Was Doms Frauen vorlügen und die glauben

Es gibt ein paar grundlegende Wahrheiten im BDSM. Eine lautet: Doms behandeln Subs wie Scheiße und Subs wollen das so. Praktisch, oder?

Das ist natürlich Quatsch. Aber dummerweise gibt es genügend Doms und vor allem leider Subs die, glauben, dass das so sein muss.

Für Dom kann es beispielsweise ganz einfach sein, Sub emotional auf Abstand zu halten. Denn ein gewisser Abstand, eine gewisse Distanz kann Teil des Spiels sein. Wenn beide das so wollen ist das auch völlig ok.

Allerdings wird das allzu oft missbraucht. Dom hält Sub auf Abstand, ködert sie aber immer wieder mit dem versprechen auf Nähe, eine Beziehung oder anderes, was Sub sich vom entsprechenden Dom wünscht.

Sätze wie „Wenn Du dich als Sklavin bewährst, dann…“ sind dann gerne genommen, um der Sub quasi wie einem Esel die Karotte vor die Nase zu halten. Und Sub läuft dann brav hinterher.

Das ist perfekt für den Dom, der sich gar nicht öffnen will, der nur seinen Spaß haben will. Denn so vermittelt er Sub das Gefühl, sie müsse sich nur mehr anstrengen. Sie müsse mehr geben, sich mehr bemühen und dann, ja dann würde sie bekommen wonach sie sich sehnt.

Noch perfider ist daran nur, dass diese Taktik Sub unterschwellig vermittelt, sie sei selber Schuld, wenn er sich nicht öffnet. Sub sei selber Schuld, dass die erhoffte Beziehung immer nur noch eine Fickaffäre ist. Denn wenn Sie ihn zufrieden stellen würde, dann wäre es ja so weit. Sie war also bisher nur nicht gut genug.

Aber: ÜBERRASCHUNG, das ist Unsinn!

In den wenigsten Fällen ist es so, dass Dom absichtlich Distanz hält, die er dann aufgibt und mehr daraus wird. Meistens ist es schlicht so, dass Dom das bekommt was er will. Beispielsweise eine reine Fickaffäre oder Spielbeziehung. Und dass er auch genau gibt was er will. Wenn er mehr geben wollen würde, dann würde er es tun. So einfach ist das.

Es mag sein, dass BDSM solche Typen anlockt. Und wie gesagt bietet BDSM ja auch ein perfektes Spielfeld für Männer, die sich nehmen was sie wollen und wenig bis nichts zurück geben. Die den Frauen aber versprechen oder anders vermitteln, dass da mehr drin ist.

Es ist aber in den meisten Fällen schlicht eine miese Taktik, um die Frau bei der Stange zu halten.

Noch einmal. Wenn beide das Selbe wollen, kein Problem. Wer nur eine Affäre oder Spielbeziehung will und das klar kommuniziert, der macht alles richtig. Wer offen für mehr als eine Affäre ist und das klar kommuniziert, der macht auch alles richtig. Wer erst einmal abwarten will was sich entwickelt und das klar kommuniziert, der macht alles richtig.

Ihr erkennt sicher ein Muster. Wer klar kommuniziert macht im allgemeinen viel richtig. Schwierig wird es, wenn man vorspielt etwas zu wollen, von dem man eigentlich weiß, dass man es nicht will. Sprich man tut so, als wäre man offen für eine enge Bindung und will das eigentlich nicht. Diese Hoffnung im Gegenüber zu wecken und diesen dann bildlich über Stöckchen springen zu lassen ist mies.

Und im BDSM-Kontext dann Sub zu suggerieren sie müsse sich nur mehr bemühen, dann käme es dazu, ist besonders mies. Aber wie gesagt weit verbreitet.

Jetzt kann man sagen: „selber Schuld wenn eine Frau so blöd ist, sich darauf einzulassen“. Mit der selben Logik kann man aber auch zum Vergewaltigungsopfer sagen: „selber Schuld wenn sie sich so anzieht“. Kann man sagen, ist dann halt Kacke.

Erleichtert wird diese Taktik noch durch das oben erwähnte und weit verbreitete Missverständnis. Viel zu viele Frauen scheinen zu glauben es gehöre zu BDSM, dass sie mies behandelt werden.

Da haben wir gleich noch eine ÜBERRASCHUNG: Nein, gehört es nicht. Unfassbar, oder?

Auch eine devote Frau hat das Recht gut behandelt zu werden. Auch eine Frau die sich gerne schlagen lässt hat das Recht nicht wie Dreck behandelt zu werden. Schwer zu glauben? Für einige scheinbar schon.

Ich will nicht in die Küchenpsychologie abgleiten. Aber das Gefühl es verdient zu haben schlecht behandelt zu werden scheint unter Subs leider weit verbreitet.

Ein selbstbewusster Umgang mit der eigenen Lust und Sexualität ist eigentlich jedem Menschen anzuraten. Männer haben damit offenbar seltener Probleme als Frauen. Und devote Frauen dürfen das genauso wie alle anderen Frauen auch. Das ist kein Widerspruch zur devoten Neigung.

Lasst euch unter dem Deckmantel von BDSM nicht schlecht behandeln. Den Unterschied zu erkennen ist nicht schwer. Wenn ihr euch schlecht fühlt durch das was Dom mit euch macht, dann macht er etwas falsch und nicht ihr. Ganz einfach.

8 Gedanken zu “Was Doms Frauen vorlügen und die glauben

  1. Wie immer sehr schön und treffend geschrieben.
    Wollte eigemtlich nur sagen, dass ich Ihren Blog sehr gerne lese und mit Spannung die nächten Einträge verfolge.

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  2. Gut präzise den Sachverhalt dargelegt. Mein Komplement. Aber eins fehlt m.E. Die gegenseitzige Offenheit und das gegenseitige Vertrauen. Egal ob feste Bindung oder „nur“ Spielbeziehung ohne diese beiden Eigenschaften ist alles nicht einvernehmlich. …und alles , was nicht einvernehmlich ist, ist im BDSM strafbar, da Vergewaltigung.

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  3. Das sehe ich ganz ähnlich, glücklicherweise bin ich mir bisher immer selbst ein ganz guter Berater gewesen und hatte ein gutes Bauchgefühl für potentielle Herren. Es gibt, wie überall viele Fallen. Als Sub kann einen eine solche Situation zerstören, gerade wenn man sich seiner eigenen Grenzen noch nicht bewusst ist

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