Wie gestaltet man eine Session?

Gehen wir mal davon aus ihr habt euch gefunden. Ihr habt die Checkliste abgehakt, die Sub hat einen guten Dom gefunden oder umgekehrt. Ihr habt auch schon euren gemeinsamen Rahmen abgesteckt von dem was ok und gewollt und von dem was nicht gewollt ist. Aber was dann?

Irgendwann kommt der Moment eine ersten Session oder BDSM-Handlung oder wie ihr es nennen wollte. Manchmal ganz spontan, oft aber nicht. Oft ist es verabredet und geplant. Beide haben lange Zeit vorher darüber nachzudenken.

Aber während der devote Part da naturgemäß eher abwarten kann oder muss, obliegt es dem dominanten Part das Ganze in irgendeiner Form zu planen. Das ist der Punkt an dem alle Dominanten irgendwann stehen. Da beschäftigen einen Fragen wie: „Wie gestalte ich das Ganze nun?“ und „Was ist, wenn mir mal nichts einfällt?“.

Was man in diesem Moment braucht sind Fantasie, Spieltrieb, den vereinbarten Rahmen und sein Handwerkszeug. Darunter würde ich in dem Moment alles verstehen, was man an Seilen, Ketten, Schlagwerkzeugen etc. verwenden will und kann.

Ich persönlich visualisiere dann in einem ersten Schritt das Treffen. Sprich, ich stelle mir vor was passiert. Wo treffen wir uns? Kenne ich die Location? Was weiß ich darüber? Komme ich zuerst an oder ist sie zuerst dort? Welche Gegebenheiten finde ich dort vor?

Einmal hatte ich ein Hotelzimmer gebucht, wusste aber nicht, dass das Hotel verspiegelte Fenster haben würde, durch die man von außen ungesehen über die ganze Stadt schauen konnte. Sobald ich das gesehen hatte war klar, dass ich meine Sub nackt am Fenster würde platzieren müssen. Solche Situationen muss man natürlich spontan mit nehmen.

Dann überlege ich, was von meinem Handwerkszeug ich vermutlich benutzen werde. Was davon ist am Anfang sinnvoll, was erst später, weil es vielleicht etwas Vorlauf braucht. Beispielsweise Schlagwerkzeuge die erst zum Einsatz kommen, wenn beide schon etwas aufgewärmt sind.

Dabei habe ich natürlich auch immer Blick was vereinbart war. Was kickt sie besonders? Welchen Schwerpunkt möchte ich setzen? Oder haben wir etwas vereinbart, dass vorkommen soll? Und ganz wichtig, welche Stimmung will ich insgesamt erzeugen? Als Dom setzt ihr in dieser Situation den Ton. Wollt ihr besonders streng sein, eher nachgiebig? Was ist in der aktuellen Stimmung zwischen euch der richtige Ton?

Aus all diesen Informationen entsteht im Kopf ein ungefährer Plan. „Situation Eins, Ort X, ich fange an mit… Situation Zwei, Ort Y, weiter mit…“.

Wenn ihr nicht ein ganz konkretes Szenario plant, vielleicht ein Rollenspiel oder so, dann macht das Ganze nicht zu konkret. Lasst euch selber Freiheiten und Spielräume. Das fällt natürlich umso leichter, je öfter man das schon gemacht hat. Am Anfang hält man sich vielleicht einfach zu sehr an dem fest, was man sich vorher überlegt hat.

So reift ein grober Ablauf im Kopf: „Erst hier diese Aktion, dann rüber nach da, dann die Gerte…“. Mehr hat man eigentlich nicht. Mit dem oben erwähnten Spieltrieb und der Lust am Ganzen fällt euch der Rest dann schon ein wenn es so weit ist.

Nun aber zum vermutlich wichtigsten Tipp von allen. Seid immer bereit all dass oder einzelne Punkte davon über Bord zu werfen. Ohne zögern. Zack, gestorben.

Wenn ihr merkt, es passt gerade etwas nicht, dann nicht krampfhaft daran hängen und denken „aber jetzt solle es doch so weiter gehen“. Nein. Weg damit und etwas anderes machen. Oder auch wenn ihr spontan auf etwas Lust habt dass gar nicht geplant war, warum nicht? Auch wenn das alles andere was ihr euch überlegt hattet über den Haufen wirft. So what?

Bei niemandem auf der Welt verläuft jede Session so, wie sie vorher überlegt oder geplant war. Das ist normal und ist sogar Teil des Spaßes. Vor allem: macht nicht den Fehler in der Situation irgendetwas nachzuhängen, dass vermeintlich „nicht geklappt hat“. So lange ihr im Flow seid ist alles gut. Euer Gegenüber weiß ja im Zweifelsfall gar nicht was „eigentlich geplant“ war. Also locker bleiben und weiter genießen, sonst macht ihr es euch nur selber kaputt.

Klammert euch also nicht an euren Plan. Tut euch selber den Gefallen und seid bereit ihn spontan zu ändern und fallen zu lassen. Das ermöglicht euch und eurem Gegenüber unendlich mehr Freiheit und Lockerheit. lasst euch außerdem gesagt sein, dass sich aus diesen spontanen Planänderungen oder Umwegen oft die besten und aufregendsten Situationen entwickeln.

Kurz gesagt, plant so viel wie nötig, aber auch nicht zu viel. Lasst euch innerhalb dessen was ihr gemeinsam vereinbart habt von eurer Fantasie und eurem Spieltrieb leiten. Überlegt vorher, was ihr an Gegebenheiten vorfindet. Seid aber auch bereit alles über den Haufen zu werfen, wenn die Situation es verlangt oder sinnvoll erscheinen lässt. Ansonsten: genießt es so gut ihr könnt.

BDSM in den Zeiten von Corona

Social Distancing ist eines DER Schlagworte im Moment. Wir bemühen uns aktuell alle, uns nicht zu nahe zu kommen und wenn überhaupt, dann mit Masken. Damit meine ich nicht die aus der Fetisch-Ecke. Obwohl, wer weiß welche neuen Fetische sich nun daraus wieder entwickeln.

Aber ihr wisst natürlich was ich meine. Raus gehen, daten, Freunde treffen, tanzen gehen und auch BDSM ausleben ist aktuell schwer bis gar nicht möglich. Zumindest nicht auf die herkömmliche Weise.

Was also tun, wenn man BDSM ausleben möchte, der Partner oder die Partnerin aber aktuell weit weg und außer Reichweite ist? Wie man BDSM auch aus der Entfernung ausleben kann, habe ich in meinem Artikel über BDSM 2.0 beschrieben.

Wer daran Spaß und Lust hat, der kann solche Dinge natürlich nutzen. Manche sind aber aktuell eher sinnlos. So sind viele Leute derzeit viel zu Hause. Da ist die Kontrolle des Aufenthaltsortes eher weniger spannend.

Eine andere Idee ist zum Beispiel, virtuell oder vor einer Cam eine Art Session abhalten. Da ist viel Fantasie gefragt und dies kann den realen Kontakt natürlich auch nicht ersetzen.

Aber ein ureigener Bestandteil von D/s sind ja Aufgaben. Die sind weiterhin machbar und viele von ihnen sind dafür gedacht sie alleine umzusetzen. Genauso wenig sind sie ein Ersatz für den persönlichen Kontakt, aber wenn wir ehrlich sind, den gibt es auch nicht.

Ein Klassiker sind natürlich Fotoaufgaben. Sub bekommt genaue Vorgaben, welche Art Foto bis wann erstellt werden soll. Hierbei kommt es nicht darauf an, dass irgendwelche überzogenen Qualitätsmerkmale erfüllt werden. Der Reiz liegt in der gegenseitigen Aufmerksamkeit und Mühe, die man sich gibt.

Weitere Möglichkeiten sind Klammern, Plugs oder Liebeskugeln, die Sub zuhause oder für Mutige auch beispielsweise beim Einkaufen tragen kann. Natürlich immer an die persönlichen Grenzen und Erfahrungen angepasst. So ein Plug bei REWE an der Kasse oder eine zwickende Klammer in der Gemüseabteilung stehend, kann den Einkauf schon würzen.

Für die Kreativen unter den Subs gibt es die schöne Möglichkeit als Aufgabe eine Geschichte oder eine besondere Fantasie aufschreiben zu müssen. Beides kann später wunderbar als Vorlage für spannende Gespräche und vielleicht sogar neue gemeinsame Ideen dienen. Wer weiß, ob nicht sogar etwas dabei herauskommt, dass man veröffentliche kann.

Was auch in der aktuellen Lage wunderbar funktioniert sind Kleidungsvorschriften. Seien es einzelne Teile oder ganze Outfits. Eurer Sub die zu tragende Kleidung vorzuschreiben ist problemlos machbar und sogar dann umsetzbar, wenn sich einer oder beide in Quarantäne befinden.

Ebenfalls ein immer wieder gern genommenes Mittel zur Disziplinierung und als nicht zu unterschätzenden Aufgabe ist das Edging. Was ist das? Edging bedeutet, sich selbst befriedigen zu müssen in dem Wissen nicht kommen zu dürfen. Dabei gilt es so weit zu gehen, wie es möglich ist und dann aufzuhören. Wohlgemerkt natürlich, ohne zu kommen. Es gilt hier den sogenannten „Point of no Return“ zu finden und so nahe wie möglich ran zu kommen und ohne, naja, zu kommen.

Edging ist dabei variabel einsetzbar. Beispielsweise kann es abwechselnd mit Keuschhaltung eingesetzt werden. Also zeitweise sich überhaupt nicht anfassen dürfen und dann wiederum eine Zeit lang drei-, vier- oder fünfmal am Tag „edgen“.

Ein letzter Tipp sollen Toiletten-Vorgaben sein. Etwas, das im Alltag furchtbar schnell sehr anstrengend wird, kann aber in der erzwungenen Zeit zuhause ganz gut funktionieren. Sollten Dom und Sub also beide die meiste Zeit zuhause sein, dann ist die Variante, um Erlaubnis fragen zu müssen ob und wann man auf die Toilette gehen darf plötzlich umsetzbar. Genauso auch die Vorgabe in welchem Zeitraum wie viel getrunken werden muss, lässt sich plötzlich machen. Wer mag kann daraus ein spannendes Spiel machen, dass im Berufsalltag nie funktionieren würde.

Dies sollen nur ein paar Beispiele sein, um eure Fantasie anzuregen. Selbstverständlich erheben sie keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder auch nur besondere Originalität. Macht das Beste daraus, um durch diese schwierige Zeit zu kommen und euch dennoch die Freude und die Lust an BDSM zu erhalten.

„Fifty Shades of Grey“

fiftySeit kurzem befasse ich mich hier in meinem Blog auch mit Filmen die BDSM behandeln. Den Anfang bildete da vor einiger Zeit „Secretary“, der  quasi schon ein Klassiker im BDSM-Bereich ist.

Wenn es aber um BDSM-Filme geht, dann kommt man natürlich an einem Thema nicht vorbei: „Fifty Shades of Grey„. Also habe ich mir die Filme erstmals angeschaut um mir darüber eine Meinung zu bilden.

Und Achtung, ab hier kann es SPOILER geben.

Ich weiß darum, dass diese Filme Menschen viel bedeuten. Sie haben (zusammen mit den zugrunde liegenden Büchern) vielen Menschen den Weg zu BDSM geebnet und das ist mit Sicherheit ein Verdienst. Positiv ist ebenfalls, dass sie das Thema aus der Schmuddelecke geholt haben. Ich bin überzeugt, dass es vielen Leuten heute leichter fällt  sich selber, Freunden oder Familie gegenüber einzugestehen worauf sie stehen. Schließlich kann es ja nicht ganz so „krank“ sein, wenn es darüber Hollywood-Filme gibt, oder?

Diese Verdienste sind unbestritten und ich will sie nicht schmälern. Dennoch habe ich meine Probleme mit den Filmen. Und ich erkläre auch gerne welche.

In Filmen muss es nicht realistisch zugehen. Da sind Mafiabosse die Helden oder Trickbetrüger. Da werden Rachegelüste gelebt und Tiere können sprechen. Warum also darf es kein Erwachsenenmärchen geben, in dem sich ein Milliardär eine Studentin sucht um sie zu seinem Vergnügen „auszubilden“?

Natürlich darf es das geben. Wem es gefällt, der soll es sich anschauen und es genießen. Über Geschmack lässt sich nicht streiten.

Meine Kritik richtet sich aber gegen die Darstellung von BDSM. Denn wäre „Fifty Shades of Grey“ die kleine Fan-Fiction in der Nische, die es zu Beginn war, dann wären die Maßstäbe andere. So aber öffnet es BDSM einem Millionenpublikum. Einem Publikum, dass sich ein Bild zu diesem Thema macht anhand der Filme.

Schließlich ist BDSM völlig in Ordnung und etwas, dass viele Menschen mit viel Freude und Genuss betreiben, ohne dabei einem einzelnen Individuum zu schaden.

Und von diesem Genuss und diesem Vergnügen sehe ich in diesem Film leider so gut wie nichts. Es gibt ein paar wenige Szenen der Ekstase. Aber das sind größtenteils die Sexszenen. Und in denen geht es in vielen Filmen leidenschaftlich zu.

Stattdessen sehen wir, wie Christian Grey zu Beginn ständig versucht Anastasia Steele dazu zu bringen einen dubiosen Vertrag zu unterzeichnen. Nicht, weil sie das will. Nicht, weil es ihr einen Kick gibt, sich irgendwie vertraglich an ihn zu binden um ihre Lust zu steigern. Sie selber hat darauf zu Beginn überhaupt keine Lust. Aber er drängt ihr unverlangt seine Neigung auf. Das fand ich persönlich zumindest etwas unangenehm.

Natürlich darf auch das Klischee der verrückten Ex-Sub nicht fehlen, die aber auch Monate nach der Trennung sofort gehorsam auf die Knie geht und die Waffe fallen lässt, als Grey es ihr befiehlt.

Dass Grey zeitweilig versucht Anastasia von Freunden und Familie zu isolieren und wirklich ständig versucht sie von sich finanziell abhängig zu machen ist ein weiterer Kritikpunkt in dem BDSM in den Filmen einfach sehr ungesund dargestellt wird.

Der Punkt, der mich aber wirklich wütend gemacht hat ist die Figur des Christian Grey und seine Geschichte, die seine Neigung erklären soll.

Denn natürlich hat er nicht einfach Spaß an BDSM. Natürlich genießt er nicht einfach eine sexuelle Neigung die er Anastasia gegenüber etwas unbeholfen und mindestens auch etwas fragwürdig rüber bringt.

Nein. Christian Grey wurde als Kind von seiner Mutter verlassen und sucht nun Frauen, die äußerlich seiner Mutter ähneln, um diese zu bestrafen. Über die Psychologie dahinter will ich jetzt gar nicht reden. Aber das ist eben die Moral der 50er Jahre. Wer eine abweichende Sexualität hat, der muss krank sein oder hatte eine schwere Kindheit. Vor allem aber muss er davon geheilt werden. Und so wirken die Reaktionen von Anastasia im Laufe der Filme auch immer mehr wie der Versuch einer Therapie.

Dass er als Teenager auch noch von einer älteren Frau verführt wurde die ihn in BDSM einweihte und ihn zu ihrem Sklaven machte ist dann nur noch das I-Tüpfelchen. Denn dadurch wird BDSM nur noch weiter als eigentlich ablehnenswert gebrandmarkt.

In einer Szene fragt Anastasia Grey unter Tränen „Why do you want to punish me? Why do you want to hurt me?“. Also „Warum willst Du mich bestrafen? Warum willst Du mir weh tun?“.

Worauf Grey kurze Zeit später sagt „Because I’m fifty shades of fucked up, Anastasia.“. Also sehr frei „Weil ich total verkorkst bin“.

Mir sagt dieser Dialog, dass weder sie noch er BDSM genießen. Das mag an anderen Stellen der Handlung anders sein. Aber am Ende empfinden es beide nicht als Lust und Freude. Das wird die ganze Zeit mindestens als Subtext transportiert.

Der Protagonist der Bücher und Filme ist ein Opfer von Misshandlung und Vernachlässigung, dass Probleme mit emotionaler und körperlicher Nähe hat und für den BDSM ein Ventil ist, sich an seinen früheren Peinigern zu rächen. Und nun kommt Anastasia und wir können Hoffnung haben, dass sie ihn von seinen Dämonen und BDSM befreit.

Mit lustvollem BDSM hat das leider kaum etwas zu tun. Es ist Therapie. Es ist in Teilen sogar Gewalt. Nämlich in den Szenen, in denen er sie aus Rache schlägt und bewusst dazu bringt, dass sie das Spiel abbricht. Das hat dann aus meiner Sicht gar nichts mehr mit BDSM zu tun.

Wie gesagt darf man solche Geschichten erzählen. Niemand ist gezwungen in seinen erfundenen Geschichten Beziehungsformen so darzustellen, dass sie realistisch sind. Aber wenn man eine Subkultur mit einem Werk ins Licht der Öffentlichkeit bringt, dann sind solche üblen Verzerrungen schlicht schade und enttäuschend.

Natürlich gibt es auch in den drei Filmen ein paar schöne Darstellungen von BDSM. Die Innigkeit von Anastasia und Grey, nachdem er sie aufgefangen hat ist schön dargestellt. Auch ein paar wenige Anklänge an  D/s sind enthalten, die mir gut gefallen haben. Aber im Großen und Ganzen leisten die Filme denen einen Bärendienst, die BDSM als eine Neigung unter anderen dargestellt sehen möchten.

In diesem Sinn: danke für gar nichts liebe E.L. James.

Faszination Kennzeichnungen

Freundschaftsarmbänder, Eheringe, Band-Shirts, Partnerlook, Fußballtrikots. Zusammengehörigkeit zu zeigen ist etwas, dass in der Natur des Menschen tief verankert ist. Wir fühlen uns gut aufgehoben, wenn wir zu einer Gruppe gehören und demonstrieren das dann auch gerne. Wobei „Gruppe“ in einer Ehe mit dem dazugehörigen Ehering ein großes Wort ist. Aber ihr versteht schon was ich meine.

Diese Zusammengehörigkeit hat zwei Auswirkungen: Nach außen gerichtet sagt sie „Wir gehören zusammen. Wir teilen etwas miteinander“. Aber auch nach innen gerichtet sagt sie dem Mitmenschen oder Partner „Wir gehören zusammen. Ich gehöre zu dir. Du gehörst zu mir.„.

Und natürlich findet diese menschliche Neigung zu Zeichen und Zusammengehörigkeit auch ihre Entsprechung im BDSM.

Zum einen gibt es Erkennungszeichen mit denen man sich nach außen als jemand zu erkennen geben kann, der BDSM zugeneigt ist. Beispielsweise ist der „Ring der O“ so ein Zeichen oder auch die Triskele. Sieht man jemanden eines von beidem oder beides tragen, dann ist das ein guter Hinweis darauf, es mit einem oder einer Gleichgesinnten zu tun zu haben. Wobei die Triskele als Schmuck natürlich auch sonst gerne Verwendung findet.

Diese Zeichen dienen oft dazu, sich anderen versteckt zu erkennen zu geben. Weniger häufig hat das Tragen einen sexuellen Aspekt.

Im Gegensatz dazu gibt es andere Arten der Kennzeichnung, die weniger subtil sind.

Grob gesagt gibt es drei verschiedene Spielarten: Kurzfristige, leicht zu entfernende und dauerhafte Kennzeichnungen.

Kurzfristige Kennzeichnungen können mit Lippenstift, Edding, Klebetattoos oder anderen abwaschbaren Mitteln angebrachte Beschriftungen sein. Sie besagen für den Moment „Du gehörst mir„, sind aber leicht zu entfernen.

Weiterhin fallen mir als leicht zu entfernende Kennzeichnungen, der oben erwähnte „Ring der O“ ein. Aber auch andere Ringe, Halsbänder oder Piercings. Hier besonders beliebt natürlich das Intimpiercing, da sie dort angebracht natürlich die deutliche Botschaft „MEINS“ senden können.

Ein ebenfalls nicht zu unterschätzendes Kennzeichen ist bei männlichen Subs der Keuschheitsgürtel. Er erfüllt den ganz praktischen, aber eben auch den übertragenen Zweck Besitz anzuzeigen.

Dauerhafte und nicht mehr (so einfach) zu entfernende Kennzeichnungen sind Tätowierungen und Brandings. Bei einigen sind auch Halsbänder beliebt, die man nur mit bestimmten Schlüsseln entfernen kann. Diesen hat dann natürlich der dominante Part in Besitz.

Unter den genannten Kennzeichnungen kann man zwei weitere Unterteilungen machen: Die nach außen sichtbaren und die nach außen unsichtbaren Kennzeichnungen.

Eine Tätowierung kann so angebracht sein, dass sie zumindest im Sommer viele sehen können oder so, dass sie gerade mal der Arzt zu sehen bekommt. Auch Halsbänder können zwar sichtbar, aber subtil oder auch sehr eindeutig sein. Es kommt immer darauf an, was man wem damit vermitteln will.

Genau das ist der Punkt: Die Art der Kennzeichnung macht den Unterschied. Wie oben erwähnt ist es nämlich auch im BDSM so, dass sie nach außen und nach innen wirken und unterschiedliches Aussagen haben. Ein Halsband oder ein Ring können nach außen sagen „Wir gehören zusammen. Wir sind ein Paar.“. Im Innenverhältnis sagen sie aber oft „Du gehörst mir.“, was im BDSM-Kontext etwas ganz anderes besagt, als im Vanilla-Kontext.

Wer ein Halsband annimmt und trägt und es vielleicht sogar nach außen zeigt, der geht damit eine Verpflichtung ein. Genauso wie die Person, die das Halsband gibt. Es bedeutet Zusammengehörigkeit und im Metakonsens des BDSM auch ein „Ich gehöre dir“ oder „Du gehörst mir“.

Ebenso verhält es sich natürlich mit den anderen Zeichen. Ich persönlich mache da keinen Unterschied, ob es sich um leicht zu entfernende oder dauerhafte Kennzeichen handelt. Es zählt der Gedanke dahinter und die Beteiligten sollten sich dieses Gedankens vorher bewusst sein.

Genauso wie Spuren von Schlägen können aber auch kurzfristige Kennzeichnungen einen großen Reiz haben. Eine Beschriftung mit Edding oder ein Klebetattoo kann ein großer sexueller Kick sein. Etwas, dass man mitnimmt und noch stunden- oder tagelang genießt, ohne aber damit gleich eine tiefe Verpflichtung eingegangen zu sein. Außerdem kann so etwas als Vorstufe dienen, um zu sehen, wie es sich anfühlt so ein Zeichen zu tragen.

Wie ihr seht gibt es viele Abstufungen und Varianten was Kennzeichnungen angeht. Für viele sind sie ein großer Reiz und manche von ihnen sind im BDSM vergleichbar mit Ehe- oder Verlobungsringen unter Vanillas.

Bevor ihr aber zu dauerhaften Kennzeichnungen greift, seid euch verdammt sicher. Tattoos beispielsweise wieder los zu werden kann teuer und schmerzhaft sein und ständig an intimer Stelle den Namen eines oder einer Verflossenen zu haben, will ja auch niemand.

Mit Kennzeichnungen zu spielen ist extrem reizvoll. Es vermittelt beiden Seiten ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und eben auch dieses Gefühl von „Dein Arsch gehört mir„. Greift nicht gleich zum Extrem, sondern tastet euch heran. Vor allem aber, seid auch sicher, dass ihr beide das gleichermaßen ernst nehmt. So vermeidet ihr Enttäuschungen.

Lust am Tabubruch

„Man darf doch andere nicht hauen!“. Das lernen wir schon in frühester Kindheit. Und wenn wir dann als Erwachsene aus sexueller Lust doch andere hauen und quälen? Dann ist das natürlich ein Tabubruch. Denn wir verstoßen gegen Dinge, die uns durch unsere Umgebung als „nicht ok“ vermittelt wurden. Und genau das macht einen nicht unerheblichen Teil des Reizes aus.

Was sind überhaupt Tabus oder „Meidungsgebote“ wie sie der Psychoanalytiker Hartmut Kraft nennt? Tabus sind Dinge, von denen uns unsere Prägung, unsere Umwelt, die Gesellschaft sagt, dass man sie nicht tut. Sie sind eine kulturelle Übereinkunft und nichts, was man irgendwo nachlesen kann.

Und Tabus sind immer im Wandel. Ganz hervorragend kann man das an Filmen sehe, die Skandale ausgelöst haben: Im Jahr 1951 war es ein riesiger Aufreger, dass die Schauspielerin Hildegard Knef im Film „Die Sünderin“ für ein paar Sekunden ihre nackte Brust zeigte. Einige Jahre später, im Jahr 1963 löste der Film „Das Schweigen“ einen Skandal aus, weil in ihm Sexszenen zu sehen waren.

Sowohl die nackt Brust von Frau Knef, als auch die Sexszenen wirken heute furchtbar altbacken. Jeder Schüler hat auf seinem Handy härteren Stoff. Damals aber waren es absolute Tabubrüche.

Was ein Tabu ist, ist also immer eine Frage der Zeit und der Gesellschaft in der man lebt.

Nach dieser Vorrede nun die Frage: Was haben Tabubrüche mit BDSM zu tun? Zuerst sei gesagt, wir reden hier natürlich von den oben erwähnten gesellschaftlichen Tabus. Nicht von den Tabus, die man in einer BDSM-Beziehung aufstellt um Praktiken zu benennen, die man nicht ausleben möchte.

Aus meiner Sicht besteht ein erheblicher Teil von BDSM und dem Reiz den er auf uns ausübt, aus Tabubrüchen. Angefangen bei dem oben erwähnten „Man darf doch andere nicht hauen!“. Im Alltag darf man andere nicht hauen. Im BDSM darf man es. Sogar noch „schlimmer“, man darf gehauen werden wollen. Beides ist ein Tabu.

Mir sagte neulich eine Frau, sie habe ihren Partner früher provoziert, weil sie wusste, dass er irgendwann ausrasten und sie schlagen würde. Und zwar nicht auf die gute Art. Sie hat sich lange gefragt, was mit ihr nicht stimmte, denn ein Teil von ihr genoss diese Schläge. Sie hielt sich für „gestört“. Irgendwann entdeckte sie BDSM und konnte das kanalisieren. Nun ist sie glücklich, weiß was immer fehlte und muss sich nicht mehr verprügeln lassen um zu bekommen was sie braucht.

Aber wo in der Gesellschaft kann man sagen „Ich mag es, wenn er mich schlägt und ich provoziere es sogar.“ So verzweifelt die Situation und so falsch alles daran war. Es zeigt uns, dass „geschlagen werden wollen“ ein Tabu ist. Und BDSM bricht damit.

Für viele kommt die Lust bei den Schlägen aus dem Wunsch Schmerzen zu spüren. Aber ein Teil des Kicks ist eben auch der Tabubruch. Das macht uns an.

Zu wissen man tut etwas Verbotenes kann dazu führen, dass man sich lebendig fühlt. Es ist aufregend, ein Kick, der Reiz des Verbotenen.

Ein weiteres und sehr starke Tabu sind Vergewaltigungsfantasien. Viele Frauen und Männer haben sie. Niemand will das im Normalfall wirklich erleben. Das ist klar. Aber dafür sind es ja Fantasien und da ist eigentlich alles erlaubt. Vor allem aber ist es eben ein Tabu. Keine Frau kann sich öffentlich bekennen und sagen „ach ja, mir vorzustellen vergewaltigt zu werden ist schon ganz geil“. Sie würde von ihren Mitmenschen mindestens schräg angesehen. Und so schämen sich auch viele für diese Fantasie.

Auch hier ist einer der Reize das Spiel mit dem Verbotenen und dem Tabubruch. Immer wieder schwingt die Frage hier mit: Darf man das wollen? Natürlich darf man. So lange alle freiwillig mitmachen und keinem geschadet wird, warum nicht?

Ähnliche Tabus sind Themen wie Anspucken, Natursekt, Ohrfeigen, Erniedrigung oder Prostitutionsfantasien etc.

Alles Praktiken, die man zu BDSM rechnet und die mit Sicherheit Tabus brechen. Dinge bei denen man bei Vanillas teils auf Fassungslosigkeit stößt und die Frage „Und das gefällt dir?“. Ja, tut es. Und ein Teil der Faszination kommt daher, weil wir um die fassungslosen Reaktionen wissen, die es auslösen würde, würden andere davon erfahren.

Mich persönlich kickt es immer wieder mit solchen Tabus zu brechen. Es erhöht den Reiz. Aber für viele Anfänger bedeutet es auch eine extrem hohe Hürde.

Da sind Selbtszweifel nicht selten. Das Gefühl etwas zu wollen, das nicht in Ordnung ist, womöglich sogar irgendwie krank.

Aber das ist Unsinn. Es gibt keinen Grund sich für Fantasien, Wünsche und Bedürfnisse zu schämen die einem gefallen und keinem schaden. Niemand schämt sich für seine Vorliebe für Erdbeereis. Warum auch? Warum sich also für sexuelle Vorlieben schämen?

Außerdem ist es wichtig zu erkennen, dass eben oft genau der Tabubruch den Reiz ausmacht. Nicht nur einmal habe ich von Menschen aus der Altenpflege gehört, dass Natursektspiele für sie so gar keinen Reiz haben. Klar. Wo es Alltag ist und zum Job gehört, ist der Reiz des Verbotenen weg. Mir erscheint das völlig logisch.

Wie so oft zum Schluss ein kleiner Aufruf und Versuch Mut zu machen. Macht euch wegen eurer Wünsche und Fantasien nicht verrückt. Mit ziemlicher Sicherheit seid ihr nicht die Einzigen. Und gerade die Dinge, die euch erschrecken üben einen besonderen Reiz aus. Akzeptiert eure Bedürfnisse und denkt darüber nach, was ihr davon ausleben wollt und was nicht. Sich dafür zu schämen ist jedenfalls weder eine Lösung noch notwendig.

Toleranz statt Kinkshaming

In einem sehr guten Artikel über die Akzeptanz von BDSM habe ich neulich den Satz gelesen „Politische Karrieren sind ruiniert, wenn Politiker mit BDSM in Zusammenhang gebracht werden.“

Und das stimmt vermutlich. Heute kann man als Politiker sagen man sei homosexuell. Das schadet einer Karriere nicht (mehr). Man kann damit Oberbürgermeister und Außenminister werden. Stellen wir uns vor, ein Politiker oder eine Politikerin würde sich als BDSMer outen. Da wäre etwas los und die Karriere vermutlich vorbei. Interessant wie ich finde.

Tatsächlich war das aber nur der Aufhänger für das, womit ich mich in diesem Beitrag beschäftigen möchte. Denn alle die BDSM leben begegnen Menschen, von denen sie sich Toleranz wünschen. Bei vielen ist es aber mit der Toleranz schnell vorbei, wenn sie sie selber anderen gegenüber haben müssten. Nämlich denen gegenüber, die andere Spielarten leben als die, die sie selber gut finden.

Oft wird im BDSM nach dem Motto gehandelt „Ich bin vielleicht pervers, aber das ist ok. Nur dass was Du da machst, das geht ja gar nicht.“ Es ist eben wie immer. Die eigenen Vorlieben sind voll ok. Aber was andere machen wird genauesten begutachtet und vor allem bewertet. Mit welchem Recht fragt man sich.

Egal wie sehr eine Neigung von Vanillas als pervers beurteilt wird. Die, die das mögen finden sie in den meisten Fällen ok und leben sie gerne aus. Die selben Leute schauen aber mit Vergnügen auf andere herab deren Neigung „so gar nicht geht“.

Sich den Arsch blutig schlagen zu lassen ist ok? Sich gerne erniedrigen lassen aber nicht Sich wie ein Päckchen verschnüren und unter die Decke hängen lassen, völlig harmlos? Aber sich Windeln anziehen ist abartig? Petplay ok? Vergewaltigungfantasien aber krank? DDLG pervers? Latexfetisch aber easy? Die einen leben ihre Neigung SSC aus und finden die abartig, die sie nach RACK ausleben?

Ich finde diese Bewerterei und Herabsetzung anderer ist reine Heuchelei und ich kann damit gar nichts anfangen. Das ist Kinkshaming. Dieser Begriff bedeutet, dass man die Neigung anderer bewertet und die Menschen für das herabwürdigt worauf sie stehen. Das steht aus meiner Sicht keinem zu.

Für viele Leute ist genau das völlig ok worauf ganz konkret sie selber stehen. Und alles drum herum ist abartig. Damit haben sie viel gemeinsam mit den Bigotten die schon immer in der Geschichte alles abgelehnt haben, dass nicht in ihr Weltbild passte.

Zur Toleranz gehört eben gerade auch, dass man die Leute ihr Leben leben und auch Dinge ausleben lässt, deren Reiz man selber nicht nachvollziehen kann. Ohne dass man sie bewertet. Toleranz ist nichts wert, wenn man sie nur denen gegenüber hat, die sowieso dasselbe machen wie man selber.

Aber um das auch klar zu sagen: jede Toleranz hört für mich natürlich dort auf, wo anderen geschadet wird. Und Toleranz hört bei mir auf wo andere intolerant sind.

Natürlich heißt Toleranz anderen Neigungen gegenüber auch nicht, dass man alles kritiklos hinnehmen muss. Kritische Fragen darf man immer stellen. Und kritische Fragen sollten nicht immer gleich als Angriff verstanden werden.

Manche Aktivitäten sind grenzwertig. Auf Risiken hinzuweisen ist dann geradezu Pflicht. Wenn sich jemand in Gefahr bringt, dann kann die Antwort natürlich nicht sein „Ach, lass mal. Muss er/sie selber wissen.“. Das wäre Gleichgültigkeit. Das ist selbstverständlich nicht, wofür ich eintrete. Wo man Probleme und Gefahren sieht, sollte man auch einschreiten.

Aber was ich mir wünschen würde, ist mehr Offenheit gegenüber den Dingen, die andere genießen, die wir selber aber nicht mögen oder für reizvoll halten.

Wenn sich jemand gerne wie ein Pferd vor eine Kutsche spannen lässt, dann lasst sie. Nicht einmal dass dadurch arbeitslos gewordene Pferd dürfte sich beschweren. Wenn jemand gerne als Furry herum läuft, dann lasst sie. Wem schaden sie denn?

Wenn ihr selber einen Kink habt, den ihr aus Angst vor der Reaktion der anderen verheimlicht, dann solltet ihr doch gerade wissen wie es ist von anderen für etwas bewertet und verurteilt zu werden, dass ihr gerne mögt und dass euch vielleicht sogar mit ausmacht.

Also geht offen und tolerant mit anderen um. Wir brauchen gerade in dieser Zeit mehr Offenheit, mehr Toleranz gegenüber Andersdenkenden und Andersliebenden und nicht weniger.

Widerspruch BDSM und Feminismus?

BDSM und Feminismus. Feminismus und BDSM. Für viele sind das Gegensätze. Für andere nicht. In jedem Fall ist es ein heikles Thema.

Ich will hier gar nicht den radikalfeministischen Ansatz besprechen, nach dem BDSM per Definition frauenfeindlich ist. Nach diesem Ansatz ist auch Sex zwischen Mann und Frau an sich frauenfeindlich. Zumindest wenn ich das richtig verstanden habe.

Was mich aber umtreibt ist der Zwiespalt in dem eine Frau heutzutage steht, wenn sie in aufgeklärten Zeiten aufgewachsen ist. Wenn sie immer gelernt hat, dass Frauen selbstbestimmt und und gleichberechtigt sein sollen. Und das sollte selbstverständlich so sein.

Aber dann stellt sie in sich fest, dass Sie sich sexuell gerne unterwirft. Schon oft haben mir Frauen in Unterhaltungen erzählt, dass sie damit ein großes Problem hatten oder noch haben. Vor allem in der Phase, in der sie sich ihrer Neigung erst bewusst werden mussten. Wie kann man immer dafür eintreten gleichberechtigt behandelt zu werden und dann darauf stehen geschlagen und dominiert zu werden fragen sie sich dann. Über diese Hürde der Akzeptanz der eigenen Neigung auch schon früher geschrieben und es ist für viele ein echtes Problem.

Um das klar zu sagen: ich bin absolut für Gleichberechtigung. Frauen sollten die selben beruflichen Chancen haben, sollten für gleiche Arbeit das gleiche Geld bekommen und sollten in Gremien, auf Podien etc. gleichberechtigt vertreten sein. Das ist meine politische Ansicht.

In meiner Sexualität aber sehe ich das anders. Da liebe ich es zu dominieren und zu bestimmen. Zu erniedrigen und zu führen.

Für mich ist das in keiner Weise ein Widerspruch. Und auch für Frauen sollte es das nicht sein.

BDSM ist eine Neigung. Meiner Erfahrung nach entscheidet man sich nicht auf BDSM zu stehen. Ebenso wenig wie man sich entscheidet homosexuell zu sein. Das ist für mich schon einmal ein Punkt, weshalb es Unsinn ist jemandem BDSM ausreden oder verbieten zu wollen. Früher wurden auch Homosexuelle als krank bezeichnet. Das ist heute zum Glück nicht mehr so. Und auch die BDSM-Neigung ist nicht krank.

Natürlich ist es erst einmal paradox. Frauen kämpfen noch immer um Gleichberechtigung. Wir sind da als Gesellschaft in der westlichen Welt schon weiter als wir es je waren. Aber echte Gleichberechtigung gibt es noch nicht. Wer das nicht glaubt, der soll sich zum Beispiel mal anschauen was los ist, wenn eine Frau ein Fußballspiel von Männern kommentiert.

Gleichberechtigung ist ein wichtiges Anliegen des Feminismus. Und sie ist gesellschaftlich noch nicht erreicht. Dennoch kann man ohne schlechtes Gewissen eine sexuelle Beziehung haben, in der man ganz bewusst auf Gleichberechtigung verzichtet.

Wie soll das möglich sein? Vor allem ist Selbstbestimmung ein wichtiges Anliegen des Feminismus. Was soll die ganze Gleichberechtigung helfen, wenn man nicht selbstbestimmt leben darf wonach einem ist? So lang man keinem anderen damit schadet natürlich. Und das ist für mich der Punkt. Die ganze Gleichberechtigung und Selbstbestimmung ist nichts wert, wenn sie dort aufhört, wo es den anderen zu weit geht.

Zu sagen „Ja ok, wir haben zwar dafür gekämpft, dass Du selbstbestimmt leben darfst, aber wenn das beinhaltet, dass Du dich sexuell erniedrigen und dominieren lassen willst, dann geht das zu weit. SO selbstbestimmt darfst Du nun auch nicht sein.“ Das ist schlicht Heuchelei.

BDSM ist eine Neigung und eine sexuelle Spielart, in der sich erwachsene Menschen freiwillig und völlig selbstbestimmt in Situationen begeben, in denen andere über sie bestimmen. In 99 Prozent der Fälle findet diese Abgabe von Kontrolle nur in einem klar definierten Rahmen statt.

Man muss kein Psychologe sein um zu erahnen, dass genau darin ein Teil des Reizes liegt. Im Alltag stark sein müssen und führen. Im geschützten Rahmen der BDSM-Beziehung dann los- und sich fallen lassen. Im Alltag für bewusste Sprache eintreten und sich im geschützten Rahmen verbal erniedrigen lassen. Und dann eben auch wieder in diesen Alltag zurück kehren und weiter die Rolle einnehmen, die einem nun einmal aktuell zugeteilt ist.

Für mich gibt es da zwischen Feminismus und BDSM keinen Widerspruch. Wenn eine selbstbestimmte Frau sich dafür entscheidet, sich einem anderen Menschen in einem geschützten Rahmen zu unterwerfen und damit keinem anderen schadet, dann ist das ihre Entscheidung. Im Gegenteil kann BDSM da auch als Ventil dienen.

Was andere denken, sollte dabei sowieso keine Rolle spielen. Wichtig ist, dass ihr euch darüber klar werdet, dass es ok ist. Niemand wird durch BDSM zum Verräter an der Gleichberechtigung. Niemand ist ein schlechter Mensch, weil er auf solche Praktiken steht. Niemand sollte sich selber verurteilen oder sich die Erfüllung dieser Wünsche verweigern, aus Sorge vor solchen Gedanken.

Feminismus ist auch, die eigene Sexualität selbstbewusst und nach den eigenen Vorstellungen auszuleben. Und niemand hat das Recht über diese Sexualität zu urteilen.

P.S. Ja, ich habe die Seite der Femdoms hier nicht explizit erwähnt. Diese Auslassung soll aber nicht unterstellen, dass die Femdoms nicht ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt sind. Die Grundaussage trifft aber auf alle Seiten zu die Frauen im BDSM einnehmen.

Braucht man für Tunnelspiele einen Tunnel?

Ja was sind denn Tunnelspiele nun wieder? Um es gleich zu sagen, sie haben nichts mit einem Eisenbahn-Fetisch zu tun. Es sind auch keine BDSM-Spiele die in einem Tunnel stattfinden. Nein, es ist ein klein wenig komplizierter. Aber so kompliziert dann auch wieder nicht.

Was macht einen Tunnel aus? Wenn man erst einmal drin ist, dann kann man weder nach rechts noch nach links, sondern muss einfach durch. Es gibt sozusagen keinen Ausweg, bis man das andere Ende erreicht hat.

Und genauso funktionieren Tunnelspiele. Damit sind BDSM-Praktiken gemeint, die man nicht mehr abbrechen kann, wenn man sie begonnen hat.

Ein Klassiker der Tunnelspiele sind zum Beispiel Brennnesseln. Denn diese „Tunnel-Erfahrung“ hat jeder schon einmal gemacht. Wenn man in Brennnesseln gelaufen ist oder sie angefasst hat, dann muss man einfach abwarten, bis es aufhört zu brennen. Bis dahin gibt es verschiedene Möglichkeiten der Linderung. Aber man kann es nicht sagen „So, es genügt. Hör auch weh zu tun.“

Ganz anders eben, als bei Schlägen. Wenn man da nicht mehr aushalten will und kann, dann können die Beteiligten es sofort beenden. Man benutzt sein Safeword oder signalisiert sonst auf eine vereinbarte Weise, dass man genug hat. Und dann hört es auf. Auch Fesseln kann man lösen und die Situation damit beenden. Das geht so bei Tunnelspielen nicht.

Der Tunnel wird in dieser Spielart gebildet durch das Mittel oder Werkzeug dass benutzt wird. Dafür gibt es verschiedenste Beispiele. Brennnesseln sind eines. Wenn man ein Büschel Brennnesseln als Schlagwerkzeug nimmt und damit auf den Arsch oder zwischen die Beine schlägt, dann ist die Wirkung oft spektakulär. Und diese Wirkung kann eben nicht so schnell abgebrochen werden.

Weitere Möglichkeiten für Tunnelspiele sind Ingwer (Stichwort Figging), Minzöl, Tigerbalm, Rheumasalbe (geradezu berüchtigt ist hier Finalgon), Chili, Tabasco usw.
Je nach Vorliebe können diese Mittel an oder in empfindliche Körperregionen eingeführt oder geschmiert werden. Manche tragen das Mittel der Wahl auf einen Dildo oder Plug auf und führen diesen dann ein. In den meisten Fällen entsteht ein Hitzegefühl oder Brennen, dass sehr unterschiedlich als geil, schmerzhaft oder beides empfunden wird.

Übrigens listet die Wikipedia Tunnelspiele als Teil der Metakonsensspiele. Das halte ich für falsch. Denn es ist ja nicht der dominante Part der hier entscheidet „nicht aufzuhören“ und damit die Einvernehmlichkeit gewollt verlässt. Wenn Sub im obigen Bild die Schläge mit den Brennnesseln beenden möchte, dann ist das sofort möglich. Aber man hat sich gemeinsam geeinigt ein Mittel zu verwenden dessen Wirkung noch anhalten wird.

Was ist aber nun der Reiz an solchen Spielen? Zum einen scheint die Einstiegshürde relativ gering. Denn jeder hat irgendeines der oben erwähnten Mittel im Haus. Aber Vorsicht: Tunnelspiele sind nichts für Anfänger. Denn die Erfahrung dem Schmerz nicht entkommen zu können ist eine sehr intensive.

Genau das macht für andere wieder den Reiz aus. Denn man muss sich seinen Grenzen stellen und den Schmerz aushalten. Ob man will oder nicht. Diese Erfahrung kann sehr faszinierend sein, wenn man sich und seine Grenzen aber nicht gut genug kennt, kann sie einem BDSM auch für immer verleiden.

Daher sollte man Tunnelspiele sehr vorsichtig und nur mit Bedacht beginnen. Angefangen damit, dass man mögliche Allergien prüft!
Ein weiterer Ratschlag ist, bei der Dosierung lieber sehr zurückhaltend zu sein und nicht gleich in die Vollen zu gehen. Lieber nur ein kleiner Klecks mit sehr wenig Wirkung auf die äußeren Schamlippen als gleich die ganze Tube vaginal einführen. Ihr versteht schon was ich meine.

Außerdem ist es extrem wichtig, sich über möglich Gegenmittel zu informieren. Also die Dinge, die zur Linderung des Schmerzes beitragen können. Bei den einen hilft Wasser oder Eis, bei den anderen helfen fetthaltige Lebensmittel wie Öl, Joghurt, Quark oder Milch. Aber das variiert von Mittel zu Mittel. Und mit dem falschen Gegenmittel kann man es auch schlimmer machen.

Informiert euch also und habt alles parat ehe ihr anfangt. Wenn es erst einmal brennt, dann wird euch Sub dankbar sein, dass ihr nicht erst noch zum Supermarkt fahren müsst.

Mit Tunnelspielen kann man also sehr schnell in Grenzbereiche von BDSM kommen. Informiert auch vorher genauestens über die Wirkungsweise, mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten und die „Gegenmittel“. Und dann fangt langsam an. Denkt daran, es zu fester Schlag tut kurz weh und kann dennoch schon viel kaputt machen. Stellt euch das einmal bei einer Wirkung vor, die ihr nicht beenden könnt und die noch stundenlang unangenehme Nachwirkungen hat. Da kann das Vertrauen zwischen Dom und Sub sehr schnell irreparablen Schaden nehmen.

Und um das auch gesagt zu haben: mit Tunnelspiele verlässt man eindeutig den Bereich von SSC und begibt sich in den Bereich RACK.

Nichtsdestotrotz sind Tunnelspiele natürlich spannend und ich wäre sehr neugierig, welche Mittel ihr dafür schon eingesetzt habt. Oben erwähnte oder ganz andere? Lasst uns gerne teilhaben.

„Secretary – Womit kann ich dienen?“

41R85rZdEyLIst „Secretary“ ein Meisterwerk? Eher nein. Aber man kann ihn gut schauen und für jeden, der BDSM zugeneigt ist und sich nicht leicht erschrecken lässt, ist er absolut empfehlenswert. Denn er gibt sehr viele Einblicke in Dinge und Verhalten, die ich aus meinen Jahren in dem Bereich gut kenne.

Und Achtung, ab hier kann es SPOILER geben.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Die junge Lee Holloway (Maggie Gyllenhaal) nimmt einen neuen Job bei einem Anwalt (James Spader) an und durch die Anleitung ihres neuen und strengen Chefs entdeckt sie das, was ihr schon immer gefehlt zu haben scheint: Erniedrigung, Dominanz und Schmerz.

Wie und auf welche Weise diese Entwicklung verläuft ist dabei das eigentlich spannende. Und da zeigt der Film eine große Bandbreite an hoch interessanten Themen.

Am wichtigsten vielleicht, wie Lee durch die Entdeckung ihrer wahren Neigung zu sich findet. Sie entdeckt das, was sie erfüllt und erregt. Und damit etwas, dass ihr immer gefehlt hat. Ihr anfängliches selbstverletzendes Verhalten kann man sowohl als eine Form von Lust auf Schmerz, als auch den Versuch sich selber zu spüren verstehen. Sicher ist es eine vereinfachte Darstellung, dass BDSM all ihre Probleme löst. Aber hey, es ist ja auch nur ein Film.

Wenn man den Film anschaut, dann entdeckt man wahnsinnig viele Elemente die typisch für BDSM sind. Mary Gaitskill, die Autorin weiß offenbar sehr genau, worüber die da schreibt. Sie hat übrigens den Film auch als „Pretty Woman-Version ihrer Geschichte“ bezeichnet. Und der Bezug zu „Pretty Woman“ ist gar nicht so weit hergeholt. Außerdem deutet es darauf hin, dass die Geschichte wohl etwas härter ist, leider kenne ich die aber nicht.

Wie erwähnt reißt der Film sehr viele Themen an, die man als BDSM-erfahrener Mensch kennen kann. Angefangen mit der Lust an Erniedrigung mit der Lee schon früh im Film in einen Müllcontainer steigt, gibt es viel zu entdecken, dass dem BDSMer bekannt vorkommt.

Die Art, wie Lee versucht Strafen zu provozieren kommt sicher vielen bekannt vor. Die Anweisungen, was sie essen darf und auf welche Weise geben Einblicke in D/s, die ich so noch nicht oft in Filmen gesehen habe. Besonders spannend und berührend für mich dabei die Szene, als sie heimlich telefonisch den Speiseplan an ihn durch gibt.

Auch die Rituale die beide etablieren sind schön dargestellt. Aber auch seine Zweifel und Distanz dürften bei vielen Erinnerungen an sich selber oder Partner wecken.

Die Art wie sie die blauen Flecken auf ihrem Arsch bewundert und wie sie versucht, sich selber zu schlagen und daran natürlich scheitert sind ebenfalls toll beobachtet und realistisch.

Die nicht zuletzt die Szene in der sie ihren Freund versucht dazu zu animieren sie zu schlagen und wie er rein gar nichts versteht. Auch der folgende frustrierende und unbefriedigende Sex mit dem Freund. Alles Versatzstücke in denen sich viele wieder erkennen, die BDSM leben.

Ich habe den Film vor Jahren schon einmal gesehen und mochte ihn. Offenbar sogar sehr, denn ich habe mir damals die DVD gekauft. Über die Jahre habe ich aber viel vergessen und ich glaube auch, ich verstehe ihn heute besser als damals. Auch das was mich damals störte, fand ich heute schlüssig.

Denn damals hatte ich mich daran gestört, dass Lee anfangs aus einer Klinik kommt. Das hatte ich damals interpretiert, als müsse man sich absichern und klären, dass jemand der so etwas mag ja krank sein müsse.

Das verstehe ich heute anders. Ihr Leben hat sie krank gemacht und sie hatte keine Lösungen. Als sie BDSM für sich entdeckt, kann sie ihr selbst verletzendes Verhalten ablegen. Sie hat zu sich gefunden und zu dem, was sie erfüllt. Das DAVOR waren Lösungen, weil ihr genau diese Erfüllung im Leben gefehlt hatte. So interpretiere ich es heute.

Auch war ich überrascht wie explizit der Film doch wird. Man sieht zum Beispiel die auf allen Ebenen wunderbare Maggie Gyllenhaal völlig nackt. Das hat mich für eine Hollywood-Produktion schon gewundert.

Außerdem gibt es die Spuren auf ihrem Arsch zu sehen, Man sieht in einer Szene, wie sie sich einpinkelt, weil sie gehorsam seiner Anweisung folgt sich nicht aus einer bestimmten Position zu bewegen. Auch Szenen in denen sie auf allen Vieren durch das Büro kriecht oder ihm ein Kaugummi in die Hand spuckt sind intimer, als ich sie in so einem Film erwartet habe.

Insgesamt kann ich den Film jedem empfehlen. Hier wird BDSM insgesamt sehr positiv dargestellt, ohne dabei die Handlungen als Missbrauch darzustellen. BDSM ist hier einfach etwas, dass beide wollen und beiden gut tut. Das fand ich sehr wohltuend.

Übrigens, dass der Anwalt und Dom in diesem Film „Grey“ heißt, hat nichts mit „Fifty Shades of Grey“ zu tun. Der Film entstand Jahre vor dem ersten Buch dieser Reihe. Ob der Charakter der Autorin der Bücher als Inspiration diente ist mir nicht bekannt.

DaddyDom und LittleGirl

Vieles am BDSM ist heute im Mainstream angekommen. Leute auf der Straße tragen heute Klamotten, die früher nur als Fetisch-Kleidung denkbar waren. Dass man sich gegenseitig ans Bett fesselt oder beim Sex mal den Arsch voll bekommt, wird zumindest als Scherz schon unter Kollegen geäußert. Die ganz große Scham über BDSM scheint spätestens seit „Fifty Shades Of Grey“ dahin.

Aber es gibt sie noch, die Bereiche im BDSM, über die man nicht so gerne öffentlich redet. Spielarten, die man sich auch anderen BDSM-Interessierten gegenüber nur zögerlich zu äußern traut.

Um eines dieser Themen soll es in diesem Beitrag gehen: um DDLG, also DaddyDom und LittleGirl. Bei dieser Spielart gibt es viele falsche Vorstellungen und Vorurteile. Damit möchte ich ein wenig aufräumen.

In dieser Spielart ist der dominante Mann der Daddy oder DaddyDom und die devote Frau ist die Little oder das LittleGirl oder auf deutsch das Mädchen. Wichtig: es ist eine Spielart, in der eine erwachsene Frau gerne die Rolle einer Little oder eines Mädchens einnimmt. Die Bezeichnungen sind, wie alles andere, ganz individuell wählbar und stehen hier nur für die Rollenverteilung. Da die Variante männlicher Dom und weibliche Sub hier die wesentlich verbreitetere ist, belasse ich es dabei. Aber es gibt auch die Variante der Mommy und des männlichen Little.

Eine des häufigsten Fragen zu dieser Spielart ist sicher: geht das nicht in die Richtung von Pädophilie oder wird diese verniedlicht? Absolut nein. Denn diese Spielart wird von Erwachsenen ausgelebt. In der Pädophilie geht es den Betroffenen um den kindlichen Körper und der fällt hier nun einmal weg. Es handelt sich um eine Spielart zwischen Erwachsenen, die sich dafür entscheiden und es beide wollen. Daher gib es für mich daran rein gar nichts anrüchiges.

Was tun also nun DaddyDom und sein LittleGirl? Es handelt sich um eine Art D/s-Beziehung mit einem klaren Machtgefälle. Mit der Abwandlung, dass sich die Sub hier eben als Mädchen fühlt und so behandelt werden möchte. Und die Rolle des Doms ist meistens umsorgender und fürsorglicher als in anderen D/s-Beziehungen.

So kann es sein, dass der Daddy über Dinge bestimmt wie Schlafenszeiten, die Handy-Nutzung oder welche Filme sein Mädchen sehen darf. Aber es kann auch dazu gehören, dass er sich kümmert, dass sein Mädchen genug trinkt oder Medikamente rechtzeitig einnimmt.

Wie immer sind die Bestandteile eures BDSM frei wählbar. Ich habe dazu in einem Artikel das Beispiel des Setzkastens gewählt. Wie weit ihr in die Rolle des Daddys und der Little geht, wie viele Anteile an Strafen und reinem SM ihr dabei lebt oder ob ihr andere Fetische verwendet, ist völlig individuell.

Manche Littles wollen sehr jung sein, mit Stofftieren spielen und Windeln tragen. Andere sehen sich hauptsächlich beim Sex in ihrer Mädchen-Rolle und genießen im Alltag nur die Dinge, die eben an Kontrolle machbar sind. Da gibt es endlos viele Abstufungen und womit ihr euch gut fühlt, das solltet ihr machen. Wenn es euer Kick ist, dass Daddy seine Little mit Kartoffelbrei füttert, dann nur zu. Wenn ihr es reizvoll findet, dass die Little ihren Daddy bekocht und verwöhnt, dann ist auch das ok.

Eine Little muss keine bestimmten Requisiten verwenden oder ein bestimmtes Alter haben. Da ist erlaubt, was gefällt. Und das ist wichtig zu wissen. Denn schon oft ist mir die Aussage begegnet „ich bin aber keine die gerne Windeln trägt“ oder „aber ich mache mir keine Zöpfe und trage nur noch rosa“. Das ist nicht der Punkt. Wie das meiste was mit D/s zu tun hat, fängt auch DDLG im Kopf an. Und was man dann daraus macht, welches Alter man will, was die Little gerne tut etc., das ist ganz individuell.

Mit die wichtigste Erfahrung für die Little, für das Mädchen, ist die Geborgenheit und die Fürsorge, die es vom Daddy bekommt. Das steht aber in keinerlei Widerspruch zu BDSM-Praktiken, wie manche meinen. Auch LittleGirls können Aufgaben und Regeln haben, wie in anderen D/s-Beziehungen. Und sie können bestraft werden, wenn sie die Regeln nicht befolgen. Strafen kann gerade in dieser Konstellation zwischen Daddy und Mädchen besonders intensiv sein.

Und selbstverständlich gehört auch Sex zu dieser Spielart. Wenn beide es wollen, sollte ich einschränken. Manche Littles wollen vielleicht keinen Sex. Auch das ist ok, wenn beide damit einverstanden sind. Aber die meisten Littles sind Frauen, die auch Sex wollen. Und das dann auch als LittleGirl.

Wenn ihr also solche Neigungen habt, dann steht dazu. Sie sind genauso in Ordnung wie alle anderen aus dem BDSM-Spektrum. Und wie erwähnt, was DDLG alles beinhaltet und was nicht, das bestimmt ihr. Wie bei allem, was mit BDSM zu tun hat: lasst euch nicht davon abschrecken es auszuleben, nur weil ihr gehört habt, dass etwas dazu gehört, was ihr persönlich NICHT wollt. Dann lasst diesen Teil einfach weg.

An Fantasien in denen ihr einen Daddy habt und Mädchen sein wollt, ist nicht verwerfliches. Traut euch und sprecht es an, wenn ihr potentiellen Partnern begegnet. Und vielleicht lebt ihr es dann auch mal aus. Es kann auch befreien.