Zeichen. Ich persönlich mache da keinen Unterschied, ob es sich um leicht zu entfernende oder dauerhafte Kennzeichen handelt. Es zählt der Gedanke dahinter und die Beteiligten sollten sich dieses Gedankens vorher bewusst sein.

Genauso wie Spuren von Schlägen können aber auch kurzfristige Kennzeichnungen einen großen Reiz haben. Eine Beschriftung mit Edding oder ein Klebetattoo kann ein großer sexueller Kick sein. Etwas, dass man mitnimmt und noch stunden- oder tagelang genießt, ohne aber damit gleich eine tiefe Verpflichtung eingegangen zu sein. Außerdem kann so etwas als Vorstufe dienen, um zu sehen, wie es sich anfühlt so ein Zeichen zu tragen.

Wie ihr seht gibt es viele Abstufungen und Varianten was Kennzeichnungen angeht. Für viele sind sie ein großer Reiz und manche von ihnen sind im BDSM vergleichbar mit Ehe- oder Verlobungsringen unter Vanillas.

Bevor ihr aber zu dauerhaften Kennzeichnungen greift, seid euch verdammt sicher. Tattoos beispielsweise wieder los zu werden kann teuer und schmerzhaft sein und ständig an intimer Stelle den Namen eines oder einer Verflossenen zu haben, will ja auch niemand.

Mit Kennzeichnungen zu spielen ist extrem reizvoll. Es vermittelt beiden Seiten ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und eben auch dieses Gefühl von „Dein Arsch gehört mir„. Greift nicht gleich zum Extrem, sondern tastet euch heran. Vor allem aber, seid auch sicher, dass ihr beide das gleichermaßen ernst nehmt. So vermeidet ihr Enttäuschungen.

Der Dom als Gedankenleser

Das Tolle an so einem Dom ist ja, dass er intuitiv und ohne Fragen zu stellen genau weiß, was eine Sub will. Er geht nie zu weit, aber immer weit genug und dass nur, weil er eben Gedanken lesen kann. Ende des Artikels.

Ja, ich weiß. Viele Subs da draußen würden sich wünschen, dass es genau so läuft. Wir wissen aber alle: Das ist Quatsch und kann nicht funktionieren.

Es ist eine Binsenweisheit, aber um zu bekommen was man will, hilft es ungemein zu sagen was man will.

So leicht ist das aber nicht. Zuerst einmal fällt es ja vielen Menschen und leider vor allem vielen Frauen nicht leicht zu sagen was sie sexuell mögen oder nicht mögen. Manche wissen es sogar gar nicht so genau. Leider spielen oft anerzogene Hemmungen eine große Rolle, was es natürlich schwer macht, mit Leuten darüber zu reden, die man gerade erst kennen lernt.

Außerdem sind da diese ganzen Begriffe. Was bedeutet was? Wie definiert das Gegenüber diese dann wieder? BDSM bedeutet auch auf eine Art eine neue Sprache zu lernen. Woher soll man wissen, ob man Spanking oder Figging mag, wenn man davon noch nie gehört hat und nicht weiß, was dahintersteckt?

Auch wenn man sich die Begriffe angeeignet hat, ist es oft noch nicht leicht so etwas auszusprechen. Man mag sich zwar damit beschäftigt haben und sich vorgestellt haben, wie es wäre. Dann aber klar zu sagen „Also ich mag X und Y. Aber Z ist nicht mein Ding.“, ist nicht immer leicht. Denn häufig war es ein weiter Weg sich überhaupt einzugestehen, dass man beispielsweise geschlagen werden möchte. Diesen Wunsch dann einem anderen Menschen gegenüber klar zu formulieren, ist oft noch einmal eine ganz neue Herausforderung.

Das „Problem“ jedoch ist, dass es gerade im BDSM extrem wichtig ist, zu sagen oder miteinander zu klären was man mag und was man nicht mag.

Denn viel schneller als bei Vanilla-Sex kann man im BDSM durch bloßes „einfach mal ausprobieren“, das Tabu eines anderen brechen und denjenigen damit verletzen. Solche Verletzungen sollten tunlichst vermieden werden. Sie zerstören das Vertrauen und oft auch den Mut sich überhaupt näher an BDSM heran zu wagen. Wer früh eine schlechte Erfahrung macht, der lässt es dann vielleicht lieber ganz.

Was hilft aber nun gegen dieses Problem? Gedankenlesen ist es nicht. Soweit waren wir schon.

Als Dom sollte man der Sub helfen und mit konkreten Fragen Brücken bauen. Einfach entsprechende Stichworte in die Unterhaltung werfen, die Reaktion abwarten und darüber reden. Dabei sollte möglichst auch immer klar sein, dass ein Interesse nicht mit einem Versprechen gleichzusetzen ist oder dass diese oder jene Praktik demnächst ausgeübt werden muss.

Es braucht eine Ebene der Kommunikation, bei der Interessen und Wünsche offen geäußert werden können, ohne dass sie als Verpflichtung verstanden werden. Von beiden Seiten.

Konkrete Beispiele in Geschichten, Büchern, Videos, Gifs, usw. können auch eine gute Anregung sein. Manchmal bringen sie ein Gespräch in Gang und führen zu Themen, an die man in einer Unterhaltung bisher nicht gedacht hatte.

Außerdem ist es oft leichter einen Link zu schicken und die Reaktion abzuwarten, als etwas direkt anzusprechen.

Wichtig ist nur, dass der erfahrenere Part eine Atmosphäre schafft, in der auch der unerfahrene Part sich unbefangen äußern kann. Sich, vielleicht zum ersten Mal, einem anderen Menschen mit solchen Wünschen und Bedürfnissen zu öffnen fällt nicht jedem leicht. Jeder hat dabei sein eigenes Tempo, was respektiert werden will.

Sollte es einem der beiden zu langsam oder zu schnell gehen, dann passt ihr vielleicht einfach nicht so gut zueinander wie es zuerst aussah. Das ist kein Drama und kommt vor. Lasst euch davon nicht entmutigen.

Wie so oft ist Kommunikation hier der Schlüssel. In diesem speziellen Fall aber vor allem auch die Art der Kommunikation. Auf der einen Seite heißt es Raum zu geben, um sich zu öffnen. Auf der anderen Seite mutig sein und auch einfach mal über den eigenen Schatten springen. Schließlich hat man es grundsätzlich mit einem Gleichgesinnten zu tun.

Je mehr Regeln, desto besser?

Eine der spannendsten Fragen bei Neulingen im BDSM ist immer die nach den Regeln. Welche Regeln stelle ich auf? Wie setze ich sie durch? Was mache ich, wenn sie gebrochen werden?

Gerade wer neu auf dem Gebiet ist und sich bisher vielleicht nur in der Fantasie mit BDSM beschäftigt hat, kann da oft nicht genug bekommen. Doms tendieren dann dazu den Alltag von Sub mit Regeln bis ins Detail zu bestimmen. Ebenso wie Subs gerne noch die ein oder andere Regel einfordern. Einfach um endlich zu spüren wie es ist, wenn man diese äußere Macht und den Kontrollverlust erlebt, die bisher nur in der Fantasie existierten.

Aber ist es sinnvoll so viele Regeln wie nur möglich aufzustellen? Am Anfang klingt das sehr verlockend:

  • nach dem Aufstehen direkt per Messenger melden
  • nie Hosen tragen
  • nie Unterhosen tragen
  • keine Röcke die übers Knie gehen
  • jedes Mal um Erlaubnis fragen, ob man auf die Toilette gehen darf
  • fragen, ob man sich befriedigen darf
  • fragen, was man essen darf
  • tagsüber verschiedene Aufgaben erledigen
  • jedes Outfit per Bild absegnen lassen
  • fragen, ob man nach der Arbeit mit Kollegen etwas trinken gehen darf
  • jedes Getränk genehmigen lassen
  • sich vor dem Schlafengehen abmelden usw.

Es ist schnell ersichtlich: So etwas wird schnell zur Hauptbeschäftigung. Beruf, Kinder, Freunde oder Hobbys kann man da gleich ganz vergessen. Und das gilt sowohl für Dom als auch Sub. Denn aufgestellt sind Regeln schnell. Wer aber nicht fast ebenso schnell für Frust bei Sub sorgen will, muss diese Regeln auch durchsetzen und verfolgen.

Da genügt es also nicht zu sagen „Du machst ab jetzt immer das und das“. Denn wenn Sub sich wochenlang an eine Regel hält und dann merkt, dass Dom sie vergessen hat oder sich nicht dafür interessiert, dann ist der Frust groß. Mit Recht.

Machen mehr Regeln also wirklich auch mehr Spaß? Meiner Erfahrung nach nicht. Wie gesagt, artet es schnell in Stress aus, wenn man in wirklich jeder Lebenssituation überlegen muss „Wie war das? Was darf ich?“. Oder eben von Dom-Seite „Was hatte ich noch verboten?“.

Da gehen die Leichtigkeit und der Spaß an der Sache schnell verloren und gerade am Anfang ist der ja das A und O. Denn wer neu einsteigt und merkt, dass das alles keinen Spaß macht und nur anstrengend ist, der hört auch schnell wieder auf. Da ist es im BDSM wie mit dem Fitnessstudio oder dem Joggen. Genau wie dort gilt, auch beim BDSM langsam anfangen und dann steigern.

Überhaupt spricht für mich bei sehr vielen Regeln viel für Flexibilität.

Mein liebstes Beispiel sind da immer die Kleidungsvorschriften: Wer einer Frau vorgibt, dass sie ab sofort nie wieder Hosen tragen darf, sondern nur noch Röcke oder Kleider. Und in Verbindung damit aber auch nie wieder Unterhosen… Wie soll ich sagen? Der übersieht da einfach die Realität zu Gunsten des Kopfkinos. Mindestens einmal im Monat wird das sehr unschön. So ein Tampon oder eine Binde muss ja irgendwie halten.

Davon abgesehen gibt es Gelegenheiten, wo „unten ohne“ unpassend ist. Es gibt Wetterverhältnisse bei dem diese Regel die Gesundheit gefährdet und es gibt einfach auch Momente in denen Frau sich einfach so mal weniger Luftigkeit wünscht.

Jetzt soll es im D/s nicht immer nur um Wünsche gehen und Dinge sollen auch mal schwer fallen, aber ihr versteht was ich meine.

Solche Regeln kann man spannend finden. Man kann sie sich aber auch betrachten und überlegen „Für welche Fälle wird so eine Regel wirklich relevant?“. Klar, als Dom greift man dann gerne mal unter den Rock. Aber muss Sub sich deswegen sieben Tage der Woche danach richte und das sogar, wenn man sich gar nicht so häufig sieht?

Ich halte es immer so, dass ich im Bedarfsfall sage was sie tragen oder nicht tragen soll. Dafür braucht es keine Regel, die im Zweifelsfall eben sehr viel mehr Mühe macht, als sie am Ende an Freude wert ist.

Natürlich kann das jeder handhaben wie er und sie will. Was ich sagen will ist, dass der Umstand und der Aufwand den eine solche Regel bedeutet auch immer dem Ertrag an Freude und Lustgewinn der Beteiligten irgendwie entsprechen muss. Blöd gesagt, bei Wind und Wetter, auch während der Periode und das ganze Jahr kein Höschen tragen, damit Dom drei oder auch zehnmal unter den Rock greifen kann und dort keines vorfindet… Das finde ich überzogen.

Da bin ich wie gesagt lieber flexibel. Andere mögen das aber anders sehen. Das ist jedem selbst überlassen.

Meine Meinung zum Thema Regeln ist aber „Weniger ist mehr“ und ich war erfreut bei einer Umfrage neulich bei Twitter zu sehen, dass es in dieser Filterblase viele ähnlich sehen:

Bedenkt bei Regeln einfach, dass sie auch eingehalten und durchgesetzt werden müssen. Und da vermutlich keiner von uns Vollzeit Dom oder Sub ist, darf das nicht ausarten. So heiß ihr auch darauf seid all diese tollen Dinge endlich auszuprobieren: Lasst euch Zeit und steigert euch langsam. Probiert euch aus, was funktioniert für euch, was klang in der Fantasie besser? Seid auch nicht zu stolz eine Regel wieder zu kassieren, wenn sie nicht funktioniert.

Es ist übrigens oft keine dumme Idee Regeln aufzuschreiben, damit man sie nachlesen kann. Sowohl für Dom, als auch für Sub. Das hilft den Überblick zu bewahren.

Lust am Tabubruch

„Man darf doch andere nicht hauen!“. Das lernen wir schon in frühester Kindheit. Und wenn wir dann als Erwachsene aus sexueller Lust doch andere hauen und quälen? Dann ist das natürlich ein Tabubruch. Denn wir verstoßen gegen Dinge, die uns durch unsere Umgebung als „nicht ok“ vermittelt wurden. Und genau das macht einen nicht unerheblichen Teil des Reizes aus.

Was sind überhaupt Tabus oder „Meidungsgebote“ wie sie der Psychoanalytiker Hartmut Kraft nennt? Tabus sind Dinge, von denen uns unsere Prägung, unsere Umwelt, die Gesellschaft sagt, dass man sie nicht tut. Sie sind eine kulturelle Übereinkunft und nichts, was man irgendwo nachlesen kann.

Und Tabus sind immer im Wandel. Ganz hervorragend kann man das an Filmen sehe, die Skandale ausgelöst haben: Im Jahr 1951 war es ein riesiger Aufreger, dass die Schauspielerin Hildegard Knef im Film „Die Sünderin“ für ein paar Sekunden ihre nackte Brust zeigte. Einige Jahre später, im Jahr 1963 löste der Film „Das Schweigen“ einen Skandal aus, weil in ihm Sexszenen zu sehen waren.

Sowohl die nackt Brust von Frau Knef, als auch die Sexszenen wirken heute furchtbar altbacken. Jeder Schüler hat auf seinem Handy härteren Stoff. Damals aber waren es absolute Tabubrüche.

Was ein Tabu ist, ist also immer eine Frage der Zeit und der Gesellschaft in der man lebt.

Nach dieser Vorrede nun die Frage: Was haben Tabubrüche mit BDSM zu tun? Zuerst sei gesagt, wir reden hier natürlich von den oben erwähnten gesellschaftlichen Tabus. Nicht von den Tabus, die man in einer BDSM-Beziehung aufstellt um Praktiken zu benennen, die man nicht ausleben möchte.

Aus meiner Sicht besteht ein erheblicher Teil von BDSM und dem Reiz den er auf uns ausübt, aus Tabubrüchen. Angefangen bei dem oben erwähnten „Man darf doch andere nicht hauen!“. Im Alltag darf man andere nicht hauen. Im BDSM darf man es. Sogar noch „schlimmer“, man darf gehauen werden wollen. Beides ist ein Tabu.

Mir sagte neulich eine Frau, sie habe ihren Partner früher provoziert, weil sie wusste, dass er irgendwann ausrasten und sie schlagen würde. Und zwar nicht auf die gute Art. Sie hat sich lange gefragt, was mit ihr nicht stimmte, denn ein Teil von ihr genoss diese Schläge. Sie hielt sich für „gestört“. Irgendwann entdeckte sie BDSM und konnte das kanalisieren. Nun ist sie glücklich, weiß was immer fehlte und muss sich nicht mehr verprügeln lassen um zu bekommen was sie braucht.

Aber wo in der Gesellschaft kann man sagen „Ich mag es, wenn er mich schlägt und ich provoziere es sogar.“ So verzweifelt die Situation und so falsch alles daran war. Es zeigt uns, dass „geschlagen werden wollen“ ein Tabu ist. Und BDSM bricht damit.

Für viele kommt die Lust bei den Schlägen aus dem Wunsch Schmerzen zu spüren. Aber ein Teil des Kicks ist eben auch der Tabubruch. Das macht uns an.

Zu wissen man tut etwas Verbotenes kann dazu führen, dass man sich lebendig fühlt. Es ist aufregend, ein Kick, der Reiz des Verbotenen.

Ein weiteres und sehr starke Tabu sind Vergewaltigungsfantasien. Viele Frauen und Männer haben sie. Niemand will das im Normalfall wirklich erleben. Das ist klar. Aber dafür sind es ja Fantasien und da ist eigentlich alles erlaubt. Vor allem aber ist es eben ein Tabu. Keine Frau kann sich öffentlich bekennen und sagen „ach ja, mir vorzustellen vergewaltigt zu werden ist schon ganz geil“. Sie würde von ihren Mitmenschen mindestens schräg angesehen. Und so schämen sich auch viele für diese Fantasie.

Auch hier ist einer der Reize das Spiel mit dem Verbotenen und dem Tabubruch. Immer wieder schwingt die Frage hier mit: Darf man das wollen? Natürlich darf man. So lange alle freiwillig mitmachen und keinem geschadet wird, warum nicht?

Ähnliche Tabus sind Themen wie Anspucken, Natursekt, Ohrfeigen, Erniedrigung oder Prostitutionsfantasien etc.

Alles Praktiken, die man zu BDSM rechnet und die mit Sicherheit Tabus brechen. Dinge bei denen man bei Vanillas teils auf Fassungslosigkeit stößt und die Frage „Und das gefällt dir?“. Ja, tut es. Und ein Teil der Faszination kommt daher, weil wir um die fassungslosen Reaktionen wissen, die es auslösen würde, würden andere davon erfahren.

Mich persönlich kickt es immer wieder mit solchen Tabus zu brechen. Es erhöht den Reiz. Aber für viele Anfänger bedeutet es auch eine extrem hohe Hürde.

Da sind Selbtszweifel nicht selten. Das Gefühl etwas zu wollen, das nicht in Ordnung ist, womöglich sogar irgendwie krank.

Aber das ist Unsinn. Es gibt keinen Grund sich für Fantasien, Wünsche und Bedürfnisse zu schämen die einem gefallen und keinem schaden. Niemand schämt sich für seine Vorliebe für Erdbeereis. Warum auch? Warum sich also für sexuelle Vorlieben schämen?

Außerdem ist es wichtig zu erkennen, dass eben oft genau der Tabubruch den Reiz ausmacht. Nicht nur einmal habe ich von Menschen aus der Altenpflege gehört, dass Natursektspiele für sie so gar keinen Reiz haben. Klar. Wo es Alltag ist und zum Job gehört, ist der Reiz des Verbotenen weg. Mir erscheint das völlig logisch.

Wie so oft zum Schluss ein kleiner Aufruf und Versuch Mut zu machen. Macht euch wegen eurer Wünsche und Fantasien nicht verrückt. Mit ziemlicher Sicherheit seid ihr nicht die Einzigen. Und gerade die Dinge, die euch erschrecken üben einen besonderen Reiz aus. Akzeptiert eure Bedürfnisse und denkt darüber nach, was ihr davon ausleben wollt und was nicht. Sich dafür zu schämen ist jedenfalls weder eine Lösung noch notwendig.

„Aua ist kein Safeword“

Ein alter Gag in BDSM-Kreisen lautet „Aua ist kein Safeword.“. Tatsächlich steckt darin aber sehr viel Wahrheit.

Aber zuerst einmal: was ist ein Safeword? Ein Safeword ist eine Sicherheitsmaßnahme im BDSM. Es ist ein Wort, dass der devote Part benutzen kann um das Machtgefälle zu durchbrechen und zu signalisieren, dass er die Situation beenden möchte. Im Idealfall benutzt man dazu ein Wort, dass in der Situation völlig fremd und fehl am Platz wirkt. Eben, damit es sofort ausfällt.

Und damit kommen wir zurück zum Gag im ersten Absatz. In einer BDSM-Situation ist „Aua“ natürlich etwas dass vorkommen kann. Und „Aua“ soll es ja teilweise machen. Daher ist „Aua“ ein ungeeignetes oder eben gar kein Safeword. Viele verwenden dagegen das Wort „Mayday“ oder etwas völlig fremdes, dass in einer BDSM-Situation unpassend ist und nicht gesagt wird. Das kann alles sein „Kürbis“ oder „Apotheke“ oder was ihr wollt.

Wichtig ist bei der Wahl des Safewords nur, dass es euch im entsprechenden Moment auch einfällt. Und dass es leicht auszusprechen ist. „Rhododendron“ oder „Xylophon“ sind also eher unpraktisch.

Warum aber braucht man ein Safeword? Nun, es kann in jeder BDSM-Session eine Situation entstehen, in der sich der devote Part unwohl fühlt und die Situation beenden möchte. Diese Möglichkeit muss der devote Part IMMER haben, wenn er das möchte. Das ist der Konsens im BDSM. Der devote Part gibt die Macht zeitweilig ab, ist aber natürlich nicht völlig rechtlos. Auch diese Formen gibt es zwar, darum soll es hier aber heute nicht gehen.

Übrigens ist es auch sehr wichtig festzuhalten, dass das Nutzen eines Safewords keine Schande ist. Weder der dominanten noch der devote Part müssen etwas falsch gemacht haben wenn das Safeword zum Einsatz kommt. Keine der beiden Seiten sollte den Einsatz des Safewords als Problem oder gar als Niederlage sehen. Allerdings sollte man, wenn es eingesetzt wurde darüber reden. Klären, was los war, damit beide aus der Situation lernen können.

Was ist aber, wenn der devote Part in der Session nicht reden kann? Sei es wegen eines Knebels oder weil der Mund zugehalten wird? Für diese Fälle sollte man ein Klopfzeichen ausmachen. Auch in dieser Situation muss für den devoten Part eine Möglichkeit bestehen auszusteigen.

Damit das auch gesagt wurde: wer als dominanter Part weiter macht obwohl der devote Part es mit Safeword beenden wollte, der begeht Missbrauch. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich habe es oben schon erwähnt. Es gibt auch die BDSM-Spiele, in denen beide absichtlich auf ein Safeword verzichten. Warum? Beispielsweise, weil sie Grenzen ausloten wollen und der devote Part die Erfahrung sucht absolut und vollkommen in den Händen des anderen zu sein.

Das kann man machen. Aber das ist absolut nichts für Anfänger. Wer auf Safewords oder andere Sicherheitsmaßnahmen komplett verzichtet, der verlässt den Boden von SSC und begibt sich in den Bereich von RACK. Das kann man machen. Aber man sollte genau wissen was man tut.

Ebenfalls zu beachten ist natürlich auch, dass es Spiele gibt, die man nicht abbrechen kann. Die, wenn man sie einmal angefangen hat, einfach ausgehalten werden müssen. Solche Spiele nennt man Tunnelspiele. Ich habe mich neulich in einem Artikel damit beschäftigt.

Kommen wir aber noch zu einer Variante, die ich persönlich bevorzuge. Der sogenannte Ampelcode. So lange alles im grünen Bereich ist, gibt es keinen Grund etwas einzuwenden. Kommt der devote Part aber in die Situation, dass etwas zu heftig wird, zu schmerzhaft oder sonst irgendwie zu schwer, dann sagt er „Orange“. Wie wenn eine Ampel auf Orange springt. Für den dominanten Part ist dass das Signal etwas langsamer zu machen oder nicht fester zuzuschlagen. Die Session kann aber weiter laufen.

Kommt es aber so weit, dass der devote Part wirklich abbrechen möchte, dann kann er das Stopsignal setzen und „Rot“ sagen. Damit signalisiert der devote Part dem dominanten Part „Ich will, dass das sofort aufhört.“ Wie eben auch bei der Benutzung des Safewords.

Für mich persönlich ist das angenehmer. Denn es bietet mehr Möglichkeiten der Steuerung. Für mich und für die Sub. Aber das ist natürlich reine Geschmackssache. Jeder entscheidet sich da für die Methode, mit der man sich am wohlsten fühlt.

Abschließend sei noch einmal gesagt: als Sub auf ein Safeword zu bestehen ist völlig ok. Gerade als Anfänger wäre es sogar unvernünftig darauf zu verzichten.

Das Safeword dann auch zu benutzen ist keine Schande. Und es muss auch nicht das Ende der Session bedeuten. Man muss danach nur vernünftig miteinander reden, sehen wo das Problem lag und dann, je nachdem was beide wollen, weiter machen oder sich doch lieber auf ein andermal vertagen.

Und wie gesagt, ein Safeword zu missachten ist kein Kavaliersdelikt. Wer das tut, der missbraucht mindestens seine Macht oder begeht sogar eine Straftat.

„Bin ich als Sub gut genug?“

Immer wieder lese ich Sätze wie „Die ist als Sub viel weiter als ich.“ oder „Bin ich ihm als Sub überhaupt gut genug?“. Gerade neulich habe ich erst wieder die Frage gehört „Klappt das bei anderen Frauen nicht schneller?“.

Dass unsere Gesellschaft Frauen oft untereinander vergleicht und bewertet ist nicht neu. Ganze TV-Formate wie „Germanys Next Topmodel“ oder „Der Bachelor“ basieren darauf, dass bewertet wird wer schlanker, hübscher, netter und sexier ist. Interessanterweise geht es selten darum, wer gebildeter, intelligenter oder schlagfertiger ist.

Aber auch Frauen untereinander bewerten und vergleichen sich. Und selten führt das zu etwas Gutem und Gesunden.

Wer über eine Bekannte herzieht wegen ihrer Kleidergröße, ihre Frisur oder sonstigen Äußerlichkeiten, der betreibt „Bodyshaming„. Das nur dazu beiträgt, dass zu verfestigen worunter viele leiden.

Wer eine Kollegin Schlampe nennt und über ihr Sexleben herzieht, der betreibt „Slutshaming„. Und das führt nur dazu, dass weibliche Sexualität weiter schlecht geredet wird. Da ist mehr Toleranz angeraten.

Die Ursache für dieses Verhalten liegt vermutlich in dem, was wir von Kindheit erfahren. Jungs sind immer toll, egal was sie tun. Sie werden gelobt und halten sich dann manchmal auch irgendwann für die Größten.

Mädchen dagegen sollen immer nett sein, hübsch aussehen und brav sein. Das führt natürlich dazu, dass man irgendwann nur noch auf die anderen schaut und sich argwöhnisch im Blick hat. Dazu kommen dann noch Vorbilder wie aus oben genannten TV-Sendungen und wir müssen uns nicht wundern.

Nun bin ich kein Soziologe und komme endlich zum Punk, um den es mir eigentlich gehen soll. Denn im BDSM sollten diese Vergleiche überhaupt keinen Platz haben.

Im BDSM sollte es niemals darauf ankommen mehr auszuhalten als jemand anderes. Es sollte nie darauf ankommen etwas schneller oder besser zu machen als jemand anderes. Es sollte nie darauf ankommen überhaupt mit anderen verglichen zu werden. Wie ich schon in einem früheren Beitrag versucht habe darzulegen ist BDSM kein Leistungssport!

Hier sollte nicht die Zahl der Schläge ermittelt werden um zu sehen wer gewonnen hat. Das ist aus meiner Sicht völliger Unsinn.

Und wenn eine Sub sich nicht vor den Dom kniet, dann sollte sie sich nicht fragen, ob eine andere Sub das sicher zu dem Zeitpunkt der Beziehung schon schaffen würde. Sie sollte sich eher fragen, ob sie sich denn überhaupt hinknien WILL. Und wenn nein, dann sollte sie das sagen. Und wenn sie es will, aber nicht schafft, dann sollte sie das Gespräch mit dem Dom suchen und nicht an sich zweifeln.

Dieser Druck den man sich selber und anderen macht ist vollkommen ungesund. Er führt zu Unzufriedenheit, Verkrampfung und allerlei weiterer Dinge, die man in seiner Sexualität nicht haben möchte.

Und a propos ungesund. Richtig ungesund wird es, wenn ein Dom diesen Hebel benutzt um seine Sub unter Druck zu setzen. Nach dem Motto „Die XY kann das aber besser.“ oder „Die XY hatte damit nie Probleme.“ Wer das macht liebe Subs, der ist dann eben ein Arschloch und sollte mit der Antwort „Dann geh doch zur XY.“ stehengelassen werden.

Ganz ehrlich, diese Form von emotionaler Erpressung braucht im BDSM niemand. Die braucht kein Mensch in keiner Form der zwischenmenschlichen Beziehung.

Der devote Part ist im BDSM häufig in einer emotionalen Lage, in der er verwundbar ist. Wie übrigens der dominante Part auch gelegentlich. Und in dieser verwundbaren Lage der absoluten Offenheit, braucht es Empathie. Niemand will und soll wie ein rohes Ei behandelt werden. Aber emotionale Erpressung ist dadurch in dieser Konstellation noch grenzwertiger als in anderen Situationen.

Im BDSM geht es nur darum, was euch und eurem Gegenüber Spaß macht. Was eure Bedürfnisse befriedigt. Was andere davon halten, ob andere das vermeintlich anders oder besser machen, ist völlig egal. Der Begriff „besser“ ist im BDSM sowieso unangebracht. Wie soll man messen was „besser“ ist? Ob es euch gut tut, ist alles was zählt.

Und um es noch einmal klar zu sagen, wer euch zu etwas bringen oder überreden will, in dem er aufführt, dass andere das auch/besser/schneller machen, der hat eure Aufmerksamkeit nicht verdient und eure Unterwerfung schon gar nicht. Der missbraucht seine Macht und streichelt höchstens sein Ego. Aber der Verantwortung die man als Dom trägt, kommt er ganz sicher nicht nach.

Toleranz statt Kinkshaming

In einem sehr guten Artikel über die Akzeptanz von BDSM habe ich neulich den Satz gelesen „Politische Karrieren sind ruiniert, wenn Politiker mit BDSM in Zusammenhang gebracht werden.“

Und das stimmt vermutlich. Heute kann man als Politiker sagen man sei homosexuell. Das schadet einer Karriere nicht (mehr). Man kann damit Oberbürgermeister und Außenminister werden. Stellen wir uns vor, ein Politiker oder eine Politikerin würde sich als BDSMer outen. Da wäre etwas los und die Karriere vermutlich vorbei. Interessant wie ich finde.

Tatsächlich war das aber nur der Aufhänger für das, womit ich mich in diesem Beitrag beschäftigen möchte. Denn alle die BDSM leben begegnen Menschen, von denen sie sich Toleranz wünschen. Bei vielen ist es aber mit der Toleranz schnell vorbei, wenn sie sie selber anderen gegenüber haben müssten. Nämlich denen gegenüber, die andere Spielarten leben als die, die sie selber gut finden.

Oft wird im BDSM nach dem Motto gehandelt „Ich bin vielleicht pervers, aber das ist ok. Nur dass was Du da machst, das geht ja gar nicht.“ Es ist eben wie immer. Die eigenen Vorlieben sind voll ok. Aber was andere machen wird genauesten begutachtet und vor allem bewertet. Mit welchem Recht fragt man sich.

Egal wie sehr eine Neigung von Vanillas als pervers beurteilt wird. Die, die das mögen finden sie in den meisten Fällen ok und leben sie gerne aus. Die selben Leute schauen aber mit Vergnügen auf andere herab deren Neigung „so gar nicht geht“.

Sich den Arsch blutig schlagen zu lassen ist ok? Sich gerne erniedrigen lassen aber nicht Sich wie ein Päckchen verschnüren und unter die Decke hängen lassen, völlig harmlos? Aber sich Windeln anziehen ist abartig? Petplay ok? Vergewaltigungfantasien aber krank? DDLG pervers? Latexfetisch aber easy? Die einen leben ihre Neigung SSC aus und finden die abartig, die sie nach RACK ausleben?

Ich finde diese Bewerterei und Herabsetzung anderer ist reine Heuchelei und ich kann damit gar nichts anfangen. Das ist Kinkshaming. Dieser Begriff bedeutet, dass man die Neigung anderer bewertet und die Menschen für das herabwürdigt worauf sie stehen. Das steht aus meiner Sicht keinem zu.

Für viele Leute ist genau das völlig ok worauf ganz konkret sie selber stehen. Und alles drum herum ist abartig. Damit haben sie viel gemeinsam mit den Bigotten die schon immer in der Geschichte alles abgelehnt haben, dass nicht in ihr Weltbild passte.

Zur Toleranz gehört eben gerade auch, dass man die Leute ihr Leben leben und auch Dinge ausleben lässt, deren Reiz man selber nicht nachvollziehen kann. Ohne dass man sie bewertet. Toleranz ist nichts wert, wenn man sie nur denen gegenüber hat, die sowieso dasselbe machen wie man selber.

Aber um das auch klar zu sagen: jede Toleranz hört für mich natürlich dort auf, wo anderen geschadet wird. Und Toleranz hört bei mir auf wo andere intolerant sind.

Natürlich heißt Toleranz anderen Neigungen gegenüber auch nicht, dass man alles kritiklos hinnehmen muss. Kritische Fragen darf man immer stellen. Und kritische Fragen sollten nicht immer gleich als Angriff verstanden werden.

Manche Aktivitäten sind grenzwertig. Auf Risiken hinzuweisen ist dann geradezu Pflicht. Wenn sich jemand in Gefahr bringt, dann kann die Antwort natürlich nicht sein „Ach, lass mal. Muss er/sie selber wissen.“. Das wäre Gleichgültigkeit. Das ist selbstverständlich nicht, wofür ich eintrete. Wo man Probleme und Gefahren sieht, sollte man auch einschreiten.

Aber was ich mir wünschen würde, ist mehr Offenheit gegenüber den Dingen, die andere genießen, die wir selber aber nicht mögen oder für reizvoll halten.

Wenn sich jemand gerne wie ein Pferd vor eine Kutsche spannen lässt, dann lasst sie. Nicht einmal dass dadurch arbeitslos gewordene Pferd dürfte sich beschweren. Wenn jemand gerne als Furry herum läuft, dann lasst sie. Wem schaden sie denn?

Wenn ihr selber einen Kink habt, den ihr aus Angst vor der Reaktion der anderen verheimlicht, dann solltet ihr doch gerade wissen wie es ist von anderen für etwas bewertet und verurteilt zu werden, dass ihr gerne mögt und dass euch vielleicht sogar mit ausmacht.

Also geht offen und tolerant mit anderen um. Wir brauchen gerade in dieser Zeit mehr Offenheit, mehr Toleranz gegenüber Andersdenkenden und Andersliebenden und nicht weniger.

Widerspruch BDSM und Feminismus?

BDSM und Feminismus. Feminismus und BDSM. Für viele sind das Gegensätze. Für andere nicht. In jedem Fall ist es ein heikles Thema.

Ich will hier gar nicht den radikalfeministischen Ansatz besprechen, nach dem BDSM per Definition frauenfeindlich ist. Nach diesem Ansatz ist auch Sex zwischen Mann und Frau an sich frauenfeindlich. Zumindest wenn ich das richtig verstanden habe.

Was mich aber umtreibt ist der Zwiespalt in dem eine Frau heutzutage steht, wenn sie in aufgeklärten Zeiten aufgewachsen ist. Wenn sie immer gelernt hat, dass Frauen selbstbestimmt und und gleichberechtigt sein sollen. Und das sollte selbstverständlich so sein.

Aber dann stellt sie in sich fest, dass Sie sich sexuell gerne unterwirft. Schon oft haben mir Frauen in Unterhaltungen erzählt, dass sie damit ein großes Problem hatten oder noch haben. Vor allem in der Phase, in der sie sich ihrer Neigung erst bewusst werden mussten. Wie kann man immer dafür eintreten gleichberechtigt behandelt zu werden und dann darauf stehen geschlagen und dominiert zu werden fragen sie sich dann. Über diese Hürde der Akzeptanz der eigenen Neigung auch schon früher geschrieben und es ist für viele ein echtes Problem.

Um das klar zu sagen: ich bin absolut für Gleichberechtigung. Frauen sollten die selben beruflichen Chancen haben, sollten für gleiche Arbeit das gleiche Geld bekommen und sollten in Gremien, auf Podien etc. gleichberechtigt vertreten sein. Das ist meine politische Ansicht.

In meiner Sexualität aber sehe ich das anders. Da liebe ich es zu dominieren und zu bestimmen. Zu erniedrigen und zu führen.

Für mich ist das in keiner Weise ein Widerspruch. Und auch für Frauen sollte es das nicht sein.

BDSM ist eine Neigung. Meiner Erfahrung nach entscheidet man sich nicht auf BDSM zu stehen. Ebenso wenig wie man sich entscheidet homosexuell zu sein. Das ist für mich schon einmal ein Punkt, weshalb es Unsinn ist jemandem BDSM ausreden oder verbieten zu wollen. Früher wurden auch Homosexuelle als krank bezeichnet. Das ist heute zum Glück nicht mehr so. Und auch die BDSM-Neigung ist nicht krank.

Natürlich ist es erst einmal paradox. Frauen kämpfen noch immer um Gleichberechtigung. Wir sind da als Gesellschaft in der westlichen Welt schon weiter als wir es je waren. Aber echte Gleichberechtigung gibt es noch nicht. Wer das nicht glaubt, der soll sich zum Beispiel mal anschauen was los ist, wenn eine Frau ein Fußballspiel von Männern kommentiert.

Gleichberechtigung ist ein wichtiges Anliegen des Feminismus. Und sie ist gesellschaftlich noch nicht erreicht. Dennoch kann man ohne schlechtes Gewissen eine sexuelle Beziehung haben, in der man ganz bewusst auf Gleichberechtigung verzichtet.

Wie soll das möglich sein? Vor allem ist Selbstbestimmung ein wichtiges Anliegen des Feminismus. Was soll die ganze Gleichberechtigung helfen, wenn man nicht selbstbestimmt leben darf wonach einem ist? So lang man keinem anderen damit schadet natürlich. Und das ist für mich der Punkt. Die ganze Gleichberechtigung und Selbstbestimmung ist nichts wert, wenn sie dort aufhört, wo es den anderen zu weit geht.

Zu sagen „Ja ok, wir haben zwar dafür gekämpft, dass Du selbstbestimmt leben darfst, aber wenn das beinhaltet, dass Du dich sexuell erniedrigen und dominieren lassen willst, dann geht das zu weit. SO selbstbestimmt darfst Du nun auch nicht sein.“ Das ist schlicht Heuchelei.

BDSM ist eine Neigung und eine sexuelle Spielart, in der sich erwachsene Menschen freiwillig und völlig selbstbestimmt in Situationen begeben, in denen andere über sie bestimmen. In 99 Prozent der Fälle findet diese Abgabe von Kontrolle nur in einem klar definierten Rahmen statt.

Man muss kein Psychologe sein um zu erahnen, dass genau darin ein Teil des Reizes liegt. Im Alltag stark sein müssen und führen. Im geschützten Rahmen der BDSM-Beziehung dann los- und sich fallen lassen. Im Alltag für bewusste Sprache eintreten und sich im geschützten Rahmen verbal erniedrigen lassen. Und dann eben auch wieder in diesen Alltag zurück kehren und weiter die Rolle einnehmen, die einem nun einmal aktuell zugeteilt ist.

Für mich gibt es da zwischen Feminismus und BDSM keinen Widerspruch. Wenn eine selbstbestimmte Frau sich dafür entscheidet, sich einem anderen Menschen in einem geschützten Rahmen zu unterwerfen und damit keinem anderen schadet, dann ist das ihre Entscheidung. Im Gegenteil kann BDSM da auch als Ventil dienen.

Was andere denken, sollte dabei sowieso keine Rolle spielen. Wichtig ist, dass ihr euch darüber klar werdet, dass es ok ist. Niemand wird durch BDSM zum Verräter an der Gleichberechtigung. Niemand ist ein schlechter Mensch, weil er auf solche Praktiken steht. Niemand sollte sich selber verurteilen oder sich die Erfüllung dieser Wünsche verweigern, aus Sorge vor solchen Gedanken.

Feminismus ist auch, die eigene Sexualität selbstbewusst und nach den eigenen Vorstellungen auszuleben. Und niemand hat das Recht über diese Sexualität zu urteilen.

P.S. Ja, ich habe die Seite der Femdoms hier nicht explizit erwähnt. Diese Auslassung soll aber nicht unterstellen, dass die Femdoms nicht ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt sind. Die Grundaussage trifft aber auf alle Seiten zu die Frauen im BDSM einnehmen.

Braucht man für Tunnelspiele einen Tunnel?

Ja was sind denn Tunnelspiele nun wieder? Um es gleich zu sagen, sie haben nichts mit einem Eisenbahn-Fetisch zu tun. Es sind auch keine BDSM-Spiele die in einem Tunnel stattfinden. Nein, es ist ein klein wenig komplizierter. Aber so kompliziert dann auch wieder nicht.

Was macht einen Tunnel aus? Wenn man erst einmal drin ist, dann kann man weder nach rechts noch nach links, sondern muss einfach durch. Es gibt sozusagen keinen Ausweg, bis man das andere Ende erreicht hat.

Und genauso funktionieren Tunnelspiele. Damit sind BDSM-Praktiken gemeint, die man nicht mehr abbrechen kann, wenn man sie begonnen hat.

Ein Klassiker der Tunnelspiele sind zum Beispiel Brennnesseln. Denn diese „Tunnel-Erfahrung“ hat jeder schon einmal gemacht. Wenn man in Brennnesseln gelaufen ist oder sie angefasst hat, dann muss man einfach abwarten, bis es aufhört zu brennen. Bis dahin gibt es verschiedene Möglichkeiten der Linderung. Aber man kann es nicht sagen „So, es genügt. Hör auch weh zu tun.“

Ganz anders eben, als bei Schlägen. Wenn man da nicht mehr aushalten will und kann, dann können die Beteiligten es sofort beenden. Man benutzt sein Safeword oder signalisiert sonst auf eine vereinbarte Weise, dass man genug hat. Und dann hört es auf. Auch Fesseln kann man lösen und die Situation damit beenden. Das geht so bei Tunnelspielen nicht.

Der Tunnel wird in dieser Spielart gebildet durch das Mittel oder Werkzeug dass benutzt wird. Dafür gibt es verschiedenste Beispiele. Brennnesseln sind eines. Wenn man ein Büschel Brennnesseln als Schlagwerkzeug nimmt und damit auf den Arsch oder zwischen die Beine schlägt, dann ist die Wirkung oft spektakulär. Und diese Wirkung kann eben nicht so schnell abgebrochen werden.

Weitere Möglichkeiten für Tunnelspiele sind Ingwer (Stichwort Figging), Minzöl, Tigerbalm, Rheumasalbe (geradezu berüchtigt ist hier Finalgon), Chili, Tabasco usw.
Je nach Vorliebe können diese Mittel an oder in empfindliche Körperregionen eingeführt oder geschmiert werden. Manche tragen das Mittel der Wahl auf einen Dildo oder Plug auf und führen diesen dann ein. In den meisten Fällen entsteht ein Hitzegefühl oder Brennen, dass sehr unterschiedlich als geil, schmerzhaft oder beides empfunden wird.

Übrigens listet die Wikipedia Tunnelspiele als Teil der Metakonsensspiele. Das halte ich für falsch. Denn es ist ja nicht der dominante Part der hier entscheidet „nicht aufzuhören“ und damit die Einvernehmlichkeit gewollt verlässt. Wenn Sub im obigen Bild die Schläge mit den Brennnesseln beenden möchte, dann ist das sofort möglich. Aber man hat sich gemeinsam geeinigt ein Mittel zu verwenden dessen Wirkung noch anhalten wird.

Was ist aber nun der Reiz an solchen Spielen? Zum einen scheint die Einstiegshürde relativ gering. Denn jeder hat irgendeines der oben erwähnten Mittel im Haus. Aber Vorsicht: Tunnelspiele sind nichts für Anfänger. Denn die Erfahrung dem Schmerz nicht entkommen zu können ist eine sehr intensive.

Genau das macht für andere wieder den Reiz aus. Denn man muss sich seinen Grenzen stellen und den Schmerz aushalten. Ob man will oder nicht. Diese Erfahrung kann sehr faszinierend sein, wenn man sich und seine Grenzen aber nicht gut genug kennt, kann sie einem BDSM auch für immer verleiden.

Daher sollte man Tunnelspiele sehr vorsichtig und nur mit Bedacht beginnen. Angefangen damit, dass man mögliche Allergien prüft!
Ein weiterer Ratschlag ist, bei der Dosierung lieber sehr zurückhaltend zu sein und nicht gleich in die Vollen zu gehen. Lieber nur ein kleiner Klecks mit sehr wenig Wirkung auf die äußeren Schamlippen als gleich die ganze Tube vaginal einführen. Ihr versteht schon was ich meine.

Außerdem ist es extrem wichtig, sich über möglich Gegenmittel zu informieren. Also die Dinge, die zur Linderung des Schmerzes beitragen können. Bei den einen hilft Wasser oder Eis, bei den anderen helfen fetthaltige Lebensmittel wie Öl, Joghurt, Quark oder Milch. Aber das variiert von Mittel zu Mittel. Und mit dem falschen Gegenmittel kann man es auch schlimmer machen.

Informiert euch also und habt alles parat ehe ihr anfangt. Wenn es erst einmal brennt, dann wird euch Sub dankbar sein, dass ihr nicht erst noch zum Supermarkt fahren müsst.

Mit Tunnelspielen kann man also sehr schnell in Grenzbereiche von BDSM kommen. Informiert auch vorher genauestens über die Wirkungsweise, mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten und die „Gegenmittel“. Und dann fangt langsam an. Denkt daran, es zu fester Schlag tut kurz weh und kann dennoch schon viel kaputt machen. Stellt euch das einmal bei einer Wirkung vor, die ihr nicht beenden könnt und die noch stundenlang unangenehme Nachwirkungen hat. Da kann das Vertrauen zwischen Dom und Sub sehr schnell irreparablen Schaden nehmen.

Und um das auch gesagt zu haben: mit Tunnelspiele verlässt man eindeutig den Bereich von SSC und begibt sich in den Bereich RACK.

Nichtsdestotrotz sind Tunnelspiele natürlich spannend und ich wäre sehr neugierig, welche Mittel ihr dafür schon eingesetzt habt. Oben erwähnte oder ganz andere? Lasst uns gerne teilhaben.

„Secretary – Womit kann ich dienen?“

41R85rZdEyLIst „Secretary“ ein Meisterwerk? Eher nein. Aber man kann ihn gut schauen und für jeden, der BDSM zugeneigt ist und sich nicht leicht erschrecken lässt, ist er absolut empfehlenswert. Denn er gibt sehr viele Einblicke in Dinge und Verhalten, die ich aus meinen Jahren in dem Bereich gut kenne.

Und Achtung, ab hier kann es SPOILER geben.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Die junge Lee Holloway (Maggie Gyllenhaal) nimmt einen neuen Job bei einem Anwalt (James Spader) an und durch die Anleitung ihres neuen und strengen Chefs entdeckt sie das, was ihr schon immer gefehlt zu haben scheint: Erniedrigung, Dominanz und Schmerz.

Wie und auf welche Weise diese Entwicklung verläuft ist dabei das eigentlich spannende. Und da zeigt der Film eine große Bandbreite an hoch interessanten Themen.

Am wichtigsten vielleicht, wie Lee durch die Entdeckung ihrer wahren Neigung zu sich findet. Sie entdeckt das, was sie erfüllt und erregt. Und damit etwas, dass ihr immer gefehlt hat. Ihr anfängliches selbstverletzendes Verhalten kann man sowohl als eine Form von Lust auf Schmerz, als auch den Versuch sich selber zu spüren verstehen. Sicher ist es eine vereinfachte Darstellung, dass BDSM all ihre Probleme löst. Aber hey, es ist ja auch nur ein Film.

Wenn man den Film anschaut, dann entdeckt man wahnsinnig viele Elemente die typisch für BDSM sind. Mary Gaitskill, die Autorin weiß offenbar sehr genau, worüber die da schreibt. Sie hat übrigens den Film auch als „Pretty Woman-Version ihrer Geschichte“ bezeichnet. Und der Bezug zu „Pretty Woman“ ist gar nicht so weit hergeholt. Außerdem deutet es darauf hin, dass die Geschichte wohl etwas härter ist, leider kenne ich die aber nicht.

Wie erwähnt reißt der Film sehr viele Themen an, die man als BDSM-erfahrener Mensch kennen kann. Angefangen mit der Lust an Erniedrigung mit der Lee schon früh im Film in einen Müllcontainer steigt, gibt es viel zu entdecken, dass dem BDSMer bekannt vorkommt.

Die Art, wie Lee versucht Strafen zu provozieren kommt sicher vielen bekannt vor. Die Anweisungen, was sie essen darf und auf welche Weise geben Einblicke in D/s, die ich so noch nicht oft in Filmen gesehen habe. Besonders spannend und berührend für mich dabei die Szene, als sie heimlich telefonisch den Speiseplan an ihn durch gibt.

Auch die Rituale die beide etablieren sind schön dargestellt. Aber auch seine Zweifel und Distanz dürften bei vielen Erinnerungen an sich selber oder Partner wecken.

Die Art wie sie die blauen Flecken auf ihrem Arsch bewundert und wie sie versucht, sich selber zu schlagen und daran natürlich scheitert sind ebenfalls toll beobachtet und realistisch.

Die nicht zuletzt die Szene in der sie ihren Freund versucht dazu zu animieren sie zu schlagen und wie er rein gar nichts versteht. Auch der folgende frustrierende und unbefriedigende Sex mit dem Freund. Alles Versatzstücke in denen sich viele wieder erkennen, die BDSM leben.

Ich habe den Film vor Jahren schon einmal gesehen und mochte ihn. Offenbar sogar sehr, denn ich habe mir damals die DVD gekauft. Über die Jahre habe ich aber viel vergessen und ich glaube auch, ich verstehe ihn heute besser als damals. Auch das was mich damals störte, fand ich heute schlüssig.

Denn damals hatte ich mich daran gestört, dass Lee anfangs aus einer Klinik kommt. Das hatte ich damals interpretiert, als müsse man sich absichern und klären, dass jemand der so etwas mag ja krank sein müsse.

Das verstehe ich heute anders. Ihr Leben hat sie krank gemacht und sie hatte keine Lösungen. Als sie BDSM für sich entdeckt, kann sie ihr selbst verletzendes Verhalten ablegen. Sie hat zu sich gefunden und zu dem, was sie erfüllt. Das DAVOR waren Lösungen, weil ihr genau diese Erfüllung im Leben gefehlt hatte. So interpretiere ich es heute.

Auch war ich überrascht wie explizit der Film doch wird. Man sieht zum Beispiel die auf allen Ebenen wunderbare Maggie Gyllenhaal völlig nackt. Das hat mich für eine Hollywood-Produktion schon gewundert.

Außerdem gibt es die Spuren auf ihrem Arsch zu sehen, Man sieht in einer Szene, wie sie sich einpinkelt, weil sie gehorsam seiner Anweisung folgt sich nicht aus einer bestimmten Position zu bewegen. Auch Szenen in denen sie auf allen Vieren durch das Büro kriecht oder ihm ein Kaugummi in die Hand spuckt sind intimer, als ich sie in so einem Film erwartet habe.

Insgesamt kann ich den Film jedem empfehlen. Hier wird BDSM insgesamt sehr positiv dargestellt, ohne dabei die Handlungen als Missbrauch darzustellen. BDSM ist hier einfach etwas, dass beide wollen und beiden gut tut. Das fand ich sehr wohltuend.

Übrigens, dass der Anwalt und Dom in diesem Film „Grey“ heißt, hat nichts mit „Fifty Shades of Grey“ zu tun. Der Film entstand Jahre vor dem ersten Buch dieser Reihe. Ob der Charakter der Autorin der Bücher als Inspiration diente ist mir nicht bekannt.