Wenn BDSM-Beziehungen enden

Neulich las ich die Frage „Wie ist das eigentlich, wenn so eine intensive BDSM-Beziehung endet? Ist der Fall dann nicht noch schlimmer, als sowieso schon?“.

Kurz gesagt: Ich fürchte schon. Es kommt aber wie immer darauf an. Gehen wir also ins Detail.

Jede Trennung ist schwierig und je intensiver die vorangegangene Beziehung war, desto schwieriger wird das Ende. Mit BDSM hat das erst einmal nichts zu tun. Es sind tiefe Gefühle verschiedenster Art im Spiel und oft genug werden diese Gefühle bei Trennungen verletzt.

Wer sich trennt, verliert meist einen Menschen, mit dem man davor viel Zeit verbracht, Erfahrungen und Gefühle geteilt hat. All das endet und das alleine ist schon schwer. War die Entscheidung, die Beziehung zu beenden, dann womöglich nicht einvernehmlich, sondern wurde einseitig getroffen, wird alles meistens noch viel schlimmer.

Ein Part hatte dadurch länger Zeit sich innerlich vorzubereiten, es entsteht Wut, Frust, Enttäuschung, Hilflosigkeit und Leere. Wir alle kennen das vermutlich auf die eine oder andere Weise.

Wenn eine BDSM-Beziehung zu Ende geht, können aber noch weitere Aspekte hinzukommen, die es noch etwas schwerer machen.

Nicht selten suchen Menschen lange nach einer BDSM-Beziehung, die für sie passt. Dem sind oft verschiedene Fehlversuche vorausgegangen. Es entsteht das Gefühl, es gäbe da draußen einfach niemanden, mit dem es passt. Oder zumindest nicht in einem Umkreis von zwei oder drei Tagesreisen. Kommt es dann doch endlich zu ersehnten Beziehung und diese endet dann, kann die Verzweiflung alleine schon wegen der langen Anbahnung groß sein. Das Wissen, wie schwer der Weg zu dieser Beziehung hin war, macht den Verlust gefühlt noch schlimmer und das Gefühl etwas besonders Wertvolles zu verlieren, wird alleine schon deswegen immens sein.

Aber auch die besondere Innigkeit, die BDSM-Beziehungen nachgesagt wird, macht ihr Ende für viele besonders schmerzhaft. Vielleicht wurden manche Fantasien und Bedürfnisse in dieser Beziehung zum ersten Mal erfüllt und nun verliert man genau diesen Partner. Auch das kann das Gefühl des Verlustes noch einmal deutlich schlimmer machen.

Noch dramatischer kann es werden, wenn die BDSM-Beziehung mit einem gewollten, womöglich sehr steilen Machtgefälle geführt wurde. BDSM kann eine gewollte, starke Abhängigkeit enthalten. Beide Partner wollen, dass in diesem Gefälle der eine Partner in eine Art Abhängigkeit vom Gegenüber kommt. Vielleicht, in dem der devote Part gewisse Entscheidungen nicht mehr trifft, gewisse Aufgaben an den dominanten Part abgibt etc. Das ist ok, wenn beide das wollen und es verantwortungsvoll ausleben.

Egal, ob diese Variante eher spielerischer oder sehr konsequent gelebt werden, sie kann bei einem Ende der Beziehung zu nicht zu unterschätzenden Problemen führen. Der devote und in diesem Fall gewollt abhängig gewordene Part muss eine deutlich größere Umstellung zurück in den Single-Alltag bewältigen, als jemand aus einer Vanilla-Beziehung oder auch einer BDSM-Beziehung ohne diese Aspekte.

Hier ist daher aus meiner Sicht im Vorfeld besonders sorgfältig zu überlegen, wie weit man gehen möchte und vielleicht auch, welche Strategien zurück man bereits einplant. Außerdem trägt aus meiner Sicht der dominante Part auch nach der Beziehung eine Verantwortung zu helfen, falls das gewollt ist. Gerade auch dann, wenn die Trennung vom dominanten Part ausgeht. Ich weiß, dass das oft schwierig umzusetzen ist. Aber in einer sehr tiefgehenden D/s-Beziehung heraus den devoten Part von 100 auf 0 abzubremsen, also quasi gegen eine Wand fahren zu lassen, kann eine sehr schwierige Situation sein.

Daher überlegt euch gut, wie weit ihr gehen wollt, wenn ihr so tief in das Leben anderer eingreift oder in euer Leben eingreifen lasst. Bei aller Euphorie auch ein wenig das Ende mit denken, kann da nicht schaden.

Ich denke also, die Ausgangsfrage, ob der Fall am Ende einer BDSM-Beziehung nicht noch schlimmer sei, kann mit: „meistens vermutlich schon“ beantwortet werden. Es kommt aber immer auf die Tiefe der Gefühle an. Eine sehr intensive Vanilla-Beziehung kann natürlich eine wesentlich schlimmere Trennung mit sich bringen, als eine eher lockere BDSM-Beziehung.

Das Sprichwort „Wer hoch fliegt, kann tief fallen“ hat da leider seine Berechtigung. Wie sind eurer Erfahrungen? Waren eure Vanilla-Trennungen leichter als die in BDSM-Beziehungen?

Gefühle im BDSM

Neulich erreichte mich eine fast schon verzweifelte Frage: „Sind Doms eigentlich immer kalt und abweisend und zeigen keine Gefühle?“

Die Schreiberin war BDSM-Anfängerin und hatte sich von ihrem Dom Zuneigung oder zumindest Wärme gewünscht, was dieser als abwegigen Gedanken sah und ihr Anliegen zurückwies. Bei seiner Sub sorgte das für große Verunsicherung und schließlich zu einer Mail an mich.

Wie so oft im Leben und daher auch im BDSM, ist es nicht so einfach. Die Antwort auf die Frage wäre also: Es kommt darauf an.

Eindeutig kann man sagen, dass jeder Mensch, auch devote Menschen im BDSM selbstverständlich das Recht hat, sich Wärme und Zuneigung zu wünschen. Auch und gerade von der dominanten Person. Gibt es diesen Wunsch und er wird bewusst nicht erfüllt, dann passt es offenbar nicht zwischen diesen beiden Menschen. Die Vorstellungen gehen ganz offensichtlich auseinander.

Im konkreten Fall den ich oben beschrieben habe, war das Verhalten der Schreiberin völlig richtig. Sie hat ihr Bedürfnis angesprochen und eine klare Antwort erhalten. Wie es scheint, passen ihr Wunsch und das, was ihr Gegenüber möchte, nicht zusammen.

Hier wäre eine denkbare Lösung, dass beide einen Kompromiss finden oder sie getrennte Wege gehen.

Die grundlegende Frage beantwortet das natürlich nicht. Doms sind Menschen wie alle anderen auch. Manche sind überschwänglich, gefühlvoll, andere zurückhaltend, wieder andere suchen nur Begegnungen ohne emotionale Bindung. Einige küssen und kuscheln gerne, andere nicht. Die einen haben einen sehr strengen und eher abweisenden Ansatz, andere sind liebevoll und wechseln dann zur Härte. Alles hat seine Berechtigung und seinen Reiz.

Solange alle Beteiligten die Vorstellung des Gegenübers akzeptieren können oder sie gar teilen, ist alles in Ordnung.

Es gibt aber im BDSM Spielarten, die leichter fallen, wenn es keine zu tiefe emotionale Bindung gibt oder die sogar bestimmte Verhaltensweisen voraussetzen, um realistisch zu wirken.

Manche besonders harten Spielarten und Varianten fallen leichter, wenn die Gefühle zueinander nicht allzu tief sind. Im Gegenzug tun sich die Beteiligten oft schwer, diese zuvor ausgeübten Varianten zu leben, wenn dann doch Gefühle entstanden sind.

Dieses Schema gilt selbstverständlich nicht für alle Menschen. Wenige Dinge sind allgemeingültig. Aber ein guter Teil von BDSMern wird verstehen, was ich meine.

Beispielsweise ist Erniedrigung so ein Fall. Eine Ohrfeige oder eine verbale Beleidigung mag da noch gehen. Wenn es aber heftiger wird, dann kann es für beide Seiten leichter sein, es mit jemandem zu tun zu haben, zu dem keine so tiefe Bindung besteht.

Ein anderes Beispiel wäre hier das sogenannte Wifesharing. Die Partnerin zum beiderseitigen Lustgewinn anderen „zur Verfügung zu stellen“ fällt vielen wesentlich leichter, wenn die Bindung nicht ganz so tief ist. Aber hier gibt es auch den gegenteiligen Effekt. Gerade, wenn die Bindung sehr eng ist und die Gefühle tief, wird für manche das Wifesharing noch interessanter.

Auch Spielarten wie Schläge/Impact Play können hier betroffen sein. Schon öfter habe ich die Klage von devoten Frauen gehört, dass ihr Partner früher härter zu Ihnen war und sie das sehr genossen haben. Seit die Gefühle gewachsen sind oder zum Beispiel auch seitdem gemeinsame Kinder da sind, wurde der Partner softer. Meistens zum Bedauern der Sub.

Es muss aber auch nicht immer an den Spielarten liegen. Manche Menschen bevorzugen einfach einen Stil im BDSM, der nicht durch große Zuneigung und Gefühle geprägt ist. Es steigert ihren Kick. Manch devote Menschen wollen an ihrem dominanten Spielpartner nicht so viele weiche Seiten sehen, sondern bevorzugen es, dass der Partner in der Beziehung hart und eher etwas abweisend ist. Auch das ist völlig okay, solange alle Beteiligten damit gut klarkommen.

Wieder andere führen sehr innige und tiefe Liebesbeziehungen und leben darin ihr BDSM aus. Und um es noch komplizierter zu machen, gibt es Fälle, in denen Menschen in solchen Liebesbeziehungen sich gelegentlich als Abwechslung anderen BDSM mit Partnern völlig ohne Emotion suchen.

Wie so oft gilt, es ist erlaubt, was gefällt und wodurch niemand verletzt wird. Die Annahme, dass Doms grundsätzlich immer kalt sind und keine Gefühle haben, ist selbstverständlich falsch. So wie nicht alle Subs gleich sind, sind es auch Doms nicht.

Wie immer hilft es, zu wissen, was einem selber guttut und braucht, um erfüllendes BDSM zu erleben. Dabei hilft es aber, sich klarzumachen, dass die eigenen Wünsche nicht auch immer die des Gegenübers sein müssen. Daher macht euch klar, was ihr wollt und teilt es mit. Dann lassen sich viele spätere Komplikationen vermeiden.

Warum BDSM besonders ist

Jeder von uns hat einmal dunkle Stunden und unter uns Menschen, die dem BDSM zugeneigt sind, können diese Stunden Gedanken beinhalten, in denen man sich wünscht doch eine andere Neigung zu haben.

BDSM kann eine große Bereicherung sein. Es kann einem das Leben aber auch komplizierter machen. Menschen, die vielleicht vom ersten Anschein perfekt als Partner passen würden, kommen nicht infrage, denn sie teilen ja etwas Spezielles und Wichtiges nicht mit einem.

Datingportale, bei denen es eine Menge interessanter Menschen kennenzulernen gäbe, sind schwierig, denn immer droht um die nächst Ecke das Problem „Wie erkläre ich ihr oder ihm worauf ich stehe und passt es dann immer noch?“.

Die Alternative dazu wäre dann der Verzicht. Auch nichts, was einen jubeln lässt. Wer verzichtet schon gerne auf eine sexuelle Neigung, die einem wichtig ist? Und das womöglich auf Dauer?

Wie gesagt, es gibt diese dunklen Stunden. Das ist eben so und geht allen Menschen auf die eine oder andere Weise mal so.

Zeit, sich an das zu erinnern, was gut daran ist, BDSM zu mögen und diese Neigung zu haben.

Fangen wir mit dem offensichtlichsten an: wenn ein Mensch auf BDSM steht, dann tut es schlicht und einfach gut so leben, sich so geben zu können und so angenommen zu werden, wie der Mensch eben ist. Sich nicht verstecken zu müssen. Das zu erleben, was einen erregt und dafür nicht verurteilt, sondern eben verstanden zu werden.

Das ist nichts, was BDSM irgendwie exklusiv hätte. Es betrifft alle Menschen, die so angenommen werden, wie sie sind. Sei es, auf das eigene Geschlecht zu stehen, einen Fetisch zu haben oder schlicht mit einem passenden Partner erfüllte Sexualität zu leben.

Was ich immer wieder gespiegelt bekomme, wenn ich mich Menschen, die zum Teil Jahrzehnte Erfahrung in Vanilla-Beziehungen haben, ist, dass BDSM offenbar eine Neigung ist, in der offener und auch mehr kommuniziert wird. Ich selber kann da schwer mitreden. Eine reine Vanilla-Beziehung hatte ich nie und Kommunikation war schon immer Kern meiner Beziehungen. Aber offenbar wird in BDSM-Beziehungen mehr und offener über Bedürfnisse, Wünsche und Fantasien geredet.

Vielleicht könnt ihr Leser mir mehr darüber sagen, wenn ihr Vergleichsmöglichkeiten habt. Aber wenn dem so ist, dann wäre das doch wirklich eine schöne Sache, die uns ein klares Plus bei BDSM setzen ließe.

Etwas, dass ich über die Jahre immer mehr zu schätzen gelernt habe, ist der Grad, in dem sich zwei Menschen einander öffnen und offenbaren, wenn sie sich kennenlernen und sich eine BDSM-Beziehung anbahnt.

Teilweise erzählen sich Menschen dann Dinge, die die besten Freunde, Familie und sämtliche vorherigen Sexpartner nicht wissen. Dinge, die gegen gesellschaftliche Tabus verstoßen und für die sie zum Teil dachten, nie jemanden zu finden, die oder der es versteht. Plötzlich ist da dieses Band. Dieses Verstehen. Man wird gegenseitiger Geheimnisträger und es baut sich schnell eine Vertrautheit auf. Als hätten sich zwei Seelen erkannt.

Das ist ein tiefes und sehr schönes Gefühl, dass ich immer mit BDSM verbinde und von dem mir Gesprächspartner berichtet haben, sie hätten es in anderen Beziehungen so selten oder nie erlebt. Auch das wäre also ein weiterer Punkt, an dem wir uns sagen können: auf BDSM zu stehen ist eine tolle Sache. Es bereichert uns.

Wie ihr gemerkt habt, wollte ich hier nicht auf geile Sexerlebnisse und Orgasmen hinaus. Mir geht es darum, Argumente und Denkanstöße zu liefern für die Momente, wo alles mal wieder schiefläuft. Der Schwarm wieder einmal 800 Kilometer weg wohnt oder „nur“ 300 Kilometer, aber natürlich vergeben ist.

In diesen Momenten brauchen wir alle eine Erinnerung, dass BDSM eine Bereicherung in unserem Leben und kein merkwürdiger Fluch ist. Aber vielleicht fällt euch ja auch noch etwas ein, um andere aufzumuntern? Denn wir alle kennen ja diese dunklen Stunden.

Wie findet man einen guten Dom?

Die Frage bekomme ich häufiger gestellt und ehrlich gesagt habe ich auch kein Patentrezept. Die Frage, die dem vorausgeht, nämlich was eigentlich ein guter Dom ist, habe ich an anderer Stelle schon behandelt.

Ganz ehrlich, dieses Thema ist sehr komplex und hängt auch ganz stark von den eigenen Vorlieben, Bedürfnissen und vielen anderen Faktoren ab. Daher versuche ich es mit Stichpunkten, die ich bei der Suche definitiv als ein Pro oder ein Contra werten würde. Macht euch dann selbst ein Bild und gleicht vielleicht euren aktuellen Kontakt mit dieser Liste ab.

Dabei habe ich vor allem die Konstellation „männlicher Dom und weibliche Sub“ im Blick. Schlicht aus dem Grund, dass ich mich mit dieser Konstellation am besten auskenne und Dynamiken in anderen Konstellationen sehr viel schlechter beurteilen kann.

Gerade beim Kennenlernen geht es zu 95% um Kommunikation. Mindestens. Daher:

  • Gibt es mit ihm Kommunikation auf Augenhöhe oder verläuft jeder Kontakt von Anfang an mit Machtgefälle? Gibt es ganz normale Kommunikation auf Augenhöhe, ohne dass ihr es einfordern müsst? Absolut PRO.
  • Wenn ihr merkt, dass er auch zu Praktiken drängen will, die ihm wichtig sind ohne zu fragen, ob ihr die auch mögt: lauft so schnell ihr könnt. Ihr seid mutmaßlich nur austauschbare Darstellerinnen in seinem Kopfkino. Großes CONTRA.
  • Fragt er euch hingegen danach, was euch gefällt, was euch an BDSM reizt, was eure Kinks sind und gleicht sie vielleicht mit seinen ab: PRO. Der Mann sucht mutmaßlich eine echte Spielpartnerin und keine willige „Sklavin“.
  • Drängt er euch zu einem möglichst schnellen Treffen, ohne euch die Chance zu geben zu erfahren, wer er ist, was er will und nimmt eure Bedenken dabei nicht ernst oder will er sich im Gegenteil ewig nicht treffen, verlangt aber Camsex, Bilder oder Videos: CONTRA.
  • Er akzeptiert Sicherheitsmaßnahmen wie Covern und Safewords oder spricht sie gar selber an: PRO.
  • Habt ihr keine anderen Gesprächsthemen als sexuelle Neigungen, Vorlieben, Kinks, BDSM-Praktiken? Wer ihr seid und was ihr jenseits von BDSM mögt und macht ist ihm offenbar egal? Großes CONTRA.
  • Geht er auf eure Fragen ein, nimmt sie ernst und kann vielleicht auch erklären, warum ihn manche Dinge mehr reizen als andere? Absolut ein PRO.
  • Gibt er euch als Beispiele für das was ihm gefällt ausschließlich extreme Pornobilder, die euch zu weit gehen? Spielt das für euch nicht runter. Sprecht eure Bedenken an: großes CONTRA.
  • Hatte ihr womöglich ein Treffen und er meldet sich weiterhin wie vorher bei euch? Vor allem fragt er nach, wie es für euch war oder was ihr vielleicht gerne oder weniger gerne mochtet? PRO.

Diese Liste ist nur eine Auswahl und kann keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Sie soll nur für die Dinge sensibilisieren, auf die man als Anfängerin und Sub achten sollte. Denn reden wir uns nichts ein: nicht nur Männer können schwanzgesteuert sein. Manchmal ist die Gier und die Lust nach dem, was die Fantasie schon so lange beschäftigt, größer als die Vernunft. Das ist ok.

Achtet einfach auf ein paar Sicherheitsmaßnahmen, nutzt vielleicht diese Liste und dann traut euch auch einfach. Entgegen dem, was man in manchen Foren liest, ist nicht jeder zweite Dom ein verkappter Axtmörder. Aber ein paar kritische Fragen sollten eben geklärt werden.

Kompromisse bei der BDSM-Partnerwahl

Auf der Suche nach Lebens- oder auch Sexpartnerinnen und Sexpartnern stellt jeder Mensch fest: die Auswahl ist begrenzt. Erstens, gibt es um uns herum nur eine begrenzte Zahl Menschen. China oder Australien beispielsweise fallen meistens aus praktischen Gründen erst einmal weg. Dann wird die Auswahl begrenzt durch die sexuelle Präferenz für ein bestimmtes Geschlecht – so diese Präferenz besteht. Dazu kommen dann optische Vorlieben, Interessen, die man gerne miteinander teilen möchte und ähnliche Punkte. Schnell stellt sich heraus: so wahnsinnig viele Leute kommen im Vergleich zur Weltbevölkerung nicht in Frage.

Wissenschaftler beispielsweise schätzen den Anteil von Homosexuellen in der Bevölkerung auf 3 bis 10 Prozent. Wer also diese sexuelle Präferenz hat, wird feststellen, dass sich die Auswahl zum Teil noch einmal massiv verringert.

Wie ist es aber für die, die auf BDSM stehen? Wie beim Anteil an Homosexuellen in der Bevölkerung ist auch da die Zahlenbasis dünn. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2017 sagten 19 Prozent der deutschen Bevölkerung, sie hätten BDSM probiert, aber keinen Gefallen daran gefunden. Wiederum 27 Prozent gaben an, sie würden BDSM als Bereicherung sehen. Eine erstaunliche Menge von 54 Prozent sagten, sie hätten es nicht probiert, wären aber offen dafür.

Abgesehen davon, dass ich nicht annehme, dass alle Befragte dieselbe Vorstellung vom Begriff BDSM hatten und alleine daher die Antworten mit Vorsicht zu genießen sind, zeigt es doch eines: mit der Vorliebe BDSM wird die Auswahl an potenziellen Lebens- oder auch Sexpartnerinnen und Sexpartnern kleiner und die Suche damit nicht gerade einfacher.

Da können viele von uns froh sein, dass es das Internet gibt. So vergrößert sich die erreichbare Gruppe wieder deutlich. Man kann sich leichter auf gemeinsame Interessen abklopfen, denn die Anonymität macht viele mutiger. Auf der anderen Seite trifft man im Netz oft genug Leute, die am anderen Ende des Landes leben. Dass auch das Dating über das Internet Fallstricke mit sich bringt, habe ich ja bereits in einigen Artikeln behandelt. Heute soll es daher mehr um die eigenen Kriterien und Kompromisse gehen, die bei der Suche womöglich wichtig und nötig sind.

Die Suche nach einem passenden Gegenüber bedeutet immer verschiedene Abwägungen.

Wenn ich einen Menschen suche, der im Umkreis von 5 Kilometern zu meinem Wohnort lebt, Single ist, meine sämtlichen Neigungen teilt, bevorzugt 8 Fremdsprachen spricht und gerne wandern geht, wird die Suche vermutlich schwierig. Reduziere ich meine Kriterien auf: der Mensch soll einen Puls haben, wird es einfacher. Die Wahrheit liegt wie meistens irgendwo zwischen diesen Extremen.

Beim Dating und speziell dem mit BDSM-Hintergrund, gibt es meiner Erfahrung nach verschiedene Kriterien, die wir alle mal mehr, mal weniger anlegen.

  • Sympathie
  • sexuelle Vorlieben und Neigungen
  • Attraktivität
  • gemeinsame Interessen und Werte
  • Entfernung
  • Form der gewünschten Beziehung

Die Liste ist natürlich beliebig erweiterbar, aber sie deckt die wichtigsten Punkte ab. Ich denke, den obersten Punkt können wir als unverhandelbar annehmen. Wen man nicht sympathisch findet, den möchte man vermutlich auch nicht weiter kennenlernen oder gar Sex mit ihr oder ihm haben. Da mag es seltene Ausnahmen geben, aber die vernachlässigen wir mal.

Je enger ich aber die anderen Kriterien fasse, siehe mein Beispiel von oben, desto schwerer wird es, jemanden zu finden. Habe ich sehr konkrete sexuelle Vorlieben oder Fetische, die ich auch wirklich ALLE mit einem Gegenüber erfüllt haben möchte, habe ich dann noch ganz genaue Vorlieben, was die Attraktivität angeht etc. dann finde ich nur sehr schwer jemanden.

Ich muss mir also überlegen, was ist mir besonders wichtig und was etwas weniger wichtig. Möchte ich lieber keinen Sex, verzichte ich also lieber komplett, als Abstriche bei meinen Vorstellungen zu machen?

Das ist dann der Unterschied zwischen den Leuten, die sagen „Du, mit dir ist alles perfekt, aber deine Brüste sind ein B-Körbchen und ich finde Frauen erst ab C-Körbchen attraktiv. Schade.“ oder „Du bist ein Traummann. Aber 1,75 ist mir zu klein, ich finde nur Männer ab 1,80 attraktiv“. Oder eben den Leuten, die sagen, „Mit dir ist alles perfekt. Ich stehe zwar eigentlich auf Blonde, aber das ist mir in unserem Fall einfach egal.“.

Das sind bewusst sehr oberflächliche Beispiele, die nur das Muster zeigen sollen. Entweder wir freuen uns bei der Suche darüber, jemanden gefunden zu haben, mit dem alles super ist und es nur ein oder zwei Abstriche gibt. Oder wir suchen weiter, bis hoffentlich alles perfekt ist.

Ich persönlich bezweifle, dass es diese Perfektion gibt und ich habe auch das Glück, in meinen sexuellen und optischen Vorlieben nicht so festgelegt zu sein, dass mich nur ein sehr schmaler Abschnitt des Spektrums reizt. Ich meine das wirklich als Glück, denn Menschen, die wirklich nur durch ganz bestimmte Dinge erregt oder sexuell angesprochen werden, suchen sich das ja auch nicht aus. Wer einen Fetisch hat, hat sich selten dafür entschieden und wenn dann eben nichts anderes sexuell erregt, dann ist der Verzicht nicht machbar und die Suche eben viel schwieriger.

Das ist aber der Punkt. Die Suche nach dem Partner und gar dem BDSM-Partner ist schwer genug. Es gibt so oder so genügend einschränkende Kriterien. Finde ich jemanden, mit dem Sympathie und Anziehung stimmen, die oder der auch noch einigermaßen in der Nähe wohnt, dann kann ich mich entscheiden, ob ich auch noch den letzten Kink ausleben möchte, ob die Haarfarbe jetzt wirklich so extrem wichtig ist und ob es wirklich gleich von Anfang an etwas Festes oder gar Exklusives sein muss oder ob der Ausblick darauf genügt.

Das ist dann eben die Entscheidung zwischen „Ich freue mich etwas gefunden zu haben“ oder „Ich verzichte, denn die letzten paar Prozent müssen auch noch passen“.

Diese Entscheidung muss jede und jeder selber treffen.

Meiner Erfahrung und Wahrnehmung nach haben sich die Vorstellungen in dieser Frage über die Jahre verschoben. Viele erkennen, dass es schwierig ist, jemanden um die Ecke zu finden und werden offener mit ihren Kriterien. Entfernung spielt eine weniger wichtige Rolle innerhalb der BDSM-Community, als es früher war. Auch Monogamie nimmt in ihrer Bedeutung ab. Ich nehme wahr, dass viele Menschen in diesen Kriterien offener geworden sind, weil sie um die Komplikationen in der Partnerwahl wissen und Kompromisse machen.

Diese Tatsache aber, macht es denen noch schwerer, die eben alles wollen. Für die bleiben dann schon mathematisch weniger Partnerpersonen. Ob das alles eine gute oder eine nicht so gute Entwicklung ist, kann und will ich gar nicht beurteilen. Sie ist einfach da. Oder wie seht ihr das?

Vielleicht verdiene ich nicht mehr?

Seit ich mich mit BDSM beschäftige, habe ich unzählige Gespräche geführt. Meistens mit Frauen. Viele davon waren entweder früher oder waren noch zum Zeitpunkt des Gesprächs in Beziehungen, in denen sie sexuell unzufrieden und insgesamt unglücklich waren. Naturgemäß, da wir uns über das Thema BDSM gefunden hatten, lag die Unzufriedenheit in diesen speziellen Fällen meist daran, dass sie sich zu BDSM hingezogen fühlten, diesen aber in der Beziehung nicht ausleben konnten oder bekamen.

Die eine Gruppe Frauen hatte sich aus den Beziehungen gelöst, waren in neuen Beziehungen oder Single. Die anderen aber steckten noch in diesen Beziehungen. Sie konnten oder wollten sich nicht lösen. Auch nicht, um eine befriedigende Sexualität zu erleben.

Warum sich Menschen trennen und warum sie zusammenbleiben, hat oft sehr vielfältige Gründe. Manchmal ist es eine wirtschaftliche Abhängigkeit, das Gefühl den Kindern ein „heiles Zuhause“ bieten zu wollen, die Hoffnung, es würde sich alles noch zum Besseren wenden etc.

Vermutlich hat jede Beziehung ihre ganz eigene Geschichte, warum sie so und so lange hält und woran sie dann zerbricht oder eben auch nicht.

Einige Argumente habe ich aber doch über die Jahre immer wieder gehört. Natürlich bin ich kein Wissenschaftler und diese Einsichten basieren nicht auf einer wissenschaftlichen Studie. Aber da sie sich öfter wiederholt haben, finde ich sie schon auffällig.

Ein durchgängiges Muster ist beispielsweise, dass die Person, der BDSM oder erfüllender Sex fehlt, diesen einfordert oder eine Trennung ankündigt. Die Reaktion darauf ist nicht selten „Wegen dem bisschen Sex willst Du unsere Beziehung kaputt machen?„.

Das ist gleich auf mehrere Weisen perfide. Denn erstens ist es für den Part, der den Sex als erfüllend empfindet, sehr billig und leicht von „Dem bisschen Sex“ zu sprechen. Der Mensch selber hat ja mutmaßlich erfüllenden Sex. Die Unzufriedenheit ist ja vor allem auf der anderen Seite groß. Nichts liegt also in so einem Fall näher, als den anderen moralisch unter Druck zu setzen, man dürfe doch so etwas Wertvolles wie eine Beziehung nicht für „das bisschen Sex“ aufgeben. Gerne kommt so eine Antwort auch, um dem eigenen Gefühl zu entgehen, selber nicht „gut genug“ beim Sex zu sein, wo das Gegenüber ja so unzufrieden damit ist.

Zweitens ist es perfide, denn wie wichtig einem Sex ist, ist oft völlig unterschiedlich. Es gibt Menschen, die haben nur alle paar Wochen oder Monate Lust. Andere haben nie Lust. Wieder andere wollen und können mehrmals am Tag. Daher ist es meiner Sicht gar nicht möglich, über einen anderen Menschen ein Urteil wie „das bisschen Sex“ zu fällen.

Dieses Muster halte ich daher für einen gezielten Tiefschlag und für untauglich innerhalb einer Diskussion, innerhalb einer Beziehung.

Ein weiteres häufiges und spannendes Muster ist folgendes: gerade von Frauen habe ich sehr oft gehört „Vielleicht habe ich es ja nicht besser verdient?“ oder „Vielleicht will ich einfach zu viel.“ oder „Ich bin total falsch und verkorkst“. Meistens dann, wenn sie sich selber davon überzeugen wollten oder überzeugt hatten, entgegen der Unzufriedenheit doch in der Beziehung zu bleiben.

Ja, es mag Situationen im Leben geben, in denen wir zu viel wollen. Zum Nachtisch im Restaurant die Mousse au Chocolat, die Crème Brûlée UND das Tiramisu zu bestellen wäre ein Moment in dem ich vielleicht auch sagen würde „Vielleicht willst Du zu viel“. Aber in einer Beziehung glücklich und sexuell befriedigt zu sein, fällt für mich erst einmal nicht darunter.

Besonders spannend wird es aber, wenn man sich die Psychologie dahinter betrachtet. Denn erstens reden wir uns gerne Dinge ein wie „Ich brauche das gar nicht“, „Ich wollte das sowieso nie wirklich“ oder ähnliches, wenn wir etwas nicht bekommen oder uns schlicht nicht trauen. Das ist ganz menschlich und hilft uns, mit dem klarzukommen, was wir entschieden haben oder nicht ändern können/wollen.

Aber es gibt noch eine andere Seite daran, die ich Euch mitgeben möchte. Wenn wir uns Dinge sagen wie „Vielleicht habe ich es nicht anders verdient“ oder „nichts Besseres verdient“, dann fallen wir auf eine Sache rein, die die Psychologie „Just-world hypothesis“ oder „Gerechte-Welt-Glaube“ nennt.

Sehr knapp zusammengefasst gibt es in uns Menschen den in unserer Psyche sehr tief sitzenden Glauben, dass es in der Welt gerecht zugehe. Daher glauben wir zum Beispiel auch, dass uns gute Dinge zustoßen, wenn wir uns gut verhalten. Oder andersherum. Wir wundern uns, wieso Menschen schlechte Dinge oder Schicksalsschläge widerfahren, wo sie doch so gute Menschen sind.

Das zeigt sich auch in Sprüchen wie „Guten Menschen widerfährt Gutes“ oder „Alles rächt sich irgendwann“. Wir denken, dass wir gut sein müssen und dann kann uns quasi nichts passieren. So weit, so falsch würde ich sagen.

Aber das Problem mit diesem „Gerechte-Welt-Glaube“ ist, er funktioniert auch andersherum. Nämlich, dass wir, wenn es uns schlecht geht, dazu tendieren zu denken, wir hätten das verdient. Denn wir leben ja in einer gerechten Welt und wenn wir mehr verdient hätten, dann bekämen wir das ja auch. Und da wird es dann endgültig irre.

Denn wenn wir anfangen schlechte Dinge, die uns widerfahren, darauf zurückzuführen, dass wir einfach schlecht oder zumindest nicht gut genug sind, dann können wir jede Diskussion und jeden Kampf sofort aufgeben. Denn dann ist der Krebspatient selber Schuld, das Unfallopfer oder die geschlagene Ehefrau. Sie bekommen ja in unserer „gerechten Welt“ nur, was sie verdienen.

Ich hoffe, es wird hier sehr klar, dass das totaler Unsinn und eine miese Falle unseres Hirns ist. Ich sage nicht, dass Menschen nicht für das verantwortlich sind, was sie tun und manchmal auch selbst Schuld, wenn ihnen etwas zustößt. Aber sich in einer Situation einzurichten, in der es einem schlecht geht oder es sonst wie unbefriedigend ist, mit dem Argument „vielleicht habe ich es nicht besser verdient“ ist monumentaler Bullshit.

Sexualität und vor allem auch erfüllte Sexualität ist so wichtig, wie ihr sie für Euch wichtig findet. Wie wichtig das ist, kann und darf niemand anderes Euch vorschreiben. Wenn ihr nicht auf Dauer in einer Beziehung ohne erfüllte Sexualität bleiben wollt, dann ist das euer Recht. Wenn ihr in so einer Beziehung steckt, lasst Euch nicht einreden, mit Euch stimme etwas nicht, wenn ihr Wert auf Eure Sexualität legt. Wer das behauptet, der hat meistens eigene Interessen und Gründe Euch das einzureden.

Brauchen wir Datinganschreiben-Grußkarten?

Gelegentlich schreiben wir Nachrichten oder Texte und überlegen „Wie formuliere ich das jetzt so, dass es nicht so klingt wie bei allen anderen“?. Beispielsweise bei Geburtstagswünschen oder in Anschreiben bei Bewerbungen.

In einem meiner Lieblingsbücher kommt dazu dieser Absatz vor, über den ich seinerzeit heftig grinsen musste:

„Wenn Ihnen eine originellere Formulierung einfällt, jemandem ‚Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr‘ zu wünschen als ‚Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr‘ dann teilen Sie mir diese gerne mit. Bis dahin ‚Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr‘.“ (Aus „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer)

In Falle solcher Schreiben kann es sich lohnen, kreativ werden. Manchmal tun es aber auch die Klassiker. Das kommt immer auch auf die Empfängerin oder den Empfänger an.

Genau da sind wir beim Problem, wenn es um Anschreiben auf Datingportalen oder zum Zweck des Kennenlernens geht. Denn dort kennen wir das Gegenüber selbstverständlich noch nicht. Das liegt in der Natur der Sache.

Jetzt erhalte ich eher weniger Anschreiben. Auch im Jahr 2022 ist es im heterosexuellen Dating so, dass Männer eher selten proaktiv angeschrieben und Frauen von Anschreiben überschwemmt werden. Ich nehme an, das hat einerseits etwas mit Angebot und Nachfrage zu tun, andererseits aber auch mit traditionellen Geschlechterrollen. Dennoch habe ich meine Erfahrungen mit ersten Anschreiben in diesem Bereich.

Wie oben erwähnt, ist bei einem Anschreiben wie zum Geburtstag jedem klar, worauf das Ganze hinauslaufen soll. Dennoch kommt es eben auf die Form und den Ton an.

Anschreiben, die nur aus dem Wort „Ficken?“ oder im BDSM-Kontext aus „Knie nieder, Du Fotze und gehorche mir!“ bestehen, sind beispielsweise klar in ihrer Aussage, führen aber eher selten zum Erfolg. Die Rücklaufquote dürfte hier im niedrigen einstelligen Bereich liegen.

Das andere Extrem wären dann Aufsätze von tausend Worten und mehr, in denen im ersten Anschreiben bereits detailliert erklärt wird, welche sexuellen Praktiken in der gemeinsamen Zukunft wie oft und in welcher Form angewandt werden sollen. Es mag Empfängerinnen und Empfänger geben, die so etwas reizvoll finden. Ich habe aber bisher wenige kennengelernt. Auch da sehe ich die Erfolgsquote eher niedrig.

Wie aber sieht das perfekte Anschreiben aus? Die Antwort: es gibt keines. Denn wir kennen ja das angeschriebene Gegenüber nicht. Was also gut ankommt, viele Details oder wenige, romantische oder eher sachliche Formulierungen? Wir können es nicht wissen.

Also bleibt nichts, als einen Kompromiss und Formulierungen zu finden, die irgendwie neugierig machen, irgendwie die eigene Persönlichkeit widerspiegeln und irgendwie auch noch auf den Inhalt des „Zielprofils“ eingehen. Denn natürlich möchte die Empfängerin oder der Empfänger persönlich angesprochen werden.

Jetzt hat es aus meiner Sicht einen Grund, dass es zu Weihnachten und zu Geburtstagen vorgedruckte Karten gibt, die nur noch durch kurze persönliche Botschaften ergänzt werden. Das Wesentliche ist eben schon klar, wenn man die Nachricht erhält: „Oh, eine Geburtstagskarte.“. Der Überraschungsfaktor ist dann gering. Ähnlich wie bei Anschreiben beim Dating.

Schreibt einem der Mensch nicht gerade „Wir saßen schon in der dritten Klasse in Mathe nebeneinander und seitdem bin ich verliebt in Dich und nun habe ich Dich hier wieder gefunden.“, dann ist im Grunde klar, was kommt.

Ich persönlich befolge bei meinen Anschreiben diese Regeln:

  • keine Einzeiler
  • keine Romane
  • keine sexuellen Details
  • höflich bleiben
  • freundlich bleiben
  • keine sexuellen Details
  • eine kurze Beschreibung, warum mir das entsprechende Profil gefiel
  • ein paar Informationen über mich und warum ich denke, dass es passen könnte
  • Oh, und keine sexuellen Details!

That’s it. Viel mehr würde ich auch nicht lesen wollen. Vor allem nicht, wenn ich, wie manche Frauen, mit Mails überschwemmt würde. Die Form passt zu mir und wie gesagt, es ist unmöglich das Rad jedes Mal neu zu erfinden.

Ach ja, und zur Klarstellung: die Antwort auf das oben stehende Zitat aus „Gut gegen Nordwind“ ist ein geschliffen formulierter Weihnachtswunsch, der eben viel mehr ist als „Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr“ und die Absenderin des Zitats gebührend beeindruckt. Aber wer das genauer wissen will, muss eben das Buch lesen oder das sehr empfehlenswerte Hörbuch hören. Viel Spaß damit.

„Eine dunkle Begierde“

Der Streifen ist etwas untypisch für meine kleine Rubrik von „Filmen, in denen BDSM eine Rolle spielt“. Er ist hochkarätig besetzt und behandelt BDSM eher am Rande. Eigentlich ist es eine Art Biopic oder ein recht konventioneller Film über eine Rivalität zweier Männer.

Der Film beginnt mit der Einlieferung der russischen Jüdin Sabina Spielrein in einer Klinik. Es ist das Jahr 1904. Spielrein ist in sehr schlechter psychologischer Verfassung und niemand scheint die Ursache für ihr Leiden zu finden. Der junge Carl Gustav Jung beginnt ihre Behandlung mit der neuartigen Methode der Psychoanalyse, die Sigmund Freud entwickelt hat.

Es beginnt eine immer enger werdende Bindung zwischen Sabina Spielrein und Jung, die schließlich zu einer Affäre wird. Außerdem entwickelt sich auf der Korrespondenz zwischen Jung und Freud eine Zusammenarbeit und Freundschaft, die mit der Zeit immer mehr zur Rivalität wird.

Ich mochte den Film aus mehreren Gründen. Er ist toll gespielt. Die Darsteller Michael Fassbender als Jung, Keira Knightley als Sabina Spielrein und Viggo Mortensen als Freud sind großartig. Auch wenn Knightley am Anfang vielleicht etwas dick aufträgt, spielt sie die Entwicklung ihrer Figur hervorragend.

Zudem behandelt der Film mit der Entstehung der Psychoanalyse als Therapieform ein Thema, dass ich sehr spannend finde. Da rennt der Film bei mir also offene Türen ein.

Am Ende will der Regisseur David Cronenberg einfach zu viel, damit der Film als wirklich herausragend gelten kann. In gerade einmal einhundert Minuten die Geschichte der Psychoanalyse, der Beziehung zwischen Jung und Freud und vor allem der unterschätzten Rolle von Sabina Spielrein für die Entwicklung dieser neuen Wissenschaft darzustellen, ist zu ambitioniert.

Für mich hat es aber genügt, um mich noch ein wenig mit dem Thema zu beschäftigen und ich fand hoch spannend, was ich noch alles gefunden habe. Vor allem über die mir bis dato unbekannte Sabina Spielrein. Ihre Rolle bei der Entwicklung der Psychoanalyse wurde lange unterschätzt oder war gar unbekannt. Laut Wikipedia gilt sie heute als „Pionierin der Psychoanalyse des Kindes und der Analyse der kindlichen Entwicklung der Psyche“.

Sie muss auch eine eher lakonische Frau gewesen sein, denn anlässlich ihrer Hochzeit mit dem Arzt Paul Scheftel 1912 notierte sie in ihrem Tagebuch „Dr. Paul Scheftel geheiratet. Fortsetzung folgt.„. Auf den Punkt.

Im Jahr 1942 wurde Sabina Spielrein zusammen mit ihren beiden Töchtern von einem SS-Kommando in Rostow ermordet.

Während Freud 1939 in London starb, lebte C.G. Jung noch bis 1961 und wurde zu einem der bedeutendsten Psychiater und Begründer einer eigenen Denkschule innerhalb der Psychologie.

Daran, wie viel ich hier über die psychologischen und geschichtlichen Hintergründe schreibe, merkt man vielleicht auch, dass es zu BDSM nicht so wahnsinnig viel zu sagen gibt.

Ja, Spielrein wird von Jung als Masochistin diagnostiziert. Es werden in den Sitzungen Erlebnisse aus ihrer frühen Kindheit erzählt, bei denen sie vom Vater geschlagen wurde und wo sie große Angst hatte. Es wird angedeutet, dass sie womöglich diese Angst in Lust umwandelte, um so besser mit der Situation klarzukommen. Aber das alles bleibt relativ vage, denn es ist schlicht nur ein kleiner Nebenaspekt in der ganzen Thematik des Films.

Die Tatsache, dass eine masochistische Frau in einem Film, in dem es über die Psychoanalyse geht, traumatische Kindheitserlebnisse hatte, nehme ich dem Film nicht übel. Damit sagt er nicht aus, dass alle Menschen traumatische Erlebnisse haben müssen, um so zu werden. Er erzählt eben nur die wahre Geschichte einer einzelnen Frau.

Außerdem wird diese Frau in der Folge des Films absolut positiv dargestellt und das Ausleben ihrer Neigung zu Bestrafung als etwas, dass ihr guttut und hilft. Dieser Aspekt gefiel mir dann doch sehr gut. Sabina ist krank, schreit und leidet. Als sie herausfindet, was mit ihr nicht stimmt und zu ihren Bedürfnissen steht, wird sie gesund und aus ihr wird am Ende eine gesunde und sogar beruflich erfolgreiche Frau.

Viel mehr BDSM findet in dem Film aber auch nicht statt. Wie ich sagte: ein Nebenaspekt. Als solcher für mich aber nicht ärgerlich und klischeehaft dargestellt. Ich konnte damit gut leben und kann mir eine Menge Regisseure vorstellen, die das alles viel platter und dümmer dargestellt hätten.

Insgesamt kann ich den Film empfehlen. Wenn er auch mehr will, als er dann schafft, ist er doch unterhaltsam und vor allem lehrreich.

Das richtige Timing für das erste Treffen

Nicht selten hören wir auf die Frage „Wo habt ihr euch kennengelernt?“ die Antwort „Ganz klassisch im Internet.“. So lustig der Begriff „klassisch“ in dem Zusammenhang ist, es ist wahr. Sehr viele Leute daten heute über das Netz. Sei es über Dating-Apps oder Singlebörsen, über Erotikportale oder Social Media. Je nachdem welcher Statistik Glauben geschenkt wird, ist Online-Dating auf Platz 1 oder auf Platz 2 bei der Frage „Wo lernen sich die meisten Paare heute kennen?“.

Online-Dating hat zweifelsohne viele Vorteile, bietet aber auch manchen Fallstrick und stellt uns vor ganz andere Fragen als es die damals gab, als sich potenzielle Partner auf Partys, durch Freunde oder im Club kennengelernt haben.

Eine davon ist: wann ist der richtige Moment für das erste reale Treffen?

Dabei gibt es, wie so oft, verschiedene Vorgehensweisen. Die Einen schwören darauf, sich nach zwei oder drei kurzen Nachrichten direkt „auf einen Kaffee“ zu treffen. Andere bevorzugen es monatelang zu schreiben und zu telefonieren, ehe man sich trifft. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es wiederum endlos viele Schattierungen.

Hier gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Verschiedene Vorgehen, passen zu verschiedenen Typen von Menschen und zu verschiedenen „Zielen“, die mit dem Dating verfolgt werden und selbstverständlich sollten beide einem Date erst dann zustimmen, wenn sie auch beide bereit dazu sind.

Menschen, denen es vorrangig auf Körpersprache, Aussehen, Geruch etc. ankommt, können schlicht am Telefon keine Schlüsse ziehen, ob das Gegenüber ihnen zusagt.

Menschen, denen es wiederum auf Übereinstimmungen in Fantasien, Vorlieben und Interessen ankommt, fahren womöglich besser mit entspannten Gesprächen aus dem sicheren Wohnzimmer oder Schlafzimmer heraus, als mit einer Unterhaltung in der meist etwas nervösen Atmosphäre eines ersten Dates an einem womöglich öffentlichen Ort.

Menschen, die einfach schnell etwas erleben wollen, werden anders vorgehen, als Menschen, die etwas Langfristiges suchen.

Da muss jede und jeder selber wissen, was für sie oder ihn passend und zielführend ist.

Warum ein „zu schnelles“ Treffen ein Problem sein kann, wurde schon oft beschrieben. Wie oft hört man Geschichten, in denen Leute sich zu einem Date getroffen und nach fünf Minuten herausgefunden haben, dass sie sich die Mühe hätten sparen können. Ein kurzes Telefonat hätte genügt, um zu merken, dass es nicht passt.

Bei einem sehr schnellen ersten Treffen wissen beide schlicht sehr wenig über das Gegenüber. Wichtige Fragen wurden vielleicht noch gar nicht angesprochen. Es war keine Zeit für Gespräche über Punkte, die dann aber schnell zentral werden.

So offensichtlich die Probleme mit einem „zu schnellen“ Treffen sind, sind die naturgemäß im besten Fall auch schnell erledigt und abgehakt. Es gab ein schnelles Treffen, eine schnelle Enttäuschung und beide ziehen weiter.

Problematischer, weil langwieriger ist es ist, wenn das erste reale Treffen sich lange verzögert oder beide bewusste lange abwarten wollen.

Eine der Gefahren dabei, die ich nicht unerwähnt lassen möchte, ist natürlich die von Fakes. Wenn sich ein Gesprächspartner partout nie treffen will, womöglich immer wieder sexuelle Gespräche und/oder Bilder einfordert, dann kann es sein, dass dahinter nur der Wunsch nach genau dem steht und gar kein Treffen gewollt ist. Darauf müssen wir alle online immer wieder gefasst sein.

Hier gilt es, sich zu schützen. Es gibt von Videotelefonie über Bildbeweise genügend Möglichkeiten Fakes zu entlarven und wer den Verdacht hat, sollte nicht zögern, sein Gegenüber damit zu konfrontieren.

Aber nicht selten verzögert sich ein Date eben auch, obwohl beide durchaus gewillt sind sich zu treffen. Manchmal liegt der nächstmögliche Termin Wochen in der Zukunft. Was dann?

Mir ist das schon hin und wieder passiert. Ein Kennenlernen ließ sich super an. Es hat direkt gefunkt. Die Gespräche waren toll, wir kamen von einem Thema zum anderen, wir flirteten, es wurde heißer. Aber in dem Moment, als es konkret werden sollte und wir uns treffen wollten, traten Probleme auf. Es ging einfach nicht zeitnah. Bereits vereinbarte Termine mussten verschoben oder abgesagt werden.

Wir gerieten in einen Strudel aus Sehnsucht, Bedauern, Frust und aufgestauter Lust. Die Themen, was wir gerne beim Treffen gemacht hätten, wie heiß es hätte sein können und wann wir uns nun stattdessen treffen könnten, wurden ausgiebig besprochen.

Im besten Fall folgte dann ein schnelles erstes Treffen. Im schlechten Fall eben nicht. Der Frust stieg und irgendwann war die Luft raus. Einfach so und ungewollt. Alles, was telefonisch und schriftlich besprochen und gemacht werden konnte, war gemacht. Ob zu dem Zeitpunkt ein Treffen noch sinnvoll gewesen wäre? Wer weiß. Der Moment war verpasst, der Zauber verflogen. Es war vorbei.

Jetzt können sich einige auf den Standpunkt stellen: wenn es das Richtige gewesen wäre, dann hätte es geklappt und auf diese Zeit überdauert. Ich glaube das nicht. Ich glaube, dass auch im Dating und Beziehungen viel auf den richtigen Moment, das Timing ankommt.

Menschen können noch so gut zusammenpassen, sich noch so sehr lieben, es kommt auch auf den Zeitpunkt an, an dem sie sich begegnen. Ist eine oder einer nicht frei im Kopf, frisch getrennt, im Job zu sehr gefordert etc., dann klappt es oft einfach nicht.

So ist es auch beim Dating. Es gibt ein Zeitfenster, dass sich beim Kennenlernen öffnet und irgendwann schließt es sich wieder. Ohne dass die Beteiligten das wollen. Beeinflussen kann man es sicher und es hilft, wenn die Betroffenen über die Tatsache dieses Zeitfensters Bescheid wissen. Dann kann da einiges dosiert werden. Aber es lässt sich auch nicht beliebig lange offen halten und wenn es zu ist, dann geht es selten wieder auf.

Achtet also darauf, wann ihr auch zum ersten Date trefft. Sucht euer eigenes Tempo und gleicht es mit dem Gegenüber ab. Seid euch aber auch bewusst, dass das Zeitfenster da ist und nicht ewig offen bleibt.

Im Verhör, Teil 10

Fortsetzung von Teil 9

Die Wärterin löste die Fixierungen. Nur aufstehen und die Beine schließen konnte Angie weiterhin nicht. Aber sie hatte nun wieder Spielraum. Dann trat die Frau zwischen ihre Beine und starrte ungeniert auf ihre offenliegende Pussy.

Angie sah den hämischen und gemeinen Zug um ihren Mund und in ihren Augen, als die Wärterin den Blick hob und sie direkt ansah. Ohne den Blickkontakt zu unterbrechen, sagte sie „Hey Y, hast du gesehen wie es aus ihr heraustropft? Es scheint der Schlampe ja gut gefallen zu haben.“.

Das Blut schoss Angie ins Gesicht und sie hätte sich gerne bedeckt oder abgewandt. Das ging aber nicht. Sie hielt den Mund, aber am Grinsen der Frau erkannte sie, dass auch ihr aufgefallen war, wie sich Angies Gesichtsfarbe verändert hatte.

Die Wärterin senkte wieder den Blick und setzte ihre Unterhaltung mit dem wenig gesprächigen Wärter fort. „Wenn ich mir die so anschaue, dann erinnert mich ihre Fotze daran, dass ich noch ein Pfund Hack kaufen muss. Findest Du das da ansehnlich und würdest es ficken?“ fragte sie mit einem Nicken in Richtung von Angies Pussy. Der Wärter reagierte nur mit einem Schnauben und die Wärterin fuhr fort „Ach ja, ich vergesse immer, dass Du alles fickst, was eine Fotze zwischen den Beinen hat. Naja, dann viel Spaß mit dem zerstörten Ding.“ Damit verließ sie den Raum und Angie wäre am liebsten im Boden versunken.

„Auf die brauchst Du nicht hören. Die ist nur untervögelt. Ich fick dich nachher trotzdem.“ sagte der Wärter, nachdem sie alleine waren und irgendwie sollte das wohl tröstlich sein. War es aber nicht. Dann steckte er einen Finger in ihre Pussy und sofort schrie Angie auf.

„Das wird richtig geil werden. Aber vorher kommt die nächste Behandlung. Wir sind ja noch nicht fertig.“ Damit machte er sie endgültig los und half ihr auf die Beine. Sofort drohte Angie wegzusacken. Ihre Beine fühlte sich wie Pudding an und der Wärter fing sie auf. „Na, na.“, grinste er und führte sie zum Regal, an dem sie sich festhielt, während er noch einiges im Raum aufräumte. Angie fragte sich nervös, was denn nun folgen sollte.

Da öffnete sich die Tür, durch die die Wärterin kurz zuvor verschwunden war und die betrat wieder den Raum. „Ich habe alles vorbereitet. Bist Du mit ihr fertig?“ fragte sie mit einem prüfenden Blick in Richtung Angie und Wärter Y.

„Klar, Du kannst sie haben.“, erwiderte der Mann, packte Angie an den nackten Schultern und schubste sie Richtung Tür. Immer noch wackelig auf den Beinen taumelte Angie und musste sich an der Wärterin festhalten, um nicht zu fallen. „Wie süß.“, flüsterte ihr diese ins Ohr. „Es scheint fast, als würdest Du bei mir Schutz suchen, Du Fotze.“. Dann packte sie Angie mit der linken Hand bei ihren langen Haaren und knallt ihr mit der rechten Hand eine Ohrfeige ins Gesicht. „Dann komm mal mit, Du schutzloses Lämmchen.“ lachte sie und verließ mit Angie im Schlepptau den Raum mit der Fickmaschine.

Angie konnte gerade so einen Sturz verhindern. Schon nach wenigen Metern durch denselben Flur, in den Sie aus dem letzten Raum getreten waren, öffnete die Wärterin auf der anderen Flurseite eine Tür.

Ehe sie sich fragen konnte, was sie nun in diesem Raum für eine Höllenmaschine erwarten würde, wurde sie durch die Tür geschoben. Egal, was sie sich hätte vorstellen können, darauf wäre sie nicht gekommen. Es war ein kleiner, fast leerer Raum, in dem nur eine billige Matratze auf dem Boden lag.

Aber auch jetzt blieb zum Nachdenken keine Zeit, denn schon kam der Befehl „Auf den Rücken legen und Beine breit.“.

Angie war inzwischen komplett im Modus nur noch zu gehorchen, zögerte also nicht und legte sich wie verlangt hin. Ein Teil von ihr hoffte sogar auf etwas Ruhe nach der Behandlung der letzten Stunden.

Die Wärterin schloss die Tür. Dann begann sie Angie zu umkreisen. Mittlerweile wurde sie immer nervöser und fragte sich, was diese Person jetzt vorhatte. Gehörte das zu den Verhören? Was geschah hier gerade. Langsam stieg die Angst in ihr auf. Was die Oberste Instanz wollte, wusste sie. Was Wärter Y wollte, war offensichtlich. Aber diese Frau machte ihr Angst.

Plötzlich blieb die uniformierte Frau zwischen ihren gespreizten Beinen stehen, hob den rechten Stiefel und trat mit Kraft auf ihre bereits wunde Pussy.

„Was hat so eine Schlampe wie Du mir schon zu bieten?“, fragte sie, wartete aber keine Antwort ab. „Du kommst hier her, planst alles, zahlst Geld dafür, um dich von Fremden foltern und ficken zu lassen.“ stieß sie hervor und verstärkte den Druck ihre Stiefelsohle.

„Deine Ficklöcher interessieren mich nicht. Wer weiß, wer und wie viele da schon drin waren. Das widert mich an. Das ist ekelhaft.“.

Angie bekam immer mehr Angst. Sie fragte sich, ob das noch zum vereinbarten Spiel gehörte. Was wollte diese Irre? War ihr Hass und ihre Verachtung echt? Was hatte sie vor?

„Das widert mich an.“, wiederholte die Wärterin, dieses Mal aber fast zu sich selbst und nahm den Fuß von Angies gequälter Pussy.

„Aber ich will auch meinen Spaß und auch eine Wärterin hat Bedürfnisse.“, grinste die Frau und begann ihre Hose zu öffnen.

Kurz darauf war die Wärterin unterhalb der Taille nackt und stellte sich breitbeinig über Angies Gesicht, während diese weiter auf der Matratze lag. Angie befürchtete schon, dass nun Teil zwei ihres Frühstücks von vorhin folgen würde, da senkte sich der Unterleib der Wärterin immer weiter auf sie herab.

„Ich will auch meinen Spaß.“, hörte Angie noch, als der Arsch und die Pussy der Frau ihr gesamtes Gesichtsfeld ausfüllten und in der nächsten Sekunde war alles schwarz. Angie sah nichts mehr, hörte nur noch dumpf, denn die Schenkel der Fremden verschlossen ihre Ohren. Vor allem aber bekam sie sehr bald keine Luft mehr. Der Arsch und die Pussy dieser schwer einzuschätzenden Frau nahmen Angie jede Möglichkeit zu atmen.

War sie noch erleichtert gewesen, dass die Frau sie nicht anpinkeln würde, wich die Erleichterung sehr schnell aufsteigender Panik.

Wie viel Zeit verging, wusste sie nicht. Aber irgendwann begann sie zu zappeln, denn ihr Körper verlangte dringend nach Sauerstoff, bekam ihn aber nicht. Als Reaktion ging ein scharfer Schmerz, ausgehend von ihrer wunden Pussy durch ihren Körper. Offenbar hatte die Wärterin sie geschlagen.

Durch den Schmerz wollte Angie aber noch mehr atmen, geriet abermals in Panik, da hob sich der Unterleib der Frau ganz leicht von ihrem Gesicht. Angie sog gierig die Luft ein und atmete den säuerlichen Geruch und Geschmack der Wärterin ein. Es war ihr egal. Nur Luft.

Aber schon nach zwei oder drei Atemzügen senkte sich der Unterleib wieder und wieder wurde es dunkel und sie drohte schnell wieder zu ersticken. Dieses Mal kam ihr der Zeitraum, ehe der Unterleib sich hob aber kürzer vor.

Schon aber senkte sich der Körper wieder. Warum sagte diese Verrückte nicht endlich was sie tun musste, damit das aufhörte?

Endlich hörte sie gedämpft ihre Stimme, hatte aber Probleme zu erfassen, was die Frau sagte.

„Du wirst mich darum bitten, mich lecken zu dürfen. Du wirst betteln. Verstehst Du? Ich erlaube es dir aber nur, wenn ich sicher bin, dass Du es unbedingt willst. Deine Zunge und deine Lippen sind das Einzige, was ich an deinem Körper interessant finde. Aus diesem Zimmer kommst Du nur heraus, wenn Du mich angebettelt hast und ich gekommen bin. Wenn Du hier unter mir erstickst, ist mir das egal.“

Ende Teil 10. Wird fortgesetzt.


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Von DummDoms und echten Gefahren

Wer sich im Internet über BDSM informiert, stößt eher früher oder später in Berichten oder womöglich persönlich auf ihn: den DummDom. Aber was sind DummDoms? Wen bezeichnet man so und wer benutzt diesen Begriff und warum ist das Thema gar nicht so lustig wie man meinen könnte?

Was ein sogenannter DummDom sein soll, ist gar nicht so leicht zu sagen. Denn der Begriff wird oft sehr schnell und auch gar nicht so selten unberechtigt verwandt. Meistens außerdem, um andere abzuqualifizieren, weil man sauer ist. Naturgemäß geht das dann mit einem ordentlichen Maß an Unsachlichkeit einher.

Wie so oft gibt es keine allgemeingültige Definition des Begriffs. Mit ein paar Beispielen möchte ich in diesem Artikel versuchen einzugrenzen, in welchen Situationen der Begriff verwendet wird und bewerten, ob ich ihn dann für zutreffend halte.

Für mich zeichnet einen DummDom beispielsweise aus, dass er (und meistens sind es nun mal Männer) zum Beispiel vom ersten Tag oder gar dem ersten Anschreiben unrealistische Forderungen stellt.

„Knie Dich bei Deiner nächsten Antwort nackt vor den Rechner.“
„Sende mir eine Bewerbung mit drei Nacktbildern von Dir.“
„Unterwirf Dich mir sofort und für immer.“
„Komm jetzt sofort nach XY und lass Dich von mir benutzen.“

Ich frage mich oft, wie hoch wohl die Erfolgsquote bei diesem Vorgehen ist. Unzweifelhaft gibt es Frauen, die sich darauf einlassen. Meiner Erfahrung nach gibt es nichts, was es nicht gibt und wer darauf Lust hat, nur zu. Es kann aber getrost angenommen werden, dass hinter solchen Forderungen zu diesem Zeitpunkt eher kein sehr verantwortungsvoller und umsichtiger Mensch, geschweige denn Dom steckt.

Fazit: Eher also jemand, der aus Unerfahrenheit unrealistische Dinge fordert. Da der Mensch sich eindeutig zu wenig mit der Idee und dem Gedanken von BDSM beschäftigt und einfach uninformiert losgelegt hat, kann man ihn als DummDom bezeichnen.

Ein weiteres Indiz für einen Dom, der als DummDom bezeichnet werden könnte, sind Männer, die ungefiltert und unreflektiert Klischees aus Pornos oder einschlägigen Geschichten reproduzieren wollen, ohne auch nur den geringsten Abgleich mit der Realität anzustellen.

„Ab jetzt trägst Du nie wieder Unterhosen oder Hosen. Für immer.“

Für mich ein Klassiker, der mir zeigen würde, dass der Mensch auf der anderen Seite maximal ein begrenztes Wissen über die weibliche Biologie hat.

„In Zukunft fragst Du mich immer, ob Du auf die Toilette gehen darfst und wartest auf meine Erlaubnis.“

Versucht das mal, wenn beide berufstätig sind oder der Handy-Akku leer ist. Was dann? In die Hose machen, weil Dom nicht erreichbar ist?

Hier werden gerne Fantasien aus dem Kopfkino genommen und versucht diese 1:1 umzusetzen, ohne zu reflektieren. Es geht nur darum, die eigenen Fantasien umzusetzen, ohne auf Realitätsnähe oder Lebensumstände zu schauen.

Fazit: Wer solche Dinge verlangt, ist vermutlich über Kopfkino bisher nie hinaus gekommen. Daran ist nichts Schlimmes. Aber versucht doch bitte mal, Euch Eure Forderungen in einer realen Umsetzung vorzustellen. DummDom? Ein bisschen schon, weil es so einfach wäre, einen oder zwei Schritte weiterzudenken. Wenn zum Beispiel alle Beteiligten Spaß daran haben, dann lässt sich eine Fantasie an einem Wochenende oder in einem Urlaub durchaus umsetzen, ohne dass es nach zwei Stunden nur noch anstrengende und nervig ist.

Vielleicht habt ihr den Begriff DummDom aber auch schon einmal gehört, wenn etwas im Spiel schiefgegangen ist oder es hinterher zu einem Drop kam. Hier wird es schwierig. Sicher übernimmt Dom viel Verantwortung und muss dieser gerecht werden. Aber Fehler können vorkommen. Hier ist die entscheidende Frage: hat Dom sich fahrlässig verhalten?

Niemand ist davor gefeit, dass etwas schiefgeht. Bei aller Planung und Umsicht kann das passieren.

Weiterhin ist in solchen Fällen einzubeziehen, wie erfahren beide sind, wie weit beide einschätzen können, welche Risiken bestehen. Wurden Spielarten und Praktiken angewandt, bei denen beiden bewusst war, dass ein Risiko besteht (Stichwort RACK)? Oder hat Dom Praktiken angewandt, von denen er oder sie gar keine Ahnung hatte?

Fazit: Natürlich kann das Vertrauen nach so einem Zwischenfall unwiederbringlich dahin sein. Aber den anderen daher pauschal als DummDom abstempeln? Das hängt doch sehr von den Umständen ab.

Nicht selten wird aber auch dort von sogenannten DummDoms gesprochen, wo Männer vereinbarte Grenzen nicht achten.

Erst kürzlich erzählte mir eine Frau von ihren Erfahrungen mit einem Dom, der nach ihren Worten anfangs „absolut vernünftig“ wirkte. Als er sie dann aber nach längerer Anbahnung und zwei oder drei Treffen fixiert vor sich hatte, missachtete er klare Absprachen. Auf ihren Protest hin sagte er sinngemäß „Du wolltest es doch hart.“ und machte weiter.

Hier gibt es für mich keine Diskussion. Wer den Boden der getroffenen Vereinbarung mutwillig verlässt, der disqualifiziert sich. Im Einzelfall sprechen wir hier vielleicht sogar über eine Straftat. Das muss und darf niemand hinnehmen oder als „Hatte ich halt Pech und bin an einen DummDom geraten.“ abtun. Hier werden die Grundlagen des BDSM, nicht nur nicht beachtet, sondern mit Füßen getreten.

Consent (Zustimmung) ist das A und O und ohne Consent kein BDSM. Punkt.

Fazit: Wer sich bewusste nicht an klar vereinbarte Absprachen hält, ist kein guter Dom. Er ist aber kein DummDom, sondern jemand, der den Boden des BDSM komplett verlassen hat.

Ihr seht, DEN DummDom gibt es nicht. Es gibt sie an sich aber durchaus. Manche sind leicht zu erkennen und vielleicht müssen sie einfach noch dazu lernen. Oder sie sind einfach in unrealistischen Fantasien verfangen, dann wäre es vielleicht besser ihnen auszuweichen. Andere machen einfach nur Fehler und müssen dazulernen.

Bei wiederum anderen ist DummDom eine Verharmlosung, härtere Begriffe sind angebracht und es sollte aktiv gegen diese Leute vorgegangen werden.

Nicht jeder DummDom muss dumm sein und nicht jeder, der Grenzen überschreitet ist ein DummDom. Wie so oft gibt es eben kein Schwarz und Weiß, sondern eher Grautöne.

Abschließend möchte ich sagen, dass der Begriff DummDom oft als Keule gegen Menschen verwendet wird, mit denen es nicht geklappt hat. Wunschzettelsub ist so ein Begriff auf der anderen Seite des Spektrums, der aus denselben Gründen verwendet wird. Meistens steckt Enttäuschung dahinter. Mal berechtigt, mal unberechtigt. Geschimpft ist eben schnell, wenn etwas nicht geklappt hat. Gründe finden, warum es nicht geklappt hat, ist schwieriger.

Womit aber bitte keinesfalls die Situationen gemeint sind, in denen sich nicht an Absprachen mit Euch gehalten wurde. Da liegt die Schuld beim Täter, nicht beim Opfer.

„How To Build a Sex Room“

Diese neue Netflix-Serie hat in der letzten Zeit einiges Aufsehen erregt. Sogar die große „New York Times“ hat über die Sendung geschrieben. Ich habe sie fast in einem Rutsch durchgesehen und muss sagen, ich hatte meinen Spaß. Aber erst einmal: worum geht es eigentlich?

Es handelt sich bei „How To Build a Sex Room“ um eine Reality-TV-Sendung. Melanie Rose, die offenbar früher Schauspielerin war und nun seit vielen Jahren Häuser und Wohnungen einrichtet, kam irgendwann durch einen Kunden auf die Idee, sogenannte Sex-Räume einzurichten. Wie es scheint, tut sie das mit so viel Leidenschaft und Erfolg, dass sie nach eignen Angaben seit 20 Jahren nichts anderes tut.

Rose tut allerdings noch viel mehr. Denn in den einzelnen Folgen gibt sie ihren Kunden Tipps und Anregungen für deren Sexleben. Sie führt sie in Dominastudios und Sexshops, um sie auf neue Ideen zu bringen oder manchmal auch um herauszufinden, was sexuell gesehen gar nicht ihr Fall ist. Denn der Sex-Raum soll ganz individuell auf die Menschen angepasst sein, die ihn später nutzen sollen. Nichts kommt hier von der Stange. Alles ist individuell überlegt und gestaltet.

Was mir zuallererst auffiel, egal wie ich mir eine Frau vorgestellt hatte, die für Leute Sex-Räume einrichtet: so eher nicht. Melanie Rose wirkt eher wie eine freundliche Großmutter und dadurch auch eher, als würde sie eine Backsendung moderieren. Natürlich ist das ein Klischee. Aber wir alle haben ja Klischees im Kopf und gerade, dass sie wirkt, wie sie wirkt, macht meiner Meinung nach einen großen Teil des Charmes der Sendung aus.

Wäre sie eine 1,80 m große und vollbusige Blondine oder ein muskulöser und braungebrannter Mann, dann wäre es eine ganz andere und sicher nicht so herzerwärmende Sendung. Denn Melanie Rose ist ohne Zweifel das Herz und die Seele der ganzen Show.

Das hier ist aber immer noch ein Blog über BDSM. Was hat die Sendung also mit BDSM zu tun, fragt ihr?

Natürlich geht es nicht vorrangig um BDSM. Aber und das ist ein großes Aber: hier werden sämtliche Sexpraktiken, an denen erwachsene Menschen freiwillig teilnehmen, positiv und vorurteilsfrei dargestellt bzw. beschrieben.

Er lässt sich gerne von ihr anal penetrieren? Melanie ist absolut fein damit.

Sie mag „Watersport„, womit Spiele mit Urin gemeint sind? Melanie hat kein Problem damit.

Hier ist eine Poly-Familie mit sieben Erwachsenen, die wechselweise Sex haben? Melanie freut sich und macht auch diese Gruppe glücklich.

Er schaut gerne zu? Kein Problem.

Ein schwules Paar, ein lesbisches Paar, non-binär, verschiedene Ethnien und Hautfarben? Alles cool. Es sind alles Menschen und Melanie findet deren Kinks und erschafft für sie die perfekten Sexräume.

Ich kann gar nicht genug betonen, wie gut es mir gefällt, dass hier sämtliche Bedürfnisse, Kinks, Wünsche und Neigungen als gerechtfertigt und als nichts, wofür man sich schämen muss, dargestellt werden. Ich habe die ganze Zeit selig gelächelt und gedacht „Es könnte so einfach sein“.

Verstärkt wird diese Wirkung noch dadurch, dass die Paare völlig unterschiedlich sind. Hier leben auch Menschen Kinks aus, die nach außen eben NICHT danach aussehen. Die Kinder haben und deren Schmutzwäsche überall herumliegt. Hier haben Menschen kinky Neigungen, die auf einer Farm leben oder aussehen wie Buchhalterinnen oder Banker. Leute, die eben nicht wie Fetisch-Liebhaber aussehen, haben kinky Sex. Aber auch die, die eben doch so aussehen. Das fand ich alles ganz wunderbar.

Wollt ihr mit einem Partner ins Gespräch über kinky Sex kommen? Schaut euch ein paar Folgen von „How To Build a Sex Room“ an. Sucht ihr Anregungen für eure eigenen „Spielzimmer“? Schaut euch „How To Build a Sex Room“ an. Seid ihr wie ich und es verschafft euch ein gutes Gefühl, wenn Menschen offen, mit Freude und ohne Vorurteile über Sex reden: schaut euch unbedingt „How To Build a Sex Room“ an.

Ja, natürlich gibt es auch etwas zu kritisieren. Bei aller Offenheit und Diversität scheint es in dieser Welt keine Menschen zu geben, die sich keinen eigenen Raum nur für ihren Sex leisten können. Armut oder zumindest Geldknappheit scheint nicht zu existieren. Aber hey, niemand hat gesagt, dass es sich hier um eine Sozialstudie handelt und am Ende können wir alle etwas Positives aus dieser Sendung ziehen.