Offen und neugierig bleiben

„Probier es doch mal. Wer weiß, vielleicht gefällt es dir.“

Ok, ich gebe zu, dass das ziemlich abgeschmackt klingt. Aber manchmal ist es im BDSM genau so. Ich erinnere mich an mehrere Situationen in meinem BDSM-Leben, da stand am Anfang genau so ein Gedanken und am Ende die große Überraschung „Verdammt, das war viel viel besser als ich erwartet habe. Ich glaube, ich stehe total da drauf.“.

Das kann passieren und es passiert gar nicht mal so selten. Ganz konkret erinnere ich mich an eine Situation mit einer Frau die dachte „Nein, also maso bin ich nicht besonders.“. Aber neugierig war sie eben schon und so probierten wir einige Schlaginstrumente aus. Der Abend wurde zum Augenöffner und die These nicht maso zu sein, ließ sich ab dann nicht mehr halten. Sie verkehrte sich sogar ins Gegenteil.

In einer anderen Situation hatten meine Sub und ich einen Gutschein für einen BDSM-Shop. Unschlüssig, was wir uns für den bald ablaufenden Gutschein kaufen sollten, klickten wir uns durch den Shop. Wir bestellten zwei oder drei Dinge, die auf einer Liste der anzuschaffenden Spielzeuge sehr weit unten gestanden hätten. Aber hey, der Gutschein musste aufgebraucht werden.

In den kommenden Monaten probierten wir sie nach und nach aus und es kam, wie ihr euch sicher schon denkt: eines der Spielzeuge wurde für uns beide völlig überraschend zum absoluten Hit. Ich selber hätte das nie erwartet und ihr ging es genauso. Nie hätte ich mir das Teil bewusst gekauft. Aber ab da war es nicht nur fester Bestandteil unseres Spiels, sondern eines der Highlights.

Natürlich kann es auch umgekehrt gehen. Man denkt etwas würde einem gut gefallen und dann ist es eher nicht so toll. Das kann eben vorkommen und sollte kein Drama sein. Auch da gilt die Devise „Weiter offen und neugierig bleiben“.

Mit meinem Artikel will ich auf keinen Fall sagen „Macht einfach alles mit, vielleicht gefällt es euch ja.“. Nein. Wenn ihr auf etwas einfach keine Lust habt, wenn ihr etwas partout nicht wollt, dann lasst euch auch nicht reinquatschen oder zwingt euch dazu. Selber Grenzen ziehen ist wichtig und gut.

Lasst euch also nichts einreden. Vor allem nicht von Menschen, mit denen ihr noch kein festes Vertrauensverhältnis habt. Wenn euer Bauch sagt „nein, das will ich nicht“, dann hört darauf.

Es geht in diesem Artikel nicht darum Bedenken über Bord zu werfen und alles mitzumachen. Viel mehr geht es darum, mit einem Menschen, dem ihr vertraut und bei dem ihr auch geborgen fühlt auch mal neue Dinge zu probieren. Unerwartete und ungewohnte Dinge. Warum nicht?

Lasst euch nichts einreden und von andern aufdrücken. Aber bleibt auch offen und neugierig.

Ein Gedanke zu “Offen und neugierig bleiben

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