„The Duke of Burgundy“

„The Duke of Burgundy“ ist ein schwieriger Film. Ich kann nicht behaupten, dass er mir besonders gefallen hätte. Aber er enthält einige interessante Aspekte zum Thema BDSM und daher bespreche ich hier dennoch.

Wie immer warne ich vor, dass es ab hier massive SPOILER geben wird.

Cynthia und Evelyn sind ein paar. Sie leben eine Form von BDSM miteinander aus, die sehr stark auf D/s, also Dominanz und Unterwerfung basiert. Cynthia gibt dabei die Befehle und Evelyn befolgt sie brav. Ist etwas nicht zu Zufriedenheit von Cynthia, dann bestraft sie Evelyn. Nicht selten, in dem Sie sie als Toilette benutzt.

In den ersten Minuten des Films scheint es also, als würde Cynthia hier alles bestimmen. Aber sehr schnell erfahren wir, dass es eigentlich Evelyn ist, die vorgibt was passiert. Sie gibt ihrer Partnerin auf kleinen Kärtchen Wort für Wort vor, was diese tun und was sie dabei sagen soll. Und sie reagiert sehr enttäuscht bis wütend, wenn Cynthia davon abweicht. Außerdem fordert sie immer weiter führende Praktiken von ihrer „Herrin“.

Besonders absurde Formen nimmt das an, wenn sie verlangt, dass Cynthia sie mit einer Handlung in den nächsten 24 Stunden „überraschen“ solle: „Aber nicht in der ersten Stunde, das wäre zu offensichtlich. Und nicht in der letzten Stunden. Bis dahin bin ich zu frustriert.“ sagt sie. „Also in den nächsten 22 Stunden?“ fragt darauf hin die befehlsempfangende Domina.

Das ganze Problem der Beziehung wird hier deutlich. Denn Cynthia macht das alles nur aus Liebe zu Evelyn. Sie selber hat daran so gut wie keinen Spaß. Sie genießt den Sex den sie danach haben sehr. Aber die aufwändigen Inszenierungen, die sich auch noch ständig wiederholen, sind ihr nur Last und keine Lust.

Das war es eigentlich auch schon. Mehr Handlung hat der Film nicht. Der Konflikt zwischen den Bedürfnissen der beiden Frauen und wie ihre Beziehung darunter leidet. Angereichert durch eine Symbolik die gänzlich an mir vorbei gegangen ist.

Um zuerst das Positive zu sagen. Ich fand Sidse Babett Knudsen, die die Cynthia spielt großartig. Ich mag sie schon seit der Serie „Borgen“ sehr und hier brilliert sie erneut. Desweiteren spielt alles in einer offenbar sehr spannenden Welt, in der Fetische und BDSM völlig normal und keinerlei Grund für Scham sind. Scheinbar lebt hier jeder offen seine Neigungen. Über diese Welt hätte ich gern mehr erfahren.

Außerdem ist es sehr wohltuend, dass die BDSM-Neigung hier zu keiner Zeit problematisiert wird. Kein „Was stimmt mit dir nicht?“, kein Leidensdruck seitens Evelyn, warum sie ist wie sie ist und keine Opfergeschichte. Sie steht einfach darauf und gut. Das hat mir gut gefallen. Ihr Neigung ist nicht das Problem. Nur, dass ihr Gegenüber sie eben nicht teilt.

Und da kommen wir zur Lehre des Films. Zumindest zu der, die ich daraus (erneut) ziehe. BDSM kann eben nicht funktionieren, wenn nur ein Part daran Spaß hat. Wie Evelyn in dieser Konstellation überhaupt Lust haben kann ist mir sowieso schleierhaft. Sie gibt haarklein vor was ihre „Herrin“ tun soll. Dass ihr das dennoch solche Lust bereitet, halte ich für unrealistisch. Vor allem aber leidet Cynthia extrem unter der ihr fremden Sexualität. Sie kann ihr nichts abgewinnen und so funktioniert es auch alles eher schlecht als recht.

Ständig bekommt sie Kritik wie „kannst du das nicht nicht etwas bestimmter sagen“ oder „nächstes Mal improvisiere ein bisschen besser“. Es ist ein Graus und ein Paradebeispiel dafür, wie BDSM nicht sein sollte. Cynthia hat keinen Spaß und warum Evelyn Spaß hat erschließt sich zumindest mir nicht. 90% aller devoten Frauen hätten an dieser Art „Dominanz“ mit Sicherheit keinen Spaß.

Aber selbst wenn sie Spaß hat: BDSM soll beiden ein Bedürfnis sein und Freude machen. Wenn einer es ausschließlich nur macht um dem anderen eine Freude zu machen, dann mag das bei Fußmassagen oder einigen Sexpraktiken noch ok sein. Seinen gesamten Lebensstil und seine Beziehungsform aber auf etwas aufzubauen, dass einer eigentlich gar nicht mag und empfindet? Bitte nicht. Wirklich: BITTE NICHT.

Wer sich also einen Kunstfilm anschauen mag, in dem man sieht, wie man BDSM möglichst NICHT ausleben sollte, der ist hier gut beraten. Ansonsten würde ich lieber noch einmal „Secretary“ empfehlen. Da haben wenigstens beide ihre Freude daran.

Im Verhör, Teil 4

Fortsetzung von Teil 3

„Sie scheint sauber zu sein.“ sagte Wärter Y als er seine seine Finger aus ihr herauszog und Angie wollte nur noch im Boden versinken. „Ja, wir haben die Sau ja auch ordentlich abgeschrubbt.“ kicherte Wärter D. und trat hinter sie.

Dann sagte er „Du bis Gefangene 3502. Hast Du das verstanden?“

Angie hatte gewusst, dass sie hier nicht mit ihrem Namen angesprochen werden würde und bestätigte daher „Ja, ich habe verstanden.“.

„Gut. Um sicher zu gehen, dass Du deine Nummer nicht vergisst, werden wir dich markieren.“ Sofort bekam Angie Angst, dass die beide irgendwelche bleibenden Spuren auf ihr hinterlassen würden. Das hatte sie im Vorgespräch extra ausgeschlossen. Aber Wärter Y kam nur mit einem dicken Marker. Angie hatte mit einem solchen Marker bei ihrem letzten Umzug ihre Umzugskisten beschriftet.

Genüßlich schrieb er erst quer über ihre Brüste und danach auf ihren Arsch ihre Nummer. Sie nahm es zumindest an, denn sehen konnte sie es nicht. Ihren Blick hatte sie starr geradeaus gerichtet.

„So,“ sagte Wärter D. „ich denke, Du bist bereit für die Zelle.“

Die beiden führten sie wieder in den Gang und zu einer der Metalltüren. Wärter Y öffnete sie mit einem großen Schlüssel. Bei der Gelegenheit konnte Angie sehen, dass in der Tür eine große Klappe angebracht war und die Tür insgesamt sehr schwer zu sein schien.

Als die Tür offen war, wurde die Gefangene 3502, die sie nun war, in die Zelle gestoßen.

Die Zelle hatte keine Fenster und war komplett gefliest. Knapp unter der Decke befand sich ein Lichtschacht durch den im Normalfall wohl Tageslicht hätte eindringen können. Er war aber mit einem dunklen Stoff so verhangen, dass kein einziger Lichtstrahl herein fiel. Die einzige Lichtquelle war daher eine nackte Glühbirne, die unter der Decke hing. So hoch, dass 3502 auch nicht heran gekommen wäre, wenn sie gesprungen wäre.

Der Raum war vielleicht 2 bis 2,5 Meter breit und 4 Meter lang, so schätzte sie. Auf dem Boden lag eine Matratze. In der Mitte des Raumes war ein Abfluss und in der Ecke stand ein Eimer. Das war es. Was wofür gedacht war, war nicht schwer zu erraten.

„Achja, eines noch.“ unterbrach sie Wärter D in ihren Überlegungen. In dem Moment kam Wärter Y in den Raum und sie hörte ein Scheppern. In der Hand trug er schwere Handeisen, die mit einer dicken Kette verbunden waren. „Wir wollen doch deinen Schmuck nicht vergessen 3502.“

Mit diesen Worten trat er hinter sie „Arme nach hinten.“. Sie gehorchte und Wärter D legte ihr die Ketten an. Sie waren sehr schwer und sofort spürte sie das Gewicht. Die Arme vor den Körper zu nehmen war nun unmöglich. Die Ketten hingen an ihr und die Handeisen waren zwar nicht sehr eng, aber auch nicht weit genug, als dass sie hätte heraus schlüpfen können.

„So, 3502. Dann lebe dich mal ein.“ lachte Wärter D und wie beiläufig griff er ihr zwischen die Beine „Viel Spaß.“ sagte er und grinste sie dabei süffisant an.

Die beiden schlugen die Zellentür hinter sich zu und Angie war alleine. Nackt. In einer Zelle eingesperrt und mit Ketten gefesselt. Ehe sie anfangen konnte nachzudenken, ging die Glühbirne unter der Decke aus und sie saß in vollkommener Dunkelheit.

Angie bewegte sich in Richtung der Matratze und sank darauf nieder. Ihre Gedanken rotierten und kamen nicht zur Ruhe. Sie war unfassbar erregt, fühlte sich ausgeliefert, erniedrigt und hatte Angst. All das steigerte ihre Erregung aber nur noch mehr. So saß sie im Dunkeln und versuchte sich zu sammeln. Was würde als nächstes passieren. Sie war heute Mittag „verhaftet“ worden. Nun war Abend. Das bedeutete, der erste Tag war noch nicht einmal zu Ende. Dennoch war schon so viel passiert.

Und sie wurde sich bewusst, dass sie keine Ahnung hatte wo sie war. Sie war völlig dem Wohlwollen desjenigen ausgeliefert, der hier das Sagen und mit dem sie geschrieben hatte. Wenn das überhaupt ein und dieselbe Person sein sollte.

Sie hatte keine Ahnung wie viel Zeit vergangen war. Das Licht war in der Zwischenzeit wieder an- und dann auch wieder ausgegangen. Plötzlich klapperte es an der Tür, das Licht in ihrer Zelle ging an und die Tür schwang auf.

Der Mann der vor Stunden oder wie lange es auch her sein mochte, den Schockerstab geschwungen hatte, betrat die Zelle.

„So“ er schaute auf ihre Brüste „3502.“. Angie hatte fast vergessen, dass ihre Gefangenennummer große auf ihre Brüsten stand.

„Du hast mir vorhin fast auf meine Stiefel gepisst Du Fotze.“ fuhr er fort.

Er zog etwas aus seiner Tasche, drückt darauf und von der Decke kam etwas herunter gefahren. Ehe Angie wusste was geschah, hatte der Mann ihre Handfesseln befestigt und der Haken, der von der Decke gekommen war, fuhr wieder nach oben. Angies Arme wurden hinter ihrem Rücken nach oben gezogen, so dass sie unweigerlich nach vorne kippte. Aber ehe sie vollkommen den halt verlor, hörte der Zug auf und sie hing in der Zelle, Arme nach hinten oben und gerade noch sie auf den Zehen stehend.

„Du gehörst also zu dieser Terrorzelle.“ sinnierte er. „Wir sollen dich zu sprechen bringen. Und wir werden dich zu sprechen bringen. Natürlich sind unsere Methoden in dieser aufgeklärten Zeit aus der Mode.“. Der Mann umkreiste sie während er das sagte. Dann blieb er aber hinter ihr stehen und 3502 hörte ein Klicken. Im nächsten Moment breitete sich ein heißer, brennender Schmerz von ihrer Pussy aus und strahlte durch ihren ganzen Unterleib. „Aber sie wirken, das kann ich dir versprechen.“ beendete der Mann seine Erklärung und Angie schrie. Sie schrie vor Schmerz und noch mehr vor Angst.

Offensichtlich war sie nun der Obersten Instanz begegnet und ihr ausgeliefert.

Ende Teil 4.

Schädlicher Druck im BDSM

Unter Druck entstehen ja bekanntlich Diamanten. Druck mag also toll sein, wenn man ein Haufen Kohlenstoff unter der Erde ist. Aber im BDSM ist Druck meist kontraproduktiv. Druck etwas zu erreichen. Druck etwas zu tun. Druck zu sein, wie ein anderer es möchte. Druck „Leistung“ abzuliefern. All das sind Dinge, um die es im BDSM nicht gehen sollte. Oft genug geht es aber eben doch darum und das ist ein Problem.

Als kurze Abschweifung möchte ich sagen, dass bei sexuellen Themen grundsätzlich nie Druck im Spiel sein sollte. Weder selbst auferlegter, noch von außen kommender. Ob und wie oft eine Frau kommt. Wie oft ein Mann kann oder ob er nicht kann, ist kein Maßstab der eine Rolle spielen sollte. Wenn die Frau kommt, dann kommt sie. Wenn der Schwanz steht, dann steht er. Wenn nicht, dann nicht. Davon sollte kein Seelenheil abhängen. Aber das nur nebenbei.

Im BDSM gibt es oft Druck. Einmal äußeren Druck und auch den Druck, den wir uns selber machen. Einige Beispiele sind der Druck zu funktionieren, obwohl es einem nicht gut geht. Der Druck Dinge mitzumachen, obwohl man nicht dazu bereit ist. Der Druck mehr oder besser zu sein, als man vermeintlich ist. Das ist extrem ungesund. Vor allem aber ist es auch völlig unnötig um zufrieden und glücklich BDSM auszuleben.

Fangen wir mit etwas offensichtlichem, weil zählbarem, an. Wie viele Schläge hält eine Sub oder ein Sub aus? Wieso sollte das wichtig sein? Zuerst einmal ist so etwas hochgradig abhängig von der Tagesform. Mal spürt man den Schmerz stärker, mal wenig stark. Daher ist ein Vergleich mit letzter Woche oder letztem Monat mindestens fragwürdig. Ein Vergleich mit dem was andere aushalten ist noch unsinniger. Vor allem aber: was soll er bringen?

Wird man in irgendeiner Form eine „bessere Sub“ oder ein „besserer Sub“ wenn man mehr Schläge aushält als jemand anderes? Ganz sicher nicht. Wem sollen solche Vergleiche etwas bringen? Niemandem.

Was sie aber mit Sicherheit bringen ist Druck. Der Druck vielleicht mehr auszuhalten ehe man sagt, dass es genug ist. Der Druck das Safeword doch noch nicht zu verwenden. Noch etwas mehr durchzuhalten. Ich persönlich halte das für ungesund. Denn so über seine Grenzen zu gehen kann gefährlich sein. Daher sollte man sich gut überlegen aus welcher Motivation und aus welchem Grund man solche Grenzen überschreitet. Nur um irgendeine am Ende beliebige Zahl zu übertreffen scheint mir das völlig sinnlos.

Ein anderer Aspekt ist, sich selber oder durch andere unter Druck setzen lassen Dinge zu tun, zu denen man nicht bereit ist. Sei es mit BDSM in die Öffentlichkeit zu treten. Sei es eine sexuelle Praktik auszuüben, zu der man nicht bereit ist. Oder sei es, andere in die bisher als Paar gelebte Beziehung einzubeziehen. Ob der Druck von einem selber oder vom Partner kommt ist dabei egal. Statt ihm nachzugeben, sollte man das Gespräch suchen und die Bedenken ansprechen.

Ja, im BDSM kann es sehr reizvoll sein über Grenzen zu gehen. Ich bin der Letzte, der das nicht versteht. Aber wenn man das tut, dann mit Bedacht und aus den richtigen Gründen. Nicht, weil man dazu gedrängt wird.

Neulich ging es in einem meiner Artikel um Warnzeichen für Subs, bei denen sie die Finger von einem Dom lassen sollten. Ein ganz deutliches Warnzeichen wäre auch, wenn Dom immer wieder mit Druck den eigenen Willen durchsetzt und Sub das Gefühl hat ständig Dinge zu tun, die sie oder er nicht will.

Ja, es geht im BDSM oft darum den Willen durchzusetzen und zu bestimmen bzw. dass über einen bestimmt wird. Aber der Wille des devoten Parts ist nicht egal. Beim besten Willen nicht. Und ihn mit Druck zu überwinden oder auszuschalten ist immer problematisch.

Fragt euch doch selber einmal, wo ihr in eurem BDSM ungesunden Druck verspürt. Druck, den ihr euch selber macht oder Druck, den ihr von außen spürt. Oft ist man sich dessen gar nicht so bewusst. Manchmal kann man ganz gut mit dem Druck leben, aber es hilft dennoch sich seiner bewusst zu sein. Und manchmal ist es vielleicht nötig etwas zu ändern, anzusprechen wo man ungesunden Druck spürt. Denn BDSM sollte nichts sein, dass unter Druck passiert.

Warnzeichen für Subs

Wie oft habe ich in Gesprächen mit weiblichen Subs schon Sätze gehört wie „da hätte es mir eigentlich schon klar sein sollen“ oder „eigentlich hätten da die Alarmglocken läuten sollen“. Was sind denn aber nun echte Warnzeichen bei denen man als Sub noch einmal überdenken sollte, ob man es hier mit einem vertrauenswürdigen und verlässlichen Dom zu tun hat?

Ein schwieriges Thema, denn nicht alle Menschen verhalten sich so, dass es miteinander absolut vergleichbar wäre. Auch nicht alle empfinden ähnliches Verhalten als unangenehm oder gar verletzend. Aber einige Verhaltensweisen sind dann doch so, dass man absolut nur davor warnen kann.

Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass ein „Fehlverhalten“ eines Doms für sich genommen vielleicht noch kein Problem sein mag. Aber es kann ein Zeichen dafür sein, dass danach noch andere Probleme folgen. Nach dem Motto „wenn er mich an der Stelle schon nicht ernst nimmt, wie wird es dann erst später sein“. Daher sollte man Probleme frühzeitig ansprechen und gegebenenfalls lieber früher als zu spät die Reißleine ziehen.

Hier nun also die Dinge, die ich Subs als Warnzeichen an die Hand gebe. Wenn euch solches Verhalten begegnet, dann haltet kurz inne in dem was ihr gerade tut und hört mindestens noch einmal ganz genau in euch rein.

Stellt keine Fragen – Ein guter Dom wird immer viele Fragen stellen. Und zwar nicht, ob ihr rasiert seid, anal benutzbar oder ob ihr euch als Kennzeichnung seinen Namen auf den Venushügel tätowieren lasst. Viel mehr wird es am Anfang darum gehen, was euch an BDSM reizt. Was eure Bedürfnisse sind. Was euch kickt, euch Angst macht, wie eure Fantasien aussehen, was ihr erleben wollte und was ihr auch keinen Fall erleben wollt. Wenn einen Dom das alles nicht interessiert, dann ist Vorsicht angebracht. Manche Doms leiden unter der „Berufskrankheit“ zu glauben, sowieso schon alles zu wissen.
Ich habe aber auch schon von dem Exemplare gehört, die Dinge sagen wie „ist mir egal, ich mache mit dir sowieso was ich will“. Wenn euch so einer begegnet, dann rennt. Und zwar schnell.

Bespricht keine Rahmenbedingungen – Der Rahmen ist im BDSM extrem wichtig. Sind Eingriffe in den Alltag gewollt oder tabu? Dürfen Verwandte und bekannte etwas mitbekommen? Findet BDSM nur im Bett und in Sessions statt oder geht es darüber hinaus? All das sind Fragen, die ganz individuell zu beantworten sind. Die einen wollen es so, die anderen so. Gerade deswegen ist es so wichtig diesen Rahmen zu besprechen. Und das auf Augenhöhe. Wer da nicht aus seiner Dom-Rolle kann und Gespräche auf Augenhöhe zulassen kann, wer solche Gespräche nicht will, bei dem ist Vorsicht geboten. Das sollte ein Warnzeichen sein und von dem sollte man eher die Finger lassen.

Verweigert Treffen – Wie sage ich es? Er verlangt von euch Bilder und Videos, will sich aber auch nach Wochen und Monaten nicht treffen? Großer Fake-Alarm.

Will Covern unterbinden – Vertrauen ist im BDSM extrem wichtig. Selbstverständlich. Man begibt sich als Sub in die Hände eines anderen und muss sicher sein, dass einem nichts geschieht. Daher ist der Aufbau von Vertrauen schon einmal an sich ein Faktor den man beachten muss. Wenn ihr nicht das Gefühl habt vertrauen zu können, dann lieber gar nicht weiter gehen. Aber auch wenn man vertraut, ist Vorsicht angebracht. Und da ist Covern ein wichtiger Punkt. Bei einem ersten Treffen ist es gut sich covern zu lassen. Also jemand anderem zu sagen, wo man ist und mit wem man sich trifft. Dem Dom mitzuteilen, dass man sich covern lässt, ist ebenfalls sinnvoll. Sollte er etwas dagegen haben, dann Achtung. Auch das ist ein Warnzeichen.

Will kein Safeword benutzen – Ein Safeword ist, gerade am Anfang besonders wichtig. Es dient der Sub dazu im Notfall STOP zu sagen. Aber es dient euch zur Steuerung der Intensität. Manchmal ist es auch ganz simpel eine Hilfe im Kopf, dass man weiß „wenn es mir zu weit geht, dann kann ich es anhalten“. Will ein Dom partout kein Safeword verwenden, selbst wenn ihr danach fragt, dann zieht lieber gleich einen Schlussstrich, als noch weiter zu gehen. Kein Safeword zu wollen, ist ein echtes Warnzeichen. Auch hier gibt es übrigens die Spaßvögel die Dinge sagen wie „Wofür? Das ist doch hier kein Spiel. Wenn Du eine Sub bist, dann gehorchst Du einfach und zickst nicht rum.“. Mein Rat hier: nachdem ihr aufgehört habt zu lachen, beendet den Kontakt.

Beachtet eure Tabus nicht – Jeder hat Tabus im BDSM, Dinge die er oder sie nicht mögen, die sie nicht reizen, die sie schlicht ablehnen. Diese Tabus bespricht man üblicherweise irgendwann. Diese Tabus zu achten ist eine Selbstverständlichkeit. Aber die Achtung der Tabus sagt auch, dass der Dom euren Willen achtet und daher auch euch als Person. Wenn ein Dom wissentlich und willentlich über Tabus hinweggeht und sich einfach nur nimmt wonach ihm ist, dann ist das schon kein Warnzeichen mehr. Da kann es dann schon in Richtung von Nötigung und Straftaten gehen. Das darf man sich nie und zu keiner Zeit gefallen lassen.

Will unterbinden, dass ihr euch informiert – Im Netz gibt es viele Informationsquellen zu BDSM. Daneben gibt es Stammtische, Bücher etc. Ein Dom, der euch erklären will, dass ihr nur auf ihn und seine Ansichten hören sollt und nicht mit anderen reden, euch anderweitig informieren sollt, der ist auch mit Vorsicht zu genießen. Wenn ein Dom nicht will, dass ihr euch entfaltet, Neues entdeckt, euch informiert, dann ist das für mich ein ganz deutliches Warnzeichen.

Fängt euch nicht auf – BDSM ist oft eine Achterbahnfahrt. Emotional kann da sehr sehr viel passieren und da muss es selbstverständlich sein, dass euch ein Dom auch auffängt und Aftercare anbietet. Sich als erkundigt wie es euch geht, ob alles ok, euch Zeit geben runter zu kommen. Wer euch sofort rauswirft nachdem er seinen Spaß hatte und euch dann mit den Gedanken und Fragen alleine lässt, auch vor dem kann man nur warnen.

Ohne eine bestimmte Gewichtung waren das meine Warnzeichen für Subs und solche, die es werden wollen. Am Ende sind es nun sieben geworden. Es hätten sicher auch noch mehr sein können. Einen Anspruch auf Vollständigkeit gibt es hier sicher nicht.

Inspiration mich näher mit dem Thema zu beschäftigen war übrigens dieser Artikel bei den KollegInnen von Deviance.

Zum Abschluss ist mir eines noch wichtig. Manches in diesem Artikel mag Dinge berühren, die ihr als Verhalten vielleicht mögt. Kein Safeword zu haben kann reizvoll sein. Ohne Aftercare rausgesetzt zu werden und sich so benutzt zu fühlen kann auch etwas sein, dass man als Kick mag. Das ist auch völlig ok. Wenn ihr diese Dinge aber tut, dann nur sehr bewusst und mit dem Wissen um die Gefahr. Vor allem aber mutmaßlich nicht als Anfänger und nicht mit jemandem, der er noch nicht oder nicht gut kennt. Da liegt der große Unterschied.

Reiz Keuschhaltung

Keuschhaltung ist für viele im BDSM ein zentraler Bestandteil. Warum das so ist, ist nicht schwer zu erraten, bringt aber auch oft unerwartete Probleme mit sich.

Vermutlich ist der Begriff selbsterklärend. Dennoch kurz zur Bedeutung: Keuschhaltung bedeutet, dass der dominante Part dem devoten Part jeden Orgasmus verbietet. Einzige Ausnahme: Der dominante Part hat ihn vorher genehmigt – dies gilt ausdrücklich auch außerhalb von Session oder bei Vanilla-Sex.

Bei Paaren aus devoten Männern und dominanten Frauen ist diese Praktik vielleicht noch populärer als bei Paaren mit devoten Frauen und dominanten Männern. Aber da ich persönlich mit männlicher Keuschhaltung keine Erfahrung habe, weder aktiv noch passiv, soll es hier vor allem um die Konstellation gehen, in der eine weibliche Sub keusch gehalten wird.

Zu Beginn habe ich geschrieben, es sei nicht schwer zu erraten, warum Keuschhaltung für viele so ein zentraler Punkt ist. Dennoch lohnt es sich, einen Blick auf die verschiedenen Aspekte des Reizes dieser Praktik zu werfen. Der Orgasmus ist einfach so ziemlich das Intimste, was wir Menschen haben. Wir lernen ihn zumeist in der Pubertät kennen und mittels Selbstbefriedigung erforschen wir so sehr früh unsere Sexualität.

Dass ein anderer uns da rein redet, ist selten und alleine schon deswegen ungewohnt. Zumal man einem anderen die Kontrolle darüber gibt und selbst jede Kontrolle abgibt, ist eine Erfahrung, die es vermutlich nur im BDSM gibt (ja, ich weiß, das Zölibat. aber da hat ja kein „anderer“ die Kontrolle).

Selbstverständlich ist es ausgesprochen exklusiv, wenn man die Kontrolle über diese ganz persönliche und private Sache abgibt. Noch intimer wird es, wenn das Verbot womöglich sogar noch umfasst, dass man sich im Intimbereich gar nicht mehr selber anfassen darf.

Der Reiz ist also der Eingriff in die eigene Sexualität und diese abhängig vom Wohlwollen seines Gegenübers/Partners zu machen. Ein weiterer Reiz ist aber auch die durch Enthaltsamkeit steigende Libido. Sprich, wer nicht darf, der will irgendwann umso dringender. Das kann den Anreiz noch erhöhen und zu einer neuen Form von Bindung führen. Das mag bei devoten Männern stärker sein als bei devoten Frauen. Aber auch dort bleibt Keuschhaltung keinesfalls ohne Wirkung.

Ein zusätzlicher und besonderer Unterschied zwischen weiblicher und männlicher Keuschhaltung ist, dass sie bei einer weiblichen Sub fast immer nur über ein Verbot stattfinden muss, während man bei Männern relativ einfach mit mechanischen Mitteln, wie einem Peniskäfig jede Erektion unterdrücken oder schmerzhaft machen kann. Dies ist bei Frauen nicht ohne weiteres möglich: Keuschheitsgürtel für Frauen, die wirklich funktionieren, sind extrem aufwändig und folglich kostspielig und weiterhin so unbequem, dass sie kaum auf Dauer tragbar sind.

Aber wie mir eine mir bekannte Sub sagte, die die Erfahrung mit einem solchen Keuschheitsgürtel gemacht hat, ist die Erfahrung ganz besonders. Sie schrieb mir: „Aber ich bin extrem froh darüber diese Erfahrung gemacht zu haben. Ich muss zugeben, dass es wirklich noch einmal ein Riesenunterschied ist, ob man die Keuschhaltung ’nur‘ über den Kopf macht bzw. ’nur‘ mit Verboten, oder ob der Sklave oder die Sklavin eben tatsächlich das pure Metall auf der Haut spürt und in jeder Sekunde spürt, dass der Körper nicht mehr ihr gehört oder ihm, dass die Lust nicht mehr ihr oder ihm gehört, sondern dem Herrn oder der Herrin.“.

Über den Reiz und auch die gewünschte oder erwartete Wirkung habe ich nun einiges geschrieben. Allerdings birgt die Keuschhaltung auch einige „Gefahren“, derer man sich bewusst sein sollte. Es ist nämlich keinesfalls so, dass die Lust einfach immer weiter steigt und man es dann irgendwann mit einer bedürftigen, ständig bereiten und willigen Sub zu tun hat.

Meine Erfahrung mit Keuschhaltung besagt, dass auch darauf die Reaktionen völlig individuell sind. Keuschhaltung und die damit gesteuerte Lust funktionieren nicht wie ein Motor, den man bei Bedarf startet und wieder aus macht.

Bei Keuschhaltung auf Distanz habe ich ganze verschiedene Reaktionen erlebt. Beispielsweise die, dass die wenigen Zeitfenster im Alltag neben Haushalt und Kindern, in denen Selbstbefriedigung möglich wäre, dann noch verkleinert werden, weil man um Erlaubnis fragen muss. Das erhöht den Stress und senkt damit die Lust. Reaktion ist, dass die Kontrolle als reine Belastung wahrgenommen wird.

Eine andere Reaktion war, dass die Sub das Gefühl hatte nicht lästig fallen zu wollen in dem sie fragte und daher überhaupt nicht fragte. Oder eben auch die Variante, dass der Kopf einfach sagt, „wenn ich sowieso nicht kommen darf, dann habe ich auch einfach keine Lust mehr“ und sich die Libido komplett runter fährt.

Keine dieser Reaktionen ist gewollt. Weder vom Dom noch von der Sub. Ehe man also in eine dieser Fallen tappt, sollte man miteinander reden und sich Lösungen überlegen. Gibt es Auswege, die die Keuschhaltung dennoch spannend halten? Oder gibt es vielleicht Alternativen?

Eine Alternative ist das schlichte Gegenteil der Keuschhaltung: der Orgasmuszwang. Die Sub wird dabei verpflichtet, sich in bestimmter Häufigkeit zu befriedigen. Ob sie will oder nicht. Der Effekt, nämlich der Kontrollverlust über die eigene Sexualität und Befriedigung ist ähnlich, man umgeht so aber einige der erwähnten „Gefahren“.

Welche Variante man wählt, welche als besonders reizvoll empfunden wird, ist vollkommen individuell. Probiert es einfach aus. Habt aber die möglichen Probleme im Kopf. Weder Dom noch Sub sollten erschrecken, wenn es zu einer der genannten, ungewollten Reaktionen kommt. Einfach darüber reden und kreativ reagieren.

„Bonding“

„Bonding“ ist eine Serie die man aktuell über Netflix schauen kann und noch diesen Monat soll die zweite Staffel erscheinen. Die einzelnen Folgen sind nur zwischen 13 und 17 Minuten lang und die erste Staffel hat sieben Folgen. Es ist also ein relativ kurzes Vergnügen und ich habe die erste Staffel direkt am Stück weg geschaut. Um es vorweg zu nehmen, am Ende wünscht man sich, dass die Folgen doch ein wenig länger wären.

Tiff (Zoe Levin) und Pete (Brendan Scannell) sind Highschool-Freunde in ihren Zwanzigern, die mittlerweile in New York leben. Pete versucht sich als Stand-Up-Comedian und ist dabei spektakulär erfolglos. Da bekommt er von Tiff das Angebot für sie als ihr Assistent zu arbeiten. Tiff arbeitet unter dem Namen „Mistress May“ als Domina. Achja, und Pete ist homosexuell. Obwohl er kaum eine Ahnung hat worauf er sich einlässt, ist das Angebot so verlockend, dass er es annimmt. Damit beginnt eine irre Reise durch die Abgründe oder für manche durch die Highlights der menschlichen Sexualität, die Pinguin-Kostüme, Kitzel-Attacken, Veilchen und einiges mehr mit sich bringt.

„Bonding“ ist eine Comedy-Serie. Das müssen wir immer im Kopf behalten. Aber die Serie macht sich nie über die Protagonisten lustig. Egal welchen Wunsch die Kunden von Mistress May haben, alles wird ernst genommen. Wenn auch manchmal mit einem Augenzwinkern.

Am Ende erzählt die Serie konventionelle Geschichten. Wird Pete sein Lampenfieber überwinden und die Liebe finden? Wird Tiff ihren Weg gehen und mit sich ins Reine kommen? Und ja, Tiff hat eine Vergangenheit, die dazu führt, dass sie ist wie sie ist. Aber das ist am Ende nicht wichtig. Tiff ist ok wie sie ist. Pete ist ok wie er ist. Auch die Kunden sind keine leidenden Figuren. Irgendwie sind wir alle etwas verkorkst. Jeder auf seine Weise und das ist ok.

„Bonding“ macht an so vielen stellen so viel richtig, nimmt seine Figuren ernst und nähert sich dem Thema BDSM auf eine Weise wie ich es in einer Produktion mit dieser Reichweite selten gesehen habe.

Ja, es gibt Gags. Aber nicht auf Kosten der Akteure und nicht nach dem Motto „schaut euch die Perversen an“. Vielleicht sollte das kein Pluspunkt sein in Anbetracht der Tatsache, dass wir das Jahr 2021 schreiben. Leider ist es aber etwas Besonderes. Hier haben Leute Spaß an ihrer Neigung und genießen sie. Schaut euch einfach die Figur der Daphne (D’Arcy Carden) an. Ich finde es einfach großartig.

Überhaupt strahlt die Serie im Bezug auf BDSM für mich viel Lebensfreude aus. Der Umgang mit dem Thema ist unbefangen. Es wird nichts über dramatisiert. Vor allem aber scheut man sich auch nicht davor ins Detail zu gehen und die Grenze von simplen Fesselspielen weit hinter sich zu lassen. Sehr weit.

Der Macher der Serie ist Rightor Doyle und wenn er keinen BDSM-Hintergrund hat, dann fresse ich einen Besen. Ganz offensichtlich weiß er, wovon er hier redet.

Um es noch einmal zu sagen. Es ist eine Comedy-Serie. Nicht alle Gags sind gelungen. Aber die Gags machen sich eben nicht über die Wünsche und Bedürfnisse der Figuren lustig. Und ohne zu viel zu verraten, an mancher Stelle wäre es ein Leichtes sich lustig zu machen. Aber ganz im Gegenteil werde alle Figuren mit viel Würde und Achtung behandelt. Das habe ich an dieser Serie geliebt und das macht mich neugierig auf die zweite Staffel.

Habt ihr Freunde denen ihr BDSM irgendwie näher bringen wollt? Vielleicht versucht ihr es mal indem ihr ihnen „Bonding“ empfehlt. Aber schaut euch die Serie vorher unbedingt selber an. Nicht dass ihr eure Freunde schockiert. Aber für euch da draußen die diese Rezension lest und daher BDSM vermutlich sowieso irgendwie zugetan seid, ist diese kleine Serie eine klar Empfehlung. Viel Spaß dabei und hoffen wir, dass Staffel zwei ähnlich gut wird.

Nachtrag: Ich wurde von einer aufmerksamen Leserin darauf hingewiesen, die Serie mache noch mehr Spaß, wenn man sie im Original schaut. Also viel Spaß.

Im Verhör, Teil 3

Fortsetzung von Teil 2

Die beiden kräftigen Wärter traten hervor und packen Angie. Mühelos nahmen sie sie hoch und trugen sie zwischen sich davon. Wortwörtlich, denn Angies Füße berührten den Boden nicht, als diese zwei Kerle sie weg schleiften. Hinter sich hörte sie die wieder völlig beherrschte und wie ein Bariton klingende Stimme des Wärters, der sie mit diesem Stock und vermutlich einem Stromschlag von den Beinen gerissen hatte:

„Und dich haben wir hier doch schon ein oder zweimal gesehen, nicht wahr?“

„Jawohl.“ antwortete eine tiefe Frauenstimme knapp. Angie hatte gerade noch Zeit zu realisieren, dass ihre Mitgefangene offenbar also schon einmal hier gewesen war, da wurde sie durch eine Tür und in einen Gang getragen.

Rechts und links des Ganges waren Türen die offenbar aus Stahl waren. Es führten aber auch zwei weitere Gänge ab, in die Angie nicht weiter schauen konnte. Am Ende des Flurs war eine offene Tür, auf die die Männer mit ihr zusteuerten.

Angekommen warfen Sie Angie regelrecht in den Raum. Sie kroch automatisch von ihnen weg, bis sie am Ende des Raumes, an einer kahlen Wand angekommen war. Sie war sich bewusst, dass sie nach Urin stank und dass sie dreckig war. Sie schämte sich, wollte sich bedecken, aber in dem Raum gab es kein Entkommen. Er war rechteckig, nur ein paar Quadratmeter groß, komplett gekachelt und in der Mitte des Raumes war im Boden ein Ablauf. Er hatte keine Fenster.

„Hol den Schlauch.“ sagte der kräftige Wärter mit dem etwas helleren Teint zu seinem Kollegen.

Ehe Angie sich fragen konnte, was nun passieren sollte, tauchte der „Türsteher“ wie sie den noch muskulöseren der beiden bei sich getauft hatte, wieder auf. Der „Schrank“, so ihr Name für den zweiten Wärter, nahm den Schlauch in die Hand.

Das war definitiv kein Gartenschlauch hatte sie noch die Zeit zu denken, da schoss ein massiver Wasserstrahl aus dem Ding und Angie hatte das Gefühl, sie würde von einem Bus überfahren. Das Wasser war eiskalt und Angie versuchte dem Strahl auszuweichen, sich zu drehen, irgendetwas um dem Druck und der Kälte zu entkommen. Aber es half nichts. Sie hustete und spuckte und fragte sich, ob man wohl auch auf dem Trockenen ertrinken könne.

Da hörte das Wasser auf, Angie hustete noch ein paar Mal und rieb sich die Augen. Da sah sie den Türsteher über sich stehen. Er schüttete eine Flüssigkeit über sie, nahm einen Schrubber den sein Kollege ihm reichte und begann sie abzuschrubben. „dreckige Arhira“ hörte sie ihn immer wieder zischen. Sie hatte keine Ahnung was das bedeuten sollte.

Der Schrubber war hart. Der, der ihn führte war brutal. Sie versuchte wieder auszuweichen, hatte aber keine Chance. „Umdrehen!“ sagte er. Sie gehorchte.

Kurz darauf kam wieder der Wasserstrahl und das, was offenbar eine Art Seife gewesen war, wurde abgespült.

„Aufstehen!“ hörte sie, als der Wasserstrahl endlich versiegte.

Der „Schrank“ packte sie am Oberarm und zog sie mit sich. Es ging direkt in den Nebenraum. Dort stand ein Schreibtisch. Davor und dahinter zwei Stühle. Auf dem Tisch diverse Büroutensilien die Angie von ihrem eigenen Arbeitsplatz kannte.

Auf dem Boden lag ein großes, weißes Laken. „Da drauf stellen.“ sagte der „Türsteher“, der schon im Raum wartet.

„Mein Name ist Wärter Y, das da ist mein Kollege Wärter D. Du wirst uns mit Sie und Wärter Y oder Wärter D ansprechen. Hast Du das verstanden?“

„Ja“ antwortete Angie. Da zuckte seine Hand nach vorne und sie hatte sich eine Ohrfeige gefangen.

„Das heißt ‚Ja, ich habe verstanden.‘“

„Ja, ich habe verstanden.“ antwortete Angie und darum kämpfen nicht in Tränen auszubrechen. Das war alles doch härter, als sie es sich ausgemalt hatte.

„Gut.“ sagte Wärter Y. „Wir werden dich jetzt durchsuchen und dann kommst Du erst einmal in deine Zelle. Bleib schön immer auf diesem Laken stehen.“

Wärter D trat auf sie zu, wuschelte durch ihre nassen Haare, schaute hinter und in ihre Ohren und sagte schließlich „Mund auf.“. Er zog sich Latexhandschuhe über und Angie schwante nichts Gutes.

Mit einem Finger fuhr er in ihren Mund. Schob die Zunge hoch und zur Seite. Er fuhr so tief hinein, dass ihr Würgereflex ausgelöst wurde. Sie hustete.

„Vorbeugen. Die Arschbacken mit beiden Händen auseinander ziehen.“

„Oh Gott“ konnte Angie noch denken und ehe sie weiter überlegen konnte, beugte sie sich vor und gehorchte.

„Jetzt husten.“ sagte Wärter D. „Hübsche Rosette.“ kommentierte währenddessen Wärter Y und Angie wollte im Boden versinken.

Sie hustete.

Wärter Y trat an sie heran und mit ebenfalls behandschuhter Hand drückte er mit einem Finger gegen ihre Rosette. Sein Druck würde immer stärker.

„Komm, lass uns fertig werden. Dazu ist später noch genug Zeit.“ hörte sie die Stimme von Wärter D.

„Hock dich breitbeinig hin.“ sagte er nun zu ihr. Sie schaute ihn fragend an. „Na, so als würdest du im Wald pissen.“

Angie hockte sich breitbeinig hin und beide Männer starten ihr zwischen die Beine und auf ihre Pussy.

„Jetzt husten.“

Angie hustete.

„Da schaue ich jetzt aber gründlicher nach.“ meldete sich Wärter Y, trat vor sie, bedeutete ihr sich hinzustellen und die Beine breit zu machen. Von hinten drang er mit dem Finger in sie ein und tastete herum, als würde er etwas suchen.

„Nochmal husten.“ hörte sie ihn sagen und man merkte seiner Stimme das Grinsen und die Erregung an. Angie hustete erneut.

Ende Teil 3. Hier geht es zu Teil 4.

Devote und dominante Sexstellungen

Gibt es so etwas wie dominante und devote Sexstellungen überhaupt? Ja und nein würde ich sagen. Es gibt ganz sicher Stellungen, die von vielen als eher unterwürfig und als eher dominant empfunden werden. Es gibt ganz sicher Sexstellungen, die die devote oder die dominante Seite unterstreichen oder verstärken.

Bei einigen Sexstellungen scheint es eher so, als würde der Mann dominieren oder die Oberhand haben. Bei anderen mutet es an, dass eher die Frau die Oberhand oder die Hosen an hat. Wenn auch „die Hosen an“ in diesem Fall ein extrem schräges Bild darstellt, aber ihr versteht sicher, was ich meine.

Ganz außer Acht lassen wollen wir hier mal die Theorie, dass Penetration immer mit Dominanz verbunden ist. Dass also immer die oder der dominiert, die oder der in den anderen eindringt. Meine Laienmeinung hier wäre: nein. Ebenso außer Acht lassen wir die Frage, ob Sex ohne Penetration auch Sex ist. Meine Laienmeinung hier: absolut ja!

Wo scheint also eher der Mann zu dominieren? Ein Klassiker: Doggy-Style. Die Frau kniet dabei. Alleine schon, das vermittelt den Eindruck, dass der Mann hier die Oberhand hat. Die Missionarsstellung. Sie liegt unten, er oben auf ihr drauf. Auch hier scheint klar: der Mann hat die Macht.

Wie ist es mit dem Blowjob im Liegen, Sitzen oder Stehen? Hier gehen die Meinungen auseinander. Die einen empfinden es als Dienst der devoten Frau am Mann. Ich kenne aber auch Frauen, die sagen, nie haben sie einen Mann mehr im Griff, als während eines Blowjobs (Kontaktanfragen bezüglich dieser Frauen bitte unterlassen).

Wie ist es mit einem weiteren Favoriten unter den Sexstellungen, der sogenannten 69er-Stellung? Oder gar dem Facesitting oder anderen Cunnilingus-Varianten? Hat da automatisch die Frau die Oberhand?

Was ist mit der Reiterstellung, wo sie auf dem Mann sitzt und ihn reitet? Sie sitzt oben, er liegt unter ihr. Hat sie also in dem Fall die Oberhand? Das Bild mit der Hose lasse ich an dieser Stelle jetzt bewusst weg.

Jetzt könnte man mit viel Recht einwenden: „Ist doch total egal.“. Stimmt. Das sollte es vielleicht. Aber für viele ist das im BDSM-Kontext ein Problem.

Vielleicht genießt es eine Sub auf dem Mann zu sitzen, ihn ganz tief in sich zu spüren und zu reiten. Vielleicht genießt sie es, sich fallen zu lassen und sich lecken zu lassen. Aber im Hinterkopf gibt es auch die Stimme, die das als irgendwie unangemessen empfindet. Die sagt „Du sollst doch ihn bedienen und dich nicht verwöhnen lassen oder nicht selber steuern“.

Ihr ahnt es vielleicht schon. Die Antwort ist ganz einfach. Lasst euch nicht den Spaß verderben. Macht einfach worauf beide Lust haben. Lasst euch nicht zu sehr von Klischees und von Mauern im Kopf von Dingen abhalten, die beiden gefallen und Lust bereiten. Wer schreibt denn vor, dass eine Sub nicht auch oben sitzen darf? Wer verbietet denn einer dominanten Frau sich penetrieren zu lassen? Niemand. Erlaubt ist beim BDSM und beim Sex innerhalb von BDSM ebenso, alles was Spaß macht.

Um das auch ganz deutlich zu sagen: Wer schon Probleme bekommt, nur weil er mal unter ihr liegt oder weil sie sich von ihm penetrieren lässt, mit dessen Dominanz ist es dann vielleicht auch einfach nicht weit her.

Entspannt euch, steht zu den Stellungen und Praktiken, die ihr mögt. Wenn ihr gerne geleckt werdet, dann genießt es. Wenn nicht, dann lasst es sein. Wenn ihr es gerne mögt, dass eure Sexpartnerin euch reitet, dann habt Spaß dabei.

Eine einzelne Sexstellung wird das Gefälle und die Machtverhältnisse zwischen euch nicht ins Wanken bringen. Wenn doch, dann hat wohl vorher schon etwas nicht gestimmt. Aber das wäre ein anderes Thema.

Zum Abschluss noch eine Kleinigkeit. Ich oute mich gerne, dass ich das Kamasutra nie gelesen habe. Ein paar Stellungen kenne ich natürlich dennoch. Aber bei der Recherche zu diesem Artikel habe ich von Sexstellungen erfahren, von denen ich noch nie gehört hatte. Zum Beispiel „Das Einhorn“ oder „Das Waffeleisen“. Als Tipp dazu diese nette Galerie: https://www.gofeminin.de/leidenschaft/100-sexstellungen-tp122370.html#d1294916-p33

So lerne ich auch dazu.

Im Verhör, Teil 2

Fortsetzung von Teil 1

Wie lange fuhren Sie inzwischen? Angie hatte jedes Zeitgefühl verloren. Von Zuhause aus war sie drei Stunden zum vereinbarten Treffpunkt gefahren. Sie hatte angenommen, dass sie so lange gefahren war, bedeutete, dass Sie in der Nähe des „Gefängnisses“ sein würden. Aber nun lag sie mindestens schon eine Stunde mit diesem Sack über dem Kopf, nackt und gefesselt auf der Ladefläche dieses SUVs. Oder waren es schon zwei Stunden? Sie wusste es nicht und die lange Fahrt bedeutete auch, Sie konnte mittlerweile überall sein.

Was es noch schlimmer machte war, dass sie seit etwa einer halben Stunde pinkeln musste und der Drang wurde immer stärker. Was sollte Sie nur tun, wenn sie es nicht mehr würde halten können? Einfach ins Auto der Obersten Instanz pinkeln? Das wäre unglaublich peinlich. Außerdem würde das gleich einen hervorragenden Eindruck bei den Leuten machen, von deren Wohlwollen Sie die nächsten Tage vollkommen abhängig sein würde.

Da spürte sie, dass der Wagen langsamer wurde und schließlich stoppte. „Endlich!“, dachte Angie und wartete darauf endlich aus dem Auto gelassen zu werden.

Sie hörte, wie die Wagentüren sich öffneten, aber niemand öffnete die Heckklappe. Schritte entfernten sich. Dann war Stille. Aber nicht lange und sie konnte hören, wie die Schritte wieder näher kamen.

Die Heckklappe wurde nun doch geöffnet. Aber anstatt, dass Angie herraus geholt wurde, spürte sie, wie ein zweiter Körper auf die Ladefläche gelegt wurde.

Noch ehe Angie sich von der Überraschung erholen konnte, fuhr der Wagen wieder an. Sie spürte einen Fuß in ihrem Gesicht. Aber sie hatte den Knebel im Mund und war regungslos gefesselt. Sie konnte sich nicht rühren und nichts sagen. Auch von der anderen Person kam kein Ton.

Die Fahrt ging weiter und Angies Herz klopfte immer stärker.

Sie konzentrierte sich mit aller Kraft darauf dem Drang pinkeln zu müssen nicht nachzugeben. So verstrich noch mehr Zeit. Langsam fing Angie an sich zu fragen, ob sie womöglich ins Ausland geschafft würde. Ob sie sich auf irgendeine verrückte Sache eingelassen hatte, die sie unterschätzt hatte.

Da verlangsamte sich die Fahrt erneut und endlich wurde die Heckklappe geöffnet und ohne ein Wort wurde Angie aus dem Auto gezerrt.

„Ich gehe sie anmelden.“, hörte Angie die Stimme des Mannes. Nicht zum ersten Mal fragte sie sich, wie viele Leute an dieser Sache beteiligt waren.

Sie spürte, wie die Fesseln um ihre Knöchel entfernt wurde und wie sich etwas um ihren Hals legte. Ein Ruck brachte sie fast aus dem Gleichgewicht. „Mitkommen!“, hörte sie die weibliche Stimme und sie wurde am Hals nach vorne gezogen.

Stolpernd machte sie ein paar Schritte. Sie war barfuß und stieß sich mehrfach die Zehen oder trat auf einen Kiesel oder ähnliches, aber sie wurde immer wieder nach vorne gezogen.

Einige Minuten später, in denen sie offenbar über Steine, Schutt und Kies gelaufen war wurde ihr befohlen stehen zu bleiben.

Der Sack wurde ihr vom Kopf gezogen. Sie befand sich in einem geräumigen Innenhof, der umgeben war von völlig verfallenen Gebäuden. Überall kaputte Fensterscheiben, sogar einige eingefallene Mauern. Der Gebäudekomplex musste schon vor langer Zeit verlassen worden sein und seitdem leer stehen.

Es war noch hell, aber es schien später Nachmittag zu sein. Vor ihr standen vier Personen. Alle in der gleichen dunklen Kleidung sowie den gleichen Brillen und Mützen. Die Frau war dabei, die Angie schon gesehen hatte und drei Männer.

Ein kurzer Blick zur Seite und sie sah eine zweite nackte Frau. Vermutlich die Frau, die mit ihr im SUV gelegen hatte. Vom ersten Blick schien sie deutlich älter als Angie selbst zu sein. Aber der Blick der Frau war starr geradeaus gerichtet. Daher konnte sie nicht viel erkennen.

„ACHTUNG!“ erscholl eine laute Stimme aus der Gruppe vor ihr und Angie richtete ihren Blick wieder nach vorne auf den Mann, der einen Stock in der Hand hielt, aus dessen einem Ende zwei Metallstifte zu ragen schienen. Er hielt den Stock in der rechten und klopfte sich damit immer wieder in die linke Handfläche.

„Ihr seid Gefangene der Obersten Instanz. Ihr wisst, warum ihr hier seid. Das kann für euch alles einfach oder auch sehr, sehr schwer werden. Das liegt ganz an euch. Wenn ihr uns verratet was wir wissen müssen, dann kann das hier ganz glimpflich ablaufen und ihr müsst nur eure Zeit absitzen. Aber wenn nicht…“

Da fiel Angie wieder ein, dass sie sich einige Angaben wie Orte, Zeiten und Namen hatte merken sollen. Informationen, die man aus ihr herausholen wollen würde. Dinge, die sie im Verhör würde verraten können oder müssen. Sie waren sozusagen die Währung dieses Spiels. Wenn sie sie verriet, dann wusste die Oberste Instanz, dass sie genug hatte. Dann würden die Behandlungen enden und das Spiel war vorbei.

Sie konnte sie auf einmal oder nach und nach preisgeben. Oder gar nicht. Aber diese Informationen waren das Ziel, auf dass es die Oberste Instanz abgesehen hatte. Was sie sich hatte merken sollen war folgendes: „Brian, Jean, Thomas und Isabelle. 16. Oktober. Gendarmenmarkt, Marienplatz und Römerberg“.

„VERSTANDEN?“

Angie bemerkte erst jetzt, dass der Wortführer direkt vor ihr stand. Sie hatte wohl nicht aufgepasst und nicht mitbekommen, dass er etwas gefragt hatte. Ratlos schaute sie ihn an.

„Ob Du mich verstanden hast, Du Fotze?“, sagte er und stieß ihr seinen Stock in die Seite. Im Selben Moment explodierte ihre linke Köperhälfte vor Schmerzen. Sie brüllte auf, aber durch den Knebel im Mund kam nur ein Röcheln heraus. Im selben Moment gaben ihre Beine nach und sie sank auf die Knie.

Angie bekam kaum Luft und schaute panisch um sich. Im selben Moment spürte sie die Nässe zwischen ihren Beinen. Warm lief es an ihren Schenkeln herab.

„Die hat sich angepisst. Das geht ja gut los. Schafft sie weg. Mit der fangen wir an.“

Angie wurde hochgerissen und weg geschleift. Sie konnte nicht mehr klar denken.

Ende Teil 2. Hier geht es zu Teil 3.

Im Verhör, Teil 1

Als Angie durch laute Musik erwachte, wusste Sie im ersten Moment nicht wo Sie war. Dann sah Sie den dunkel verhangenen Lichtschacht, die Glühbirne unter der Decke und den Fliesenboden und es fiel ihr wieder ein.

Sie hatte auf die Anzeige in einem BDSM-Forum geantwortet. Der Text klang einfach zu verlockend: „Willst Du echte Gefangenschaft, scharfe Verhöre und realistische Qualen erleben? Dann melde dich unter folgender E-Mail-Adresse: obersteinstanz@fantasymail.de“. Zuerst hatte Sie es für einen Scherz gehalten. Aber es rührte so sehr an Fantasien, die sie seit Jahren hatte, dass Sie nach einigen Tagen doch eine E-Mail gesandt hatte.

Am nächsten Tag kam eine Antwort und aus dieser entspann sich ein Dialog in dessen Verlauf Sie zu der Überzeugung kam, dass die Sache wohl doch ernst gemeint war.

Es folgten Nachrichten über einen anonymen Messenger und schließlich auch ein Gespräch über dessen Telefonfunktion. Sie hatten eine Gefangenschaft vereinbart die mindestens 3 Tage, maximal aber eine Woche dauern sollte. Die Tatsächliche Dauer würden die Oberste Instanz festlegen. So nannten sich ihre Gesprächspartner und so sollte auch Sie sie nennen.

So hatte sie sich eine Woche Urlaub genommen, hatte einer guten Freundin erzählt, wo sie in etwa sein würde und ab wann Sie zurück sein wollte und hatte sich in ihr Auto gesetzt. Nach einer etwa dreistündigen Fahrt war sie in der Dämmerung eines Freitag abends auf dem Parkplatz angekommen, den die Oberste Instanz ihr genannt hatte. Hätte sie nicht die GPS-Koordinaten in ihr Handy eingegeben, sie hätte den abgelegenen Parkplatz nie im Leben gefunden.

Wenige Minuten nachdem sie den Motor abgestellt hatte, rollte ein großer Geländewagen auf den Parkplatz und ein Mann und eine Frau stiegen aus. Beide hatten Sonnenbrillen auf, waren dunkel gekleidet und trugen Mützen bis tief ins Gesicht gezogen. Sie steuerten ruhig und zielstrebig auf ihr Auto zu. In diesem Moment wäre sie am liebsten sofort weggefahren. Als Alternative stand auch im Raum, sich vor Angst in die Hose zu machen. Aber ehe Sie reagieren konnte, stand der Mann an der Beifahrerseite und die Frau neben ihr an der Fahrerseite ihres Wagens.

Die Frau machte ein Zeichen, dass Sie die Scheibe senken sollte. Sie folgte der Aufforderung gehorsam.

„Sind Sie Angie L.?“ fragte die Frau.

„Ja“ brachte Angie mit zitternder Stimme hervor.

„Gut“, antwortete die Frau. „Wir sind hier, um Sie zu verhaften.“

In dieser Sekunde lief es ihr heiß und kalt den Rücken herunter und sie klammerte sich am Lenkrad ihres Autos fest.

„Aussteigen. Sofort.“ sagte die Frau.

Angie konnte sich nicht rühren.

„So-fort!“ klang die Stimme der Frau.

Angie riss sich los, betätigte den Türgriff und begann die Tür auf zu drücken. Die Frau wich zurück und der Mann von der Beifahrerseite kam herüber.

Als Angie neben ihrem Auto stand, klang die Stimme des Mannes: „Ausziehen!“

Angie erstarrte. „Jetzt? Hier?“ brachte sie hervor.

Da spürte sie einen Schmerz auf ihrer linken Wange und die begriff, dass der Mann sie geohrfeigt hatte.

„Ausziehen.“ sagte er mit ebenso ruhiger Stimme wie zuvor.

Sie sah seine Augen. Sie erinnerte sich mühsam an die Absprachen, die in den ganzen Nachrichten getroffen wurden und zitternd begann sie sich auszuziehen. Natürlich hatte sie damit gerechnet, dass es eher früher als später dazu kommen würde. Aber hier? Auf einem Parkplatz und in aller Öffentlichkeit?

Sie zog ihr Top über den Kopf, öffnete die Hose und zog sie runter. Darunter hatte sie schöne Dessous angezogen. Nicht um jemandem von der Obersten Instanz zu gefallen, sondern weil Sie sich einfach gut darin fühlte. Nun stand sie da in ihrer schönen Wäsche und vier Augen schauten sie an.

„Weiter.“ sagte der Mann.

Also zog die auch Slip, BH und Strümpfe aus und stand völlig nackt vor den beiden Fremden. Beide reagierten sofort. Der Mann beugte sich herab und sammelte ihre Kleidung ein. Die Frau trat hinter sie, zog ihre Arme nach hinten und Angie hörte nur ein Ratschen. Plötzlich waren ihre Handgelenke so aneinandergebunden, dass sie sich nicht rühren konnte. Ein weiteres Ratschen und ihre Ellenbogen waren gefesselt.

Dann traf sie ein Stoß in den Rücken und sie hörte die Aufforderung: „Zum Wagen!“.

Unterbewusst hörte sie das typische Klicken ihres Autos, wenn jemand den Schließmechanismus an ihrem Autoschlüssel bediente. Offenbar würde ihr Auto hier bleiben dachte sie noch und stolperte zu dem SUV.

An der offenen Heckklappe des großen Autos angekommen, wurde sie hineingestoßen. Sie lag nun auf einer Art Ladefläche und spürte, wie auch ihre Knöchel mit den gleichen Fesseln fixiert wurden, wie auch schon Hände und Ellenbogen. Die Frau trat vor sie und stopfte ihr ein Stück Stoff in den überrascht offenstehenden Mund. Nun bekam sie noch einen dunklen Beutel oder Sack über den Kopf gestülpt.

Das Ganze hatte keine fünf Minuten gedauert. Nun lag sie hier. Hilflos. Bewegungsunfähig. Stumm. Da hörte sie, wie der Motor des Autos ansprang.

Ende Teil 1. Hier geht es zu Teil 2.