Vögeln, bumsen, poppen…

Vögeln, bumsen, poppen, ficken, knattern, bimsen, bürsten, treiben oder stöpseln. Es gibt endlos viele Begriffe für den sexuellen Akt. Welche man in welcher Situation benutzt, ist dabei reine Geschmackssache. Aber der Begriff, der einem gefällt, kann beim anderen jede Stimmung augenblicklich abtöten.

Ich persönlich zum Beispiel finde die meisten der aufgezählten Begriffe albern. Aber der, der mich wirklich abturnt ist „bumsen“. Geht gar nicht. Da schüttelt es mich.

Im BDSM ist es genauso und manchmal sogar noch etwas komplizierter. Ich kam neulich darauf, als ich folgenden Tweet abschickte und darauf einige öffentliche und private Resonanz bekam:

Für mich persönlich geht also im persönlichen Umgang die Bezeichnung „Subbie“ nicht. Subbie ist für mich niedlich. Da würde ich nach einem Kätzchen suchen. Subbie hat für mich keinen sexuellen Anklang und funktioniert daher nicht. Noch schlimmer ist die weitere Verniedlichung „Subbielein„. Ganz schlimm.

Der Einwand, man könne in erklärenden Texten damit Männer und Frauen unter einem freundlich klingenden Begriff zusammenfassen, mag greifen. Da wird ja auch niemand direkt auf sexuelle Art angesprochen. Da kann ich das gelten lassen.

Und so geht es im BDSM mit vielen Begriffen. Das Verbale ist im BDSM wichtig, denn üblicherweise geht BDSM über das simple „rein-raus-fertig“ hinaus.

Und so sind Anreden und Begrifflichkeiten wichtig. Für die einen ist ein Begriff sexuell stark aufgeladen. Er kickt sie, wenn man ihn verwendet. Wenn sie ihn selber aussprechen oder so bezeichnet werden. Und dann ist es hilfreich, wenn der Begriff für das Gegenüber auch etwas auslöst.

Auch hier gilt das, was ich bereits früher über den Setzkasten und BDSM geschrieben habe. Findet heraus, was euch gefällt. Auch begrifflich. Auch hier gilt wie bei allem: passen wird es nur dann, wenn das Gegenüber die Vorlieben akzeptiert oder sogar teilt. Und findet vor allem heraus, ob euch bestimmte Begriffe und Anreden explizit kicken. Das kann ein starker Reiz sein. Nutzt das.

Die einen kickt es beispielsweise, sich Herr, Daddy, Master oder Meister nennen zu lassen. Die Damen lassen sich gerne Miss, Lady, Madame oder auch Herrin nennen. Wenn das Gegenüber sich dabei dann albern fühlt, wird es schwierig. Ich zum Beispiel finde „Meister“ albern und denke dabei zuerst an den „Meister Eder“. Aber das mag ja jeder anders sehen.

Manche Anreden sind mit bestimmten Rollen verbunden, die man einnimmt. Andere können Synonym verwendet werden. So sehe ich persönlich keinen Unterschied in der Anrede „Herr“ oder „Master“.

Auf der anderen Seite des Spektrums gibt es dann die Bezeichnungen Sub, Sklavin, Zofe etc. Oder eben Sklave oder andere Begriffe. Ganz abgesehen von Rollenbezeichnungen, auf die ich ja im Beitrag Goethe und das Dilemma Sub oder Sklavin schon eingegangen bin, kommt es auch hier auf Vorlieben an.

Wenn es euch egal ist, wie ihr genannt werdet oder euer Gegenüber nennt, dann besprecht das und einigt euch auf einen Begriff, den ihr beide mögt. Wenn ihr bestimmte Vorlieben oder Abneigungen habt, dann sagt das aber auf jeden Fall. Denn wenn schon die Anrede widerwillig erfolgt, dann ist gleich der Wurm drin.

Und dann gibt es ja noch den expliziten Dirty Talk. Das also, wo es besonders schmutzig und manchmal auch grenzwertig zugehen soll.

Da ist es oft besonders einfach, sich daneben zu benehmen oder lächerlich zu machen. Ein Gag, über den ich in dem Zusammenhang immer lachen muss:

„Sag mir was schmutziges!“
„Küche.“

Mir persönlich fällt hier das böse F-Wort ein: Fotze. Für viele Frauen ein Tabuwort. Für andere genau deswegen ein Kick im richtigen Moment. Ein Begriff, den man im BDSM-Kontext als Erniedrigung verwenden, mit dem man aber auch böse daneben liegen kann.

Die einen Frauen benutzen es selber und werden gerne so genannt. Die anderen benutzen es selber, lassen sich aber nicht so nennen. Wieder andere meiden das Wort in jeder Form. Und all das ist völlig ok.

Fühlt vorsichtig vor. Findet heraus, was euer Gegenüber mag. Denn wenn ihr mitten dabei seid und dann experimentell etwas raus haut, dann kann es auch so gehen wie es eine Twitterin beim Wort Subbie geschrieben hat: „da werde ich zur Sahara“. Und das will in der Situation ja keiner.

Ein Gedanke zu “Vögeln, bumsen, poppen…

  1. Wieder ein sehr schöner Beitrag.
    Als mich mein Sub zum ersten mal Herrin nannte, fand ich es ganz schrecklich, weil es für mich zu viel Klischee beinhaltet. Aber es kam von Herzen und deshalb fällt es für mich in die Kategorie „Kosename“. Ansonsten sprechen wir uns tatsächlich nur beim Vornamen an.

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